Champions League
Schalke verpasst Überraschung gegen ManCity nur knapp
Schalke 04 schnuppert im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League lange an einem Sieg gegen Manchester City. Doch in den letzten Minuten schenkt Königsblau die Partie in Unterzahl her.
Gelsenkirchen – 85 Minuten lang war der Sieg für Schalke 04 zum Greifen nahe. Königsblau schnupperte an der Überraschung im Achtelfinale-Hinspiel der Champions League. Bis Manchester City den Königsblauen in Unterzahl einen Strich durch die Rechnung machte. Erst glich ausgerechnet Ex-Knappe Leroy Sané per Freistoß aus (85.), ehe Raheem Sterling (90.) jedem Knappen die Freude raubte. Am Ende musste sich Königsblau mit einem 2:3 (2:1) gegen Englands Meister begnügen. Im Vorfeld keine Überraschung. Im Nachhinein durchaus bitter für Schalke.
"Natürlich sind wir sehr enttäuscht", sagte Cheftrainer Domenico Tedesco: "Wenn man bis kurz vor Schluss 2:1 führt, hofft man natürlich auf ein anderes Ergebnis. Der Spielverlauf lief heute größtenteils zu unseren Gunsten. Das hatten wir bislang sehr selten in dieser Saison. Zwei Elfmeter, dazu die Gelb-Rote Karte. Mir hat es richtig Spaß gemacht, die Mannschaft zu coachen. Unsere Fans waren voll da, wir haben es auf dem Platz gut gemacht."
Vor dem Anpfiff hatte Tedesco erklärt, dass sei Team Ballbesitzphasen und -Stafetten brauche, "um durchschnaufen zu können“. Seine Ausrichtung ließ allerdings zunächst auf die reinste Beton-Taktik deuten: Fünferkette, dazu eine offensive Dreier-Reihe mit den defensiv denkenden Weston McKennie und Hamza Mendyl auf den Außenpositionen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)
Von dem erhofften Ballbesitzphasen war zumindest in der Anfangsphase wenig zu sehen. ManCity drückte Schalke in die eigene Hälfe – und wäre beinahe nach sieben Minuten in Führung gegangen. Doch Keeper Ralf Fährmann wehrte einen Kopfball von Sergio Agüero mit den Fingerspitzen noch über das Tor (7.).
Fährmann und Sané patzen
Weniger gut – um nicht zu sagen miserabel – löste er die Situation in der 18. Minute. Der Kapitän der Königsblauen passte zu lasch auf Salif Sané. David Silva lauerte, ergatterte sich die Kugel, spielte quer zu Agüero – und der musste nur noch ins leere Tor einschieben zum 0:1. Die Knappen beklagten zuvor zwar zu Recht ein Foul an Mark Uth in der Hälfte der Engländer, doch diese Situation hätten sie viel cleverer lösen müssen.
City führte. Der Beginn der himmelblauen Sturmflut? Mitnichten. Die Schalker bekamen mehr und mehr tatsächlich ihre Ballbesitzphasen. Bei jedem Zweikampfgewinn sprang der Funke auf das Publikum über. Aber die Kugel ging zu schnell wieder verloren. Ein Schuss von Mark Uth (25.) blieb lange die einzige offensiv-Aktion.
Bis zur 33. Minute. Daniel Caligiuri schloss ab. Nicolas Otamendi fälschte zur Ecke ab. Dabei versuchte er den Unterarm zurückzuziehen, wo der Schalker ihn getroffen hatte. Königsblau reklamierte Handspiel. Der Video-Assistent, der in der Champions League erstmals im Achtelfinale zum Einsatz kommt, schaltete sich ein. Es dauerte. Und dauerte. Und dauerte. Bis der spanische Unparteiische Carlos Del Cerro Grande nach vielen Diskussionen – offenbar funktionierte ein Hilfsmittel nicht – auf den Punkt zeigte. Eine vertretbare Entscheidung. Nabil Bentaleb verlud City-Torwart Ederson und verwandelte sicher ins linke Eck zum 1:1 (38.).
Bentaleb erneut sicher
Selbst der Ausgleich brachte den amtierenden Meister der Premier League, bei dem Ex-Schalker Leroy Sané zunächst auf der Bank saß, nicht zurück ins Spiel. Im Gegenteil. Es folgte ein weiterer Strafstoß für die Knappen, weil Fernandinho nach einem Schalker Freistoß Salif Sané am Trikot gezogen hatte. Diesmal gab es nicht den Hauch eines Zweifels. Wieder trat Bentaleb an. Wieder gut geschossen – und plötzlich führte der Tabellen-14. der Bundesliga mit 2:1 (45.). Bei einer Bilanz von 4:11 Torschüssen im ersten Abschnitt, 2:4 davon direkt auf das gegnerische Tor.
City-Coach Pep Guardiola war bereits vor dem Seitenwechsel außer sich. Den Rückstand seiner Citizens wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Die Engländer strahlten anschließend wieder die pure Dominanz am Ball aus. Aber Königsblau um den starken Matija Nastasic rührte Beton an. So viel wie nötig war. Mehr als ein Abschluss von Kevin De Bruyne (47.) sprang zunächst nicht heraus.
Schalke in Überzahl
Plötzlich folgte der nächste Aspekt, der den Schalkern in die Karten spielte. Denn nach 68 Minuten agierten sie sogar in Überzahl. Otamendi sah nach einem Foul an den kurz zuvor eingewechselten Guido Burgstaller die Gelb-Rote Karte. Die Knappen zuckten zusammen, als der Stürmer direkt Schmerzen signalisiert hatte. Doch der Österreicher konnte weitermachen.
An den Verhältnissen auf dem Platz änderte das dennoch wenig. Und ManCity belohnte sich mit dem sehenswert verwandelten Freistoß aus gut 20 Metern von Sané und dem Treffer von Sterling (90.).
Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.