Interview vor dem Halbfinale
Neuer: "Wir brauchen einen guten Schiedsrichter"
Santo Andre - Manuel Neuer spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über Team-Stimmung, das Turnier der Torhüter und Gefühle beim möglichen Elfmeterschießen.
Verlässlich in der Vorrunde, bestechend in Achtel- und Viertelfinale gegen Algerien und Frankreich – es ist die WM von Manuel Neuer. Der Torhüter, 28, erzählt, wie er das Halbfinale heute gegen Brasilien angeht.
Manuel Neuer: Natürlich hab ich das mitgekriegt, weil mir viele aus dem Freundeskreis die Dinge zuschicken. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht so viel lese. Ich recherchiere auch nicht alles im Internet nach wie Thomas Müller zum Beispiel, um überall mitreden zu können.
Manuel Neuer: Zunächst mal freue ich mich gerade auf solche Spiele. Das ist etwas ganz Besonderes, gegen den Gastgeber, gegen Brasilien in einem Halbfinale zu spielen. Es wird eine grandiose Stimmung herrschen, denn jeder will ja, dass seine Mannschaft um den Titel spielt. Und ich freue mich darauf, ein neues Stadion kennenzulernen, ich freue mich, in Belo Horizonte neue Stadionpunkte zu sammeln.
Manuel Neuer: Ich habe meine Spielweise ja schon im Viertelfinale wieder dem Gegner angepasst, da war eher mein Torwartspiel gefragt, das ist oft situationsbedingt.
Manuel Neuer: Die Brasilianer spielen schon sehr aggressiv, und sie gehen in die Zweikämpfe. Ohne Neymar ist ihr Spiel nicht mit dem zu vergleichen, das sie mit ihm spielen. Er war der große Star, jetzt verteilt sich die Last auf mehrere Schultern, das Team wird der Star. So wie das bei den Franzosen war. Und so, wie es bei uns sowieso der Fall ist. Es wird wichtig sein, dass wir einen guten Schiedsrichter haben - wegen der Zweikämpfe und wegen der besonderen Atmosphäre. Ich glaube nicht, dass wir so eine Atmosphäre schon einmal erlebt haben.
Manuel Neuer: Natürlich hat er es verdient, dieses Spiel zu machen, er ist der wichtigste Spieler in diesem Land. In einem solchen Spiel sollen die Besten auf dem Platz stehen.
Manuel Neuer: Ich denke, dass sie eine tragende Rolle spielen. Wir haben hier viel mehr gute als negative Leistungen gesehen. Die Klasse ist im Vergleich zu 2010 gestiegen, auch die der kleineren Nationen.
Manuel Neuer: Eigentlich nicht, vielleicht nur in der Zeit zwischen der Verletzung und der ersten Kernspintomographie, das waren 48 Stunden. Als wir die Information hatten, war alles in Ordnung.
Manuel Neuer: Auf jeden Fall. Ich glaube, dass wir uns in dieser Hinsicht verbessert haben gegenüber 2010. Wenn man sich die Bank anschaut, wie jeder mithilft, mitgeht, dann merkt man das. Ich habe als Torhüter ja ein bisschen mehr Zeit als die anderen, mal rüberzuschauen. Aber man merkt es auch außerhalb des Platzes, bei den Reisen, beim Training im Campo. Hier herrscht eine positive Stimmung. Niemand ist beleidigt, wenn er nicht spielt, obwohl natürlich jeder dabei sein will. Alle ordnen sich dem großen Ziel unter.
Manuel Neuer: Die Ergebnisse geben den Mannschaften recht, es hat für kein Team Geschenke gegeben, jeder musste sich das Weiterkommen hart erarbeiten. Ich finde, dass alle ihre Viertelfinalspiele zurecht gewonnen haben.
Manuel Neuer: Ich sehe erst mal das nächste Training. Wenn man weiß, dass man gut drauf ist, dann muss man gut trainieren. Es gibt den alten Spruch: Wie man trainiert, so spielt man auch. Ich nehme das Training schon sehr ernst. Aber ich muss jetzt nicht in mich gehen oder so. Ich denke beim Mittagessen auch nicht an gelbe Trikots.
Manuel Neuer: Ich bereite mich vor jedem Spiel auf Gegner und Standardsituationen vor. Beim Elfmeterschießen kommt die Entscheidung dann immer von innen. Auch wenn Andy Köpke sagt, der hat siebenmal nach links geschossen, springe ich nach rechts, wenn das mein Gefühl ist.
Manuel Neuer: Das denke ich nicht, alle vier Halbfinalisten sind sehr gute Mannschaften. Es kommt auf die Tagesform an. 2010 und 2012 war sie nicht so gut, deshalb hoffen wir auf einen guten Tag. Vielleicht können wir uns in einen kleinen Lauf spielen. Aber das hoffen die anderen auch.
Interview: Günter Klein
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