Gegenwind von Funktionär

Wirbel um neuen Posten für Ex-Skisprung-Bundestrainer Horngacher

Stefan Horngacher hat den DSV verlassen. Sein nächster Job schien schon fast sicher, doch nun gibt es Probleme. Sogar ein Funktionär stellt sich gegen ihn.

Im Skispringen war Stefan Horngacher sieben Jahre lang das Gesicht der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem Saisonende verließ der 56-jährige Österreicher den Deutschen Skiverband (DSV), Nachfolger wurde sein bisheriger Assistenzcoach Andreas Mitter. Was danach kommt, schien zunächst klar – doch nun sorgt sein designierter Wechsel für immer mehr Wirbel.

Droht der Wechseln von Ex-Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher zum polnischen Verband zu scheitern?

Horngacher soll beim polnischen Skiverband neuer Sportdirektor werden. Verbandschef Adam Malysz, selbst viermaliger Weltmeister, hatte den Plan maßgeblich vorangetrieben. Doch noch bevor ein Vertrag unterschrieben ist, bremst die eigene Organisation.

Nach DSV-Abschied: Ex-Skisprung-Bundestrainer Horngacher muss auf Polen-Posten warten

Malysz sagte: „Ich habe einen neuen Plan, eine neue Vision ausgearbeitet, und wir haben eine Einigung mit der Schlüsselperson erzielt, die ich für dieses Projekt vorgesehen habe. Er ist bereit, die Arbeit aufzunehmen, und wir haben übereinstimmende Vorstellungen. Allerdings gibt es im Sport wie im Leben bestimmte Verfahren, die ich nicht umgehen kann.“

Hintergrund der Verzögerung: Polen wählt zeitnah eine neue Verbandsführung. Auch Malysz’ Posten steht dabei zur Diskussion, seine Zukunft ist offen. Er erklärte nun, es wäre „unfair“, kurz vor Ablauf seiner Amtszeit mehrjährige Verträge zu unterzeichnen. Die neue Führung solle ein Mitspracherecht bei seinen Planungen haben. Gleichzeitig machte er klar, dass er lieber sofort handeln würde – denn „jede Woche Verzögerung kann sich im Winter bemerkbar machen“. Kein Wunder: Polen steckt in der Krise. Kein einziger Springer schaffte es in der abgelaufenen Saison in die Top 20 des Gesamtweltcups.

Lange im Schatten der deutschen Stars: Der Weg von Skisprung-Held Philipp Raimund zum Olympia-Gold

Philipp Raimund begann bereits mit fünf Jahren das Skispringen und begann seine internationale Karriere 2016.
Raimund machte schon zu Beginn seiner Karriere mit seiner frechen, humorvollen Art auf sich aufmerksam.
Im Juniorenbereich war er vor allem bei Teamspringen erfolgreich. Weggefährtin war hier unter anderem Selina Freitag (2.v.r.).
Am 29. Dezember 2019 debütierte er mit 19 im Skisprung-Weltcup. Als Teil der nationalen Gruppe beim Vierschanzentournee-Springen in Oberstdorf belegte er am Ende Platz 34.
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Weiteren Gegenwind erhält Horngacher jetzt außerdem von Vorstandsmitglied Wojciech Adam Fickowski, der sich gegenüber dem TV-Sender „TVP Sport“ offen gegen den Ex-Bundestrainer ausgesprochen hat. „Wenn ich es zu entscheiden hätte, dann würde er nicht kommen“, sagte Fickowski. Er plädiert für mehr Vertrauen in heimische Trainer: „Es ist nicht so, dass wir niemanden hätten und uns der Sachverstand fehlen würde.“

Fickowski betonte allerdings auch, seine Haltung sei nicht endgültig. „Wenn ein ausländischer Fachmann wirklich kommt und uns helfen kann, dann bin ich offen dafür, meine Meinung zu ändern, sobald ich seinen Plan sehe.“ Verbands-Vizechef Wojciech Gumny bestätigte unterdessen, dass für Juni weitere Gespräche angesetzt seien – Horngachers Namen nannte er dabei nicht. (LuHa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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