Finanzieller Ruin und Klopp-Ära

Das ist der BVB: Trainer, Titel und Live-Übertragung von Borussia Dortmund

Borussia Dortmund ist einer der erfolgreichsten Bundesliga-Vereine. Ein Blick auf Geschichte und Gegenwart des BVB mit allen wichtigen Infos.

Dortmund - Die Strahlkraft von Borussia Dortmund ist enorm. Fast jeder Fan der Fußball-Bundesliga dürfte schon ein Spiel des BVB live im TV verfolgt haben. Ebenso groß wie die Anhängerschaft ist auch die Historie des regelmäßigen Champions-League-Teilnehmers. Namhafte Trainer standen bereits in Dortmund unter Vertrag und holten wichtige Titel. Doch der Klub musste auch schwierige Phasen durchleben und stand kurz vor dem finanziellen Ruin. Davon hat man sich am Borsigplatz aber längst wieder erholt und gehört mittlerweile zu den härtesten Widersachern des FC Bayern München.

Name:Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund
Gründung:19. Dezember 1909 in der Dreifaltigkeitsgemeinde
Vereinsfarbe:schwarz-gelb
Stadion:Signal Iduna Park
Kapazität:81.365
Vereinsmitglieder:218.493 (laut Vereinsangaben, Stand: November 2024)
Trainer:Niko Kovac
Kapitän:Emre Can
Geschäftsführung:Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender), Lars Ricken (Sport)
Sportdirektor:Sebastian Kehl

Dortmund-Trainer Niko Kovac tritt beim BVB in große Fußstapfen

Aktuell steht beim Traditionsklub Niko Kovac an der Seitenlinie. Der ehemalige Bundesliga-Spieler erhält dabei unter anderem Unterstützung von seinem Bruder Robert, der als Co-Trainer fungiert. Kovac trat Ende Januar 2025 die Nachfolge von Nuri Sahin an und reiht sich in eine klangvolle Riege an BVB-Trainern ein.

Vor Kovac waren unter anderem Peter Bosz, Peter Stöger und Marco Rose in Dortmund tätig. Noch länger zurück liegen die Amtszeiten von Bert van Marwijk, Matthias Sammer oder auch Ottmar Hitzfeld. Allen voran eine Persönlichkeit prägte den BVB und sorgte für die größten Erfolge in der jüngeren Vergangenheit: Jürgen Klopp.

Von 2008 bis 2015 war der gebürtige Stuttgarter bei der Borussia in Amt und Würden. Er übernahm den Klub als kriselnden Bundesligisten, führte ihn in der Saison 2010/11 zur ersten Meisterschaft seit knapp 15 Jahren und eine Spielzeit später sogar zum historischen Double. 2015 verließ er den Verein gen Liverpool und prägte dort ebenfalls eine Ära. In Dortmund folgte auf Klopp Thomas Tuchel, der 2016/17 den DFB-Pokalsieg bejubeln durfte.

Jürgen Klopp feierte mit Borussia Dortmund zwei Meistertitel.

Hans-Joachim Watzke, Lars Ricken und Sebastian Kehl sind die BVB-Bosse

Wer an das Management beim schwarz-gelben Traditionsverein denkt, der wird sofort drei Namen im Kopf haben: Hans-Joachim Watzke, Lars Ricken und Sebastian Kehl. "Aki" Watzke bekleidet seit 2005 das Amt des Geschäftsführers bei Borussia Dortmund und ist dafür bekannt, auch mal in der medialen Öffentlichkeit kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Der Sportbereich unterliegt dabei der Verantwortung von Lars Ricken. Der Ex-BVB-Profi übernahm seinen Posten als Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA im Mai 2024. Zuvor fungierte er drei Jahre als Direktor des BVB-Nachwuchsleistungszentrums, das zu den besten in Deutschland zählt.

Echte Liebe lautet der Slogan von Borussia Dortmund, der besonders von der Gelben Wand ausgelebt wird.

Als Sportdirektor ist ebenfalls ein Ex-Profi tätig: Sebastian Kehl. Der langjährige Borussia-Kapitän spielte insgesamt 13 Jahre für den Verein und wechselte später in den operativen Bereich. 2018 wurde er Chef der Lizenzspielerabteilung, 2022 beerbte er schließlich Michael Zorc.

Borussia Dortmund hat einen Kader voller Stars und Nationalspieler

Das Aufgebot von Borussia Dortmund gehört zu den stärksten der Bundesliga. Viele Spieler sind auch Teil ihrer Nationalmannschaft, laut dem Portal transfermarkt.de beträgt der Kaderwert des BVB rund 438 Millionen Euro (Stand: September 2025). Den kompletten Kader listet die Borussia auf ihrer Website auf.

Borussia Dortmund live im Free-TV und Stream verfolgen

Mittlerweile sind die Übertragungsrechte für die Wettbewerbe mit Beteiligung des BVB auf mehrere Sender und Unternehmen verteilt. Bundesliga-Spiele des BVB können im Pay-TV entweder bei Sky oder DAZN verfolgt werden. Die jeweiligen Livestream-Dienste der beiden Anbieter sind ebenfalls kostenpflichtig.

In der Champions League läuft ein Großteil der Spiele bei DAZN. Wenige ausgewählte Partien sind nach Abschluss eines kostenpflichtigen Abos auch bei Amazon Prime Video zu sehen. Die höchste Wahrscheinlichkeit auf eine BVB-Partie im herkömmlichen Fernsehen besteht im DFB-Pokal. Neben Sky halten dort auch ARD und ZDF einen Teil der Übertragunsgrechte und zeigen mehrere Spiele pro Runde im Free-TV und Stream.

Der Signal Iduna Park ist das größte Stadion Deutschlands und Heimat der Gelben Wand

Ganze 81.365 Zuschauerplätze bietet der Signal Iduna Park in Dortmund und ist damit das größte Stadion Deutschlands. Die Geschichte der Heimstätte von Borussia Dortmund begann bereits im Jahr 1965, als sich der Dortmunder Sportausschuss mit der Neuerrichtung eines neuen Fußballstadions befasste. Rund sechs Jahre später und mit der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland im Rücken erfolgte der erste Spatenstich für die ursprünglich zum Mehrzweck gedachte Sportstätte. Aufgrund hoher Kosten wurde daraus ein reines Fußballstadion ohne Laufbahn, welches ein Fassungsvermögen von 54.000 Plätzen besaß.

81.365 Zuschauer finden im Dortmunder Westfalenstadion Platz.

In mehreren Ausbaustufen bis ins Jahr 2004 wurde die Zahl der Besucher stetig aufgestockt. Allerdings brachte die Aufstockung den Verein in eine schwere finanzielle Krise, weshalb der BVB im Rahmen des auf den Weg gebrachten Sanierungsprogramms eine Vermarktung des Stadionnamens in Kauf nahm. Im Herbst 2005 erwarb das Versicherungsunternehmen Signal Iduna die Namensrechte am Stadion. Das Westfalenstadion ist zudem die Heimat der Gelben Wand, die Südtribüne der Fußball-Arena. Auf ihr finden rund 24.500 Menschen Platz und ist damit die größte Stehplatztribüne Europas.

Borussia Dortmund spiele früher in den Stadien Weiße Wiese und Rote Erde

Die Weiße Wiese war der erste Sportplatz von Borussia Dortmund. Die ursprünglich als städtischer Ballspielplatz geplante Fläche in der Nähe des Borsigplatzes in der Dortmunder Nordstadt wurde im Jahr 1910 als offizieller Austragungsort auserkoren. Den Namen erhielt die Rasenfläche angeblich aufgrund der umliegenden Pappeln, die im Frühjahr mit ihren abgeworfenen Blüten das Spielfeld in eine "Weiße Wiese" verwandelten.

Vom Norden der Stadt zog Borussia Dortmund 1937 in den Süden in die Kampfbahn Rote Erde um. Das Stadion bot Platz für mehr als 30.000 Zuschauer, hatte für den Verein anfangs allerdings einige Nachteile. So musste Borussia Dortmund zunächst auf eine eigene Trainingsanlage für die Jugendmannschaften verzichten. Dennoch war die Beziehung zwischen Schwarz-Gelb und Rote Erde eine Erfolgsgeschichte, war die BVB-Heimstätte bis zur WM 1974 doch Anlaufpunkt für tausende Anhänger.

Im Schatten des Westfalenstadions: Bis zur WM 1974 war das Stadion Rote Erde die Heimstätte des BVB.

Der Abzug der britischen Streitkräfte im Jahr 1995 war gleichbedeutend mit dem Umzug von Borussia Dortmund auf das neue Trainingsgelände auf dem ehemaligen Flughafen Dortmund-Brackel. Aufgrund der finanziellen Probleme des Vereins sprangen die Dortmunder Stadtwerke als Investor für den Umbau ein. Das Trainingsgelände in Dortmund-Brackel umfasst mehrere (und teilweise beheizte) Rasenplätze, Flutlichtanlagen und ein Funktionsgebäude, in welchem mehrere Umkleiden, Entmüdungsbecken, Saunen und einem Presseraum untergebracht sind. Sowohl die Profi-Abteilung als auch die Jugendmannschaften des BVB verwenden die Anlage.

BVB-Fanartikel und Tickets im Shop von Borussia Dortmund kaufen

Fan-Artikel des BVB können jederzeit online im Fanshop erworben werden. Wer jedoch das begehrte Stück genauestens und mit eigenen Augen vor dem Kauf begutachten möchte, hat gleich mehrere Möglichkeiten. In der Dortmunder Innenstadt sind gleich zwei Fanshops zu finden. Die BVB-Fanwelt jedoch, die nicht nur an Spieltagen geöffnet hat, befindet sich in unmittelbarer Nähe des Westfalenstadions an der Strobelallee 54. Neben Trikots, Schals und alles rund um den BVB können dort auch Tickets erworben werden.

Tickets für den BVB zu bekommen, ist nicht immer einfach. 55.000 Plätze sind mit Dauerkarten vergeben. Speziell bei Top-Spielen sind die Karten, die in den freien Verkauf gehen, sehr schnell vergeben. Noch schwieriger ist es, an eine Dauerkarte zu kommen. Viele Fans stehen Jahre auf der Warteliste.

Mit "Tradition Erleben" wirbt das Borusseum - das Borussia-Dortmund-Museum. Neben der sportlichen Entwicklung von Borussia Dortmund können Fans und Interessierte dort auch ein Loblied auf sich selber anstimmen. Denn: Die Geschichte der Fans spielt eine besonders große Rolle.

Borussia Dortmund stieg trotz schwieriger finanzieller Zeiten zu einem Top-Team der Bundesliga auf

Der Aufstieg der heutigen Bundesliga-Spitzenmannschaft Borussia Dortmund ist ein langsamer, aber stetiger. 1911/12 in der C-Liga gestartet, fand sich der Verein nach mehreren Aufstiegen im Jahr 1933 in der Bezirksklasse wieder. Nach dem Umzug in die Kampfbahn Rote Erde etablierte sich der BVB mehr und mehr in der Gauliga, wo er hinter dem Rivalen aus Gelsenkirchen gleich mehrfach die Vizemeisterschaft feierte. 

Überschattet wurden die Erfolge jedoch vom Zweiten Weltkrieg und der Diktatur des Nationalsozialismus. Vom Wiederaufbau in der Nachkriegszeit waren ebenso die deutschen Sportvereine betroffen. 1946 stieg die Borussia in den Spielbetrieb der neu gegründeten Landesliga West ein, die aus den Vereinen der ehemaligen Gauliga bestand. Es war der Auftakt für den Aufstieg zur deutschen Spitzenmannschaft.

Der BVB gewann bereits zahlreiche Titel in Deutschland und Europa

Satte acht Mal stand Borussia Dortmund an der Spitze Deutschlands, fünf dieser Meisterschaften gab es nach der Gründung der Bundesliga.

Sieger der Champions League1x (1996/97)
Deutscher Meister8x (1955/56, 1956/57, 1962/63, 1994/95, 1995/96, 2001/02, 2010/11, 2011/12)
Deutscher Pokalsieger5x (1964/65, 1988/89, 2011/12, 2016/17, 2020/21)
Sieger Europapokal der Pokalsieger1x (1965/66)
Deutscher Superpokalsieger6x (1989/90, 1995/96, 1996/97, 2013/14, 2014/15, 2019/20)
Weltpokalsieger1x (1997)
Westdeutscher Pokalsieger2x (1962/63, 1964/65)

Darüber hinaus sind fünf DFB-Pokalsiege ebenfalls einer der besten Werte in Deutschland. Größter Erfolg bleibt aber der Champions-League-Triumph in der Saison 1996/97.

Borussia Dortmund feierte 1997 den Champions-League-Sieg und wurde 2002 Deutscher Meister

Den wohl größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte Borussia Dortmund im Jahr 1997, als der BVB im Münchner Olympiastadion den italienischen Rekordmeister Juventus Turin mit 3:1 besiegte und Sieger der Champions League wurde. Lars Ricken sorgte nur 30 Sekunden nach seiner Einwechslung für den Siegtreffer. Im Dezember desselben Jahres gewann die Borussia zudem den Weltpokal nach einem 2:0-Erfolg über Cruzeiro Belo Horizonte. 

Im Jahr 2000 sorgte Jung-Trainer Matthias Sammer für einen erneuten sportlichen Aufschwung beim BVB. Dank kostenintensiver Neuverpflichtungen wie Tomás Rosicky, Jan Koller und Marcio Amoroso qualifizierte sich die Borussia erneut für die Champions League. Im Mai 2002 errang der BVB dank eines fulminanten Saisonendspurts, in dem er drei Siege aus drei Spielen feierte, die Meisterschaft.

Großer Jubel bei Borussia Dortmund nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Saison 2001/02.

Auf die Fast-Insolvenz des BVB folgte die goldene Ära mit Jürgen Klopp

Sportlicher Misserfolg und unternehmerische Fehlentscheidung führten in der Folgezeit zur Fast-Insolvenz des Traditionsklubs. Der damalige Präsident Gerd Niebaum hatte 2004 eingeräumt, dass der Verein bis zu 98 Millionen Euro Schulden angehäuft hatte. Dank einer deutlichen Senkung des Spieleretats und einer wirtschaftlichen Konsolidierung wurde der Absturz des Vereins gerade noch verhindert.

Der sportliche und finanzielle Umbruch war der Startschuss für die wohl erfolgreichste Ära des Vereins. Jürgen Klopp wurde zu Beginn der Saison 2008/09 als neuer BVB-Trainer vorgestellt - und mit ihm begann der sportliche Aufstieg. 2010/11 sicherte sich eine beeindruckend junge Dortmunder Mannschaft bereits am 32. Spieltag die siebte Meisterschaft.

Borussia Dortmund verpasst zweiten Champions-League-Titel nur knapp

In der Folgesaison stellte die Borussia mit 81 Punkten einen neuen Bundesligarekord auf. Zuvor gelang nur dem FC Bayern 1972/73 eine ähnliche erfolgreiche Punktausbeute. Mittlerweile wurde die Bestmarke schon mehrere Male überboten. Höhepunkt war dann der 5:2-Sieg über die Münchner im DFB-Pokalfinale. Damit erreichte der BVB erstmals in seiner Vereinsgeschichte das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokalsieg. In der Saison 2020/13 revanchierten sich die Münchner dafür und setzten sich im Finale der Königsklasse mit einem 2:1 nach Verlängerung Europas Krone auf.

2020/21 holte man mit Edin Terzic an der Seitenlinie dank eines 4:1-Erfolgs gegen Leipzig zum fünften Mal den Pokal. Drei Spielzeiten später stand die Borussia kurz vor dem zweiten CL-Sieg, im Finale unterlag der BVB Rekordsieger Real Madrid im Wembley Stadium aber mit 0:2.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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