Ende des Mammutprozesses
Marius-Urteil kommt erst im Juni: Verteidigung fordert Freispruch – Staatsanwalt will fast acht Jahre
Im Prozess gegen Marius Borg Høiby hatten heute die Verteidiger das letzte Wort – doch auf das Urteil müssen alle Beteiligten noch wochenlang warten.
Update vom 19. März, 17:30 Uhr: Wie das norwegische Nachrichtenportal VG berichtet, soll das Urteil voraussichtlich Anfang Juni verkündet werden. Die Verteidigung plädiert derweil auf Freispruch – in allen vier Vergewaltigungsfällen sowie im Fall der häuslichen Gewalt gegenüber Nora Haukland. Für die Taten, zu denen Marius sich teilweise bekannt hat – darunter Drogentransport und Übergriffe auf die sogenannte Frogner-Frau – halten die Anwälte eine Gesamtstrafe von eineinhalb Jahren für angemessen. Bei einer zusätzlichen Verurteilung wegen häuslicher Gewalt seien zwei Jahre vertretbar, bei einer Verurteilung auch wegen Vergewaltigung fünf bis sechs Jahre – deutlich weniger als die von der Staatsanwaltschaft geforderten sieben Jahre und sieben Monate.
Erstmeldung vom 19. März, 12:48 Uhr: Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) steht seit dem 3. Februar in einem aufsehenerregenden Prozess vor dem Osloer Bezirksgericht. Die Staatsanwaltschaft hat bereits sieben Jahre und sieben Monate Haft gefordert – angeklagt ist Borg Høiby in 39 von 40 Punkten, darunter mehrere mutmaßliche Vergewaltigungen. Am letzten Verhandlungstag übernehmen die Verteidiger das Wort. Alle fragen sich: Wird das Urteil noch am selben Tag verkündet?
Verteidiger Petar Sekulic eröffnet die abschließende Prozessphase mit einer klaren Botschaft: Die Videoaufnahmen, die Borg Høiby von vier Frauen gemacht hat und die als zentrale Beweise gelten, reichen seiner Ansicht nach nicht für eine Verurteilung aus. Wie der norwegische Rundfunk NRK berichtet, erklärt Sekulic: „Die Filmaufnahmen allein können nichts Sicheres darüber aussagen, ob sie schläft oder nicht.“ Und weiter: „Dann soll er freigesprochen werden. Das ist zumindest ein begründeter Zweifel.“ Die Verteidigung plädiert auf Freispruch – in allen Vergewaltigungsvorwürfen.
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Besonders hart geht Sekulic mit der Zeugin im sogenannten Skaugum-Fall ins Gericht, der mutmaßlichen Vergewaltigung aus dem Jahr 2018. Er wirft der Frau vor, sie habe „ein leichtfertiges Verhältnis zu Wahrheit und Tatsachen“, wie NRK dokumentiert. Gleichzeitig betont er, dass Borg Høibys lückenhafte Erinnerung nicht automatisch bedeute, den Aussagen der Klägerinnen zu glauben. Auch Ex-Freundin Nora Haukland (28) spielt in der Gesamtabwägung eine Rolle – sie trat im Prozess als Zeugin auf. 15 von 20 Anklagepunkten, die sie betreffen, hat Borg Høiby teilweise eingestanden.
Doch wie geht es jetzt weiter – und warum dauert das Urteil länger? Das norwegische Tageszeitungsportal Adresseavisen erklärt: Nach dem Abschluss der Plädoyers zieht sich das Gericht zurück, und das Urteil ist erst Wochen später zu erwarten. Bei einem Verfahren mit 40 Anklagepunkten, sechs betroffenen Frauen und Schadensersatzansprüchen von knapp zwei Millionen Kronen – umgerechnet rund 172.000 Euro – ist das in Norwegen (übrigens auch bei uns in Deutschland) der übliche Weg: Die Richter nehmen sich die Zeit, die ein solch komplexer Fall verlangt.
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„Was den Angeklagten betrifft, wissen wir, dass die Medienberichterstattung nicht nur ans Wahnsinnige grenzte – sie hat nahezu alles übertroffen, was man vorher hätte befürchten können“, so Sekulic laut VG. Der Verteidiger spricht von Zehntausenden Artikeln und Fotografen, die Borg Høiby bis in sein Anwaltsbüro verfolgt hätten. Ob das Gericht diese außergewöhnliche Belastung strafmildernd wertet, bleibt offen. Norwegen und die Welt warten. Marius selbst hat sich bereits kritisch gegenüber dem Staatsanwalt geäußert. Verwendete Quellen: nrk.no, vg.no, adressa.no
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