Rolfes rechnet mit dem Abwehrchef

Nach Eskalation im Transferstreit: Leverkusen ohne Zweifel bei Tah

Der Transferstreit zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern um Jonathan Tah ist unter der Woche eskaliert. Der Abwehrchef wird aller Voraussicht nach bei der Werkself bleiben.

Leverkusen/München – Bayer Leverkusen hat am Samstag (17. August) die neue Saison mit einem Titel eingeleitet. Im DFL-Supercup gegen den VfB Stuttgart setzte sich die Werkself trotz langer Unterzahl nach Elfmeterschießen durch. Trainer Xabi Alonso hatte in seiner Startformation auf einige vermeintliche Stammkräfte verzichtet. Wer daraus bei Jonathan Tah ein Wechselindiz las, lag damit aber falsch.

Die Zukunft des Abwehrchefs ist längst zum Dauerthema geworden, mit dem FC Bayern ist ein regelrechter Transferstreit ausgebrochen. Eine persönliche Attacke von Geschäftsführer Fernando Carro auf den Münchner Sportvorstand Max Eberl sorgte unter der Woche für eine Eskalation. In Leverkusen gehen sie weiter fest davon aus, dass Tah die Saison beim Doublesieger verbringt.

Tah bei Leverkusen „emotional natürlich total verbunden“

„Jonathan ist hier und sehr fokussiert. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und emotional natürlich total verbunden mit jedem einzelnen Mitspieler, dem Trainer und den Fans“, sagte Sportchef Simon Rolfes nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Stuttgart. „Es gibt nichts, was mich daran zweifeln lässt, dass er bei uns bleibt.“

Jonathan Tah machte beim Supercup keinen unglücklichen Eindruck.

Klar ist dabei schon längst, dass Tah gerne zum FC Bayern wechseln möchte. Angeblich regte sich bei Carro der Ärger darüber, dass es eine Absprache mit den Münchnern gegeben habe, die den Wechsel des deutschen Nationalspielers abhängig vom Verkauf von Matthijs de Ligt an Manchester United machte. Allerdings hat Eberl eine solche Abmachung im Rahmen des DFB-Pokalspiels beim SSV Ulm deutlich dementiert.

Rolfes entspannt: „Viele Spieler waren schon weg, die immer noch bei uns sind“

Dass Tah überhaupt für einen Wechsel infrage kommt, ist derweil in erster Linie mit seiner Vertragssituation zu erklären. Leverkusen droht den Führungsspieler nach der Saison zum Nulltarif zu verlieren. Dieses Risiko wollen die Verantwortlichen aber offenbar eingehen. „Es wird viel spekuliert, viele Spieler waren dabei schon im April oder Mai weg, die immer noch bei uns sind“, formulierte Rolfes.

Im Vergleich zur überragenden Vorsaison hat Leverkusen mit Josip Stanišić nur einen Spieler aus dem erweiterten Stamm von Xabi Alonso verloren, der Abwehrallrounder ist nach einer Ausleihe zurück beim FC Bayern. Dafür sind mit Jeanuël Belocian, Aleix García und Martin Terrier drei Neuzugänge mit großen Ambitionen gekommen. Terrier fügte sich am Samstag mit einem Platzverweis allerdings denkbar schlecht ein.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ralf Treese/DeFodi Images

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