Einst wie Mafia verfolgt
Vom Gejagten zum Partner: Das neue Verhältnis zwischen FIFA und FBI
Die FIFA stand einst vor dem Abgrund, das FBI ging konsequent gegen korrupte Funktionäre vor. Doch das Verhältnis hat sich nun gewandelt.
Zürich – FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich mit US-Generalstaatsanwältin Pamela Bondi und FBI-Direktor Kash Patel zu Gesprächen in Miami getroffen. Das war zuletzt für viele Beobachter nur eine Nachricht am Rande
Schließlich beginnt die Weltmeisterschaft in den USA erst im Juni 2026, dazu sind erste Vorbereitungen für die Sicherheit beim größten Sportereignis der Welt obligatorisch. Hinzu kommt die FIFA Klub-WM, die am 14. Juni unter anderem mit den Teams FC Bayern und Borussia Dortmund startet.
Doch dieses Treffen hat eine enorme Bedeutung, vor allem, wenn man zehn Jahre zurückblickt.
27. Mai 2015: Funktionäre der FIFA werden verhaftet
Am 27. Mai 2015, einen Tag vor dem Kongress des Weltverbands, ereignete sich ein unvergessenes Schauspiel. Im Zürcher Hotel „Baur au Lac“ wurden in den frühen Morgenstunden mehrere hochrangige FIFA-Funktionäre festgenommen. Die Bilder der Verhaftungen gingen um die Welt. Das FBI ermittelte wegen Korruption, Geldwäsche und Betrug.
Auch die Zentrale der FIFA wurde durchsucht. In den Wochen danach folgten noch zahlreiche Anklagen wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen und ähnlicher Vergehen. Die FIFA stand vor dem kompletten Zusammenbruch.
Die Amerikaner standen auch kurz davor, das RICO-Verfahren anzuwenden. Ein Gesetz, um vor allem gegen Mafia- und Drogenbosse vorzugehen. Es wäre wohl das Ende für den Weltverband gewesen.
Die FIFA war ihrer Auflösung nahe – Infantino als Retter
Doch dann schlug die Stunde des Gianni Infantino. Der europäische Fußballverband UEFA entsandte ihn erst als Interimspräsident Richtung FIFA, 2016 gewann Infantino dann die reguläre Wahl.
Der Italo-Schweizer versprach den Behörden Transparenz und Aufklärung. Auch stellte er die FIFA in mehreren Bereichen breiter auf und ließ mehr Kontrollsysteme zu. Einige Entscheidungen bleiben zwar in seiner Ära umstritten wie die Vergabe der WM 2034 nach Saudi-Arabien, doch unter Infantino verbucht der Weltverband bislang keine Skandale.
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Auch erstritt die FIFA Erfolge vor Gericht: Sie gilt juristisch als „geschädigte Partei“ im Skandal von 2015. Mehr als 200 Millionen US-Dollar an Entschädigungen wurden ihr durch US-Gerichte zugesprochen – eine Summe, die das Ausmaß des damaligen Schadens dokumentiert.
Bei zahlreichen Fußball-Funktionären auf der ganzen Welt genießt Infantino deshalb Wertschätzung. Der 55-Jährige hat das globale Fußballnetzwerk aufrechterhalten und das Modell FIFA saniert.
Besonders in der FIFA-Zentrale wurde die Nachricht positiv registriert. Denn das Treffen zwischen FIFA und FBI bedeutet auch: Vom einstigen Ermittlungsobjekt ist man wieder zu einem seriösen Akteur geworden, der alles für einen sicherheitstechnisch reibungsfreien Ablauf bei der WM 2026 unternehmen wird.
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