In Zuschauergunst gesunken

Machtwechsel im Ersten? „Zürich-Krimi“ übertrumpft jetzt sogar den „Tatort“

Für deutsche Krimi-Fans führt seit Jahrzehnten kein Weg am „Tatort“ vorbei – doch der schwächelte zuletzt. Stattdessen dominiert der „Zürich-Krimi“ überraschend.

Frankfurt am Main/Zürich – Die am Sonntag (22. Oktober) ausgestrahlte Frankfurt-Ausgabe spaltete das „Tatort“-Publikum wie schon lange nicht mehr – kein Wunder: In der gleichermaßen experimentellen wie ungewöhnlichen Folge mit LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur, 66) beschäftigte man sich mit künstlich erzeugten Glücksgefühlen. Kurios: Teile der Handlung spielten im Weltall, außerdem hatten sich die Drehbuchautoren entschieden, Adolf Hitler auftreten zu lassen.

Experimenteller „Tatort“ schwächelt – und wird vom „Zürich-Krimi“ übertrumpft

„Tatort: Murot und das Paradies“ erhielt dementsprechend gemischte Kritiken und konnte auch in Sachen Zuschauerquote nicht so überzeugen, wie man es im Ersten von der Krimireihe eigentlich gewohnt ist: Ab 20.15 Uhr schalteten laut dwdl.de-Angaben im Schnitt ‚nur‘ 5,95 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 21,4 Prozent) ein – für „Tatort“-Verhältnisse kein guter Wert.

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Dieses Quotentief verschafft einem anderen TV-Krimi nun einen Platz auf der Überholspur: Denn der „Zürich-Krimi“, den man im Ersten am Donnerstagabend (26. Oktober) ausstrahlte, übertraf mit 6,45 Millionen Gesamtzuschauern (Marktanteil: 25,4 Prozent) den schwächelnden „Tatort“ um ein ganzes Stück: Die Episode „Borchert und der Mord ohne Sühne“ lockte rund 500.000 Zuschauer mehr an.

„Tatort“-Alternativen immer gefragter – ist der „Zürich-Krimi“ nur der Anfang?

Der „Tatort“ könnte in der Folge nach und nach seine Krimi-Hoheit verlieren: Immer häufiger setzt die ARD auf ein vielfältigeres TV-Angebot, zeigt neben den „Städte-Krimis“ aus Zürich, Lissabon oder Usedom auch internationale Produktionen wie die schwedische „Håkan Nesser“-Reihe oder die aus Wales stammenden „Inspector Mathias“-Filme. Dass „Borchert und der Mord ohne Sühne“ nun sogar problemlos den aufwendig produzierten „Tatort“ überholt hat, zeigt: „Tatort“-Alternativen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Eigentlich gilt der „Tatort“ als Aushängeschild der TV-Krimis, doch weil die Hessen-Ausgabe mit LKA-Ermittler Felix Murot (r.) am Sonntag (22. Oktober) vergleichsweise wenig Zuschauer anzog, befindet sich der „Zürich-Krimi“ nun auf der Überholspur

Der nächste große Wurf könnte dem „Zürich-Krimi“ bereits kommenden Donnerstag (2. November) gelingen: In einer neuen Folge begibt sich Anwalt Thomas Borchert (Christian Kohlund, 73) dann auf „die Spur der Diamanten“ – und könnte dem „Tatort“ abermals ein Schnippchen schlagen. Doch auch an anderer Stelle herrscht in der TV-Welt Aufregung: Vor ihrer letzten „Kölner Treff“-Folge feuerte Bettina Böttinger (67) gegen Harald Schmidt (66) und Stefan Raab (57). Verwendete Quellen: dwdl.de, quotenmeter.de, ard.de

Rubriklistenbild: © Martin Mlaka/ARD Degeto/Bettina Müller/HR/dpa

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