Handball
Keine Punkte zum ASV-Abschied aus der Bundesliga
Keine Punkte, dafür aber viel Schweiß und Emotionen zum Saisonabschluss: Der ASV Hamm-Westfalen verabschiedete sich in mit 2 650 Zuschauern ausverkaufter Halle mit einer 28:33 (13:18)-Niederlage gegen den DHfK Leipzig aus der Handball-Bundesliga.
Hamm – Mit einer 30:33-Heimniederlage gegen den TBV Lemgo im eigenen Saison-Abschied waren die Leipziger angereist – und mit Kapitän Lukas Binder, der aus gesundheitlichen Gründen für die Partie auf der Kippe gestanden hatte. Dafür hatte das Team von Trainer Runar Sigtryggsson im Hinspiel mit 33:23 seinen höchsten Saisonerfolg gefeiert.
Beim ASV standen wie angekündigt Tim Wieling und Marian Orlowski verletzungsbedingt nicht im Kader.
Die Gastgeber begannen trotzdem stark, knüpften nahtlos an die zuletzt gebotene Leistung aus Melsungen an und überraschten den Tabellen-12. mit druckvollem Angriffsspiel.
Schnell stand es so 3:0 (4.), und auch nach acht Minuten lag das Team von Trainer Michael Lerscht beim 6:4 noch in Front. Mann der Startphase: Andreas Bornemann, der seinen Platz im rechten Rückraum nutzte und in dieser Phase für vier Treffer verantwortlich zeichnete.
Danach war es jedoch zunächst vorbei mit der Hammer Herrlichkeit. Leipzig kam besser in die Partie, und vor allem der in der 5:1-Deckung vorgezogen spielenden Oskar Sunnefeldt störte die ASV-Kreise empfindlich.
Die Folge: zehn Hammer Minuten ohne eigenen Treffer mit zahlreichen falschen Entscheidungen, schwachen Abspielen, einem Team-Timeout, das beim 6:10 sehr spät folgte und vielen Leipziger Gegenstößen. Eine Phase, die erst mit dem Treffer von Kreisläufer Benny Meschke nach 17:05 Minuten zum 7:12 endete – nachdem ASV-Mittelmann Björn Zintel zuvor in Richtung Bank signalisiert hatte, dass ein Wechsel auf den siebten Feldspieler Sinn machen könnte.
Hamm arbeitete sich anschließend bis auf drei Treffer zurück (9:12/22.). Doch zur Pause hatte sich der Rückstand wieder auf fünf Tore summiert (13:18).
Noch einmal verkürzten die Gastgeber nach der Pause auf drei Tore, nachdem Geburtstagskind Fabian Huesmann zwar per Siebenmeter gescheitert war, Jan von Boenigk sich den Abpraller aber clever erschlich und einnetzte (16:19/34.). Doch auch in dieser Phase blieb das ASV-Spiel vor allem im Abschluss zu fehlerhaft, was eine Doppelchance durch Björn Zintel aus freier Position symbolisch unterstrich (37.).
So pendelte sich der Abstand in den nächsten Minuten bei fünf Toren ein – Leipzig verwaltete geschickt, geriet aber sieben Minuten vor dem Ende doch noch einmal unter Druck, als Savvas Savvas zum 27:29 verkürzte.
Näher kam der Absteiger in der Folge nicht mehr heran. Weil vorne ein paar wichtige Bälle liegen gelassen wurden und auf der anderen Seite Leipzig wieder konsequenter abschloss.
Der stimmungsvollen Verabschiedung der scheidenden Akteur im Anschluss tat das keinen Abbruch. Zunächst wurden die aktuellen Meistermannschaften des Vereins geehrt, danach Noah Moussa (Würzburg Wölfe) und Lars Kooij (TV Emsdetten) aus dem erweiterten Profikader und anschließend Mait Patrail (Ziel unbekannt), Benjamin Meschke (Pfadi Winterthur), Tim Wieling (TuS N.-Lübbecke), Jan Pretzewofsky (TSG Altenhagen-Heepen) und Torwart Vladimir Bozic (Karriereende) verabschiedet. Ebenso seinen letzten Einsatz an der ASV-Bank hatte Co-Trainer Christof Reichenberger.