Kollision kurz vor Schluss

McLaren-Duell eskaliert in Kanada: „War einfach dumm“

McLaren erlebt beim Kanada-GP ein bitteres Debakel. Das teaminterne Duell endet in einer Kollision. Teamchef Andrea Stella sieht Redebedarf.

Melbourne – Den Kanada Grand Prix der Formel 1 hatte sich McLaren sicherlich anders vorgestellt. Erstmals in diesem Jahr stand keiner der beiden Papaya-Piloten auf dem Podium. Zum einen, weil der McLaren in Montreal nicht das schnellste Auto war. Zum anderen, weil Oscar Piastri und Lando Norris kollidierten.

Lando Norris nimmt Schuld an McLaren-Unfall auf sich

Über mehrere Runden kämpften die beiden McLaren um Platz vier und die Chance, noch aufs Podium zu kommen. In Runde 67 versuchte Norris dann auf der Start-Ziel-Graden eine Attacke gegen seinen Teamkollegen. Doch da wo der Brite hinwollte, war keine Lücke.

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Lando Norris jubelt auf dem Podium in Melbourne.
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Da auch noch Piastri hinüberzog, um sich für die Senna-Schikane in Position zu bringen, kam es, wie es kommen musste. Norris krachte mit dem Geschwindigkeitsüberschuss des DRS ins Heck seines Teamkollegen und in die Mauer. Sofort kam der Funkspruch des Briten:  „Tut mir leid. Das war komplett meine Schuld. Alles meine Schuld. Unglücklich, tut mir leid. Dumm von mir.“

Für Lando Norris war das Rennen nach der Kollision vorbei.

Und auch im Interview mit Sky nach dem Rennen zeigte sich Norris selbstkritisch. „Ich entschuldige mich beim ganzen Team. Und auch bei Oscar, dass ich etwas versucht habe, das wahrscheinlich etwas zu dämlich war“, so der McLaren-Pilot. Darauf angesprochen, dass viele diese Kollision erwartet hatten, antwortete der Brite lediglich: „Ja, aber es war einfach noch dümmer, als einfach nur sagen zu können, so ist das Racing. Es war einfach dumm meinerseits.“

Stella sieht keine böse Absicht von Norris

McLaren-Teamchef Andreas Stella betonte am Sky-Mikrofon die Grundsätze des Teams: „Wir wollen nie einen McLaren sehen, der an einem Unfall beteiligt ist und ganz klar wollen wir nicht beide McLaren sehen, die sich gegenseitig berühren. Es ist definitiv etwas, das wir uns nochmal anschauen müssen, denn das ist ein klares Prinzip unsererseits.“ Dennoch sieht der Teamchef den Vorfall als Fehleinschätzung und nicht als böse Absicht von Norris.

Die Kollision hatte spürbare Konsequenzen für McLaren. „Ja, definitiv eine Fehleinschätzung, die Lando einiges gekostet hat in der Meisterschaft“, erklärte Stella. Denn Piastri konnte weiterfahren und verpasste das Podium als Vierter nur knapp. Für Norris war der Große Preis von Kanada derweil nach dem Crash gelaufen. Damit verliert Norris zehn Punkte auf seinen Teamkollegen. Vor dem Österreich Grand Prix beträgt sein Rückstand in der Fahrer-WM nun 22 Punkte. (smo)

Rubriklistenbild: © Imagn Images/Imago

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