Traurige Nachrichten
König Harald V. ist tot: Norwegen trauert um sein Staatsoberhaupt
König Harald V. von Norwegen ist tot. Mehr als 30 Jahre hatte er sein Land regiert und war sogar der erste in Norwegen geborene König seit 1370.
Norwegen trauert um seinen geliebten König Harald V. Der sympathische Regent ist im Alter von 89 Jahren friedlich eingeschlafen. Neuer König des Landes ist nun Haralds Sohn Haakon (53), an seiner Seite steht die neue Königin Mette-Marit (53). Die älteste Tochter des Paares, Prinzessin Ingrid Alexandra (22), rutscht in der Thronfolge jetzt automatisch auf Rang eins.
König Harald V. war über 50 Jahre lang mit Königin Sonja (89) verheiratet. Am 29. August 2018 hatte das Paar seine Goldene Hochzeit gefeiert. Am 17. August war der Monarch ins Osloer Rikshospital eingeliefert worden, wo sein Zustand zeitweise stabilisiert werden konnte. Knapp eine Woche später, am 23. August, hatte das Königshaus bekannt gegeben, dass bei dem 89-Jährigen Bakterien im Blut festgestellt worden seien. Infolgedessen hatte sich sein Gesundheitszustand am Donnerstag (27. August) noch einmal drastisch verschlechtert. Am Freitag um 6:35 Uhr erlag Harald schließlich den Folgen der bakteriellen Blutinfektion.
König Harald V. von Norwegen ist tot: Mehr als 30 Jahre saß er auf dem Thron
Harald wurde am 21. Februar 1937 in Asker nahe Oslo geboren und wuchs gemeinsam mit zwei älteren Schwestern auf, Prinzessin Ragnhild (82, † 2012) und Prinzessin Astrid (94). Den Großteil seiner Kindheit verbrachte er mit seiner Familie im Ausland und kehrte erst mit Ende des Zweiten Weltkrieges zurück nach Oslo. Bereits im Alter von 17 Jahren verlor er seine Mutter.
Mit der Krönung seines Vaters 1957 wurde Harald im Alter von 20 Jahren zum neuen Kronprinzen. Nur ein Jahr später regierte er bereits zeitweise als Kronprinzregent. 1991 bestieg er schließlich selbst den Thron und wurde zu König Harald V. gekrönt. Sein Leitspruch lautete „Alt for Norge“ – auf Deutsch „Alles für Norwegen“. Er war der erste König seit 1370, der auch in Norwegen geboren wurde.
Während seiner Regentschaft konnte das Staatsoberhaupt viele Sympathien für sich gewinnen. Besonders hoch rechnete ihm sein Volk an, dass er auch in äußerst schwierigen Zeiten, beispielsweise nach dem Amoklauf mit 77 Toten auf der Insel Utøya im Jahr 2011, nahbar und mitfühlend reagierte und den Norwegern auf Augenhöhe begegnete und Zuversicht vermittelte.
König Harald V. von Norwegen ist tot: Über 50 Jahre war er mit seiner großen Liebe Sonja verheiratet
Stets an Haralds Seite – und das mehr als ein halbes Jahrhundert – war Königin Sonja. Bevor das Paar sich am 29. August 1968 das Jawort geben durfte, mussten die beiden lange für ihre Liebe kämpfen. Über neun Jahre dauerte es, bis der damalige König und die Regierung ihr Einverständnis zu Haralds Verbindung mit der Bürgerlichen gaben. Vermutlich auch aus diesem Grund hießen König Harald V. und Königin Sonja ihre Schwiegertochter Mette-Marit, die ebenfalls aus bürgerlichen Verhältnissen stammt und Sohn Marius (heute 29) mit in ihre Ehe mit Kronprinz Haakon brachte, schneller in ihrer Familie willkommen als so mancher Kritiker aus dem norwegischen Volk. Das Königspaar wusste schließlich genau, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Liebe auf Widerstände stößt.
Drei Jahre nach seiner Hochzeit wurde König Harald V. erstmals Vater: Sonja brachte am 22. September 1971 Prinzessin Märtha Louise zur Welt. Zwei Jahre später folgte mit dem Sohn Haakon der Thronfolger, der nun die Krone von seinem verstorbenen Vater übernimmt. Seine beiden Kinder machten König Harald V. zum fünffachen Großvater.
König Harald V. von Norwegen ist tot: Er war ein passionierter und erfolgreicher Segler
Nicht nur der europäische Adel trauert um König Harald V. von Norwegen, sondern auch der Segelsport. Der Regent war zeit seines Lebens leidenschaftlicher Hochseesegler, nahm dreimal an den Olympischen Spielen teil und holte sich sogar zwei Weltmeistertitel in dieser Disziplin. Im Alter von 81 Jahren erreichte er immerhin noch den dritten Platz bei der Segel-WM 2018.
König Harald V. von Norwegen ist tot: Immer wieder kämpfte er mit gesundheitlichen Problemen
2003 teilte das norwegische Königshaus erstmals eine Hiobsbotschaft aus dem Königlichen Schloss in Oslo mit: König Harald V. war an Blasenkrebs erkrankt. Er wurde operiert, nahm sich eine Auszeit und bekämpfte die tückische Krankheit erfolgreich. Wenig später stand es erneut schlecht um die Gesundheit des Regenten. Dieses Mal hatte er es mit Herzproblemen zu tun.
Im Herbst 2020 musste er sich einem Eingriff unterziehen, bei dem eine künstliche Herzklappe ausgetauscht wurde. Nur drei Monate später folgte die nächste Operation wegen eines Sehnenschadens am Bein. Alle Eingriffe überstand Harald stets ohne größere Komplikationen. Aus gesundheitlichen Gründen abzudanken, stand für ihn nie zur Debatte.
König Harald V. von Norwegen ist tot: Haakon folgt als neuer Regent
Während einer Urlaubsreise in Malaysia im Jahr 2024 verschlechterte sich der Gesundheitszustand von König Harald so dramatisch, dass ihm vor Ort ein temporärer Herzschrittmacher eingesetzt werden musste. Erst diese Notfallmaßnahme ermöglichte seinen sicheren Rücktransport nach Norwegen, wo ihm in der Heimat schließlich ein permanentes Gerät implantiert wurde.
Schon während der Krankheits- und Rekonvaleszenzphasen seines Vaters übernahm Kronprinz Haakon zeitweise die Amtsgeschäfte des Staatsoberhauptes und meisterte die Aufgaben mit Bravour. Jetzt muss er sich als würdiger Nachfolger seines beliebten Vaters beweisen.
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