Bönener BVB-Fans auf der „Road to Wembley“

Bastian Schilling, Sebastian von Glahn, Sebastian Schlieper und Helge Dollenkamp halten die Fahne ihres Fanclubs „Generation Spielkultur Bönen“ schon seit Freitagnachmittag in London hoch.
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Bastian Schilling, Sebastian von Glahn, Sebastian Schlieper und Helge Dollenkamp halten die Fahne ihres Fanclubs „Generation Spielkultur Bönen“ schon seit Freitagnachmittag in London hoch.

BÖNEN/LONDON -
„London Calling“: Borussia Dortmund steht im Finale der Champions-League und die Bönener BVB-Fans machen sich mit, aber auch ohne Karte auf den Weg nach Wembley. Sie wollen vor Ort die Stimmung in der englischen Hauptstadt genießen, wenn erstmals zwei deutsche Klubs im Endspiel um die wichtigste Trophäe im Vereinsfußball stehen, und ihre Farben unterstützen, auch wenn die britischen Behörden den deutschen Anhänger schon vor dem Attentat auf einen Soldaten am Mittwoch von einer Reise auf die Insel abgeraten hatten.

Die Mitglieder des Bönener BVB-Fanclubs „Generation Spielkultur Bönen“ ließen sich davon nicht beirren. Bastian Schilling, Sebastian von Glahn, Sebastian Schlieper und Helge Dollenkamp haben sich, die Fahne im Gepäck, schon am Freitagmorgen nach London aufgemacht. Um 3 Uhr ging es „mit zwei Kannen Kaffee und der üblichen Verpflegung eines Fußball-Fans“, so der 2. Vorsitzende Schlieper, los, um im französischen Calais die Fähre zu erwischen. Gegen 13 Uhr hatte das Quartett dann das Hostel im Zielort erreicht. Der mittlerweile auf 50 Mitglieder angewachsene Fanclub verfolgt das Finale übrigens ziemlich zersplittert. Einige wie Kassierer Eckhard Wilke haben Karten fürs Stadion, viele bleiben aber hier, einige sind gar auf einer Hochzeit und müssen sich auf der Feier nach einem Fernseher umsehen.

Gleich einen ganzen Bus mit Reiseziel London hat Marian Herbst gechartert. Gestern war um 22 Uhr Treffpunkt an der Piano-Bar. Wirt Peter Helmig ist einer der rund 50 Personen zwischen 19 und 59 Jahren, die nach London fahren. Knapp die Hälfte hat Eintrittskarten. Die anderen haben sich extra einen Pub gemietet, wollen sich dort mit befreundeten Anhängern von Celtic Glasgow treffen, ein Verein mit dem der BVB eine Fan-Freundschaft unterhält. Rund um Wembley sind die Kneipen aufgeteilt, damit sich Dortmund- und Bayern-Fans. Westlich vom Stadion sind die Rot-Weißen, östlich die Schwarz-Gelben.

Im Besitz eines Tickets ist auch der 18-jährige Lukas Kunze. „Glückliche Umstände“, sagt er. Für den frischgebackenen Abiturienten und seinen Kumpel aus Dortmund war es beinahe schwieriger eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern. Bei einem Fanclub aus Aschaffenburg wurde er fündig, fuhr deshalb gestern Nacht nach Eschweiler, wo er aufgelesen wurde. Um 4 Uhr ging die Fähre, Ankunft in London war für etwa 8 Uhr geplant. Kunze will sich ein wenig in der Stadt umsehen, und dann früh ins Stadion, dass um 16.45 Uhr Ortszeit seine Tore öffnet. Der Bus fährt bereits um 23.30 Uhr ab Wembley wieder zurück. Bei einer Verlängerung wäre die Feier an Ort und Stelle also recht kurz. Für die beiden anderen Gruppen geht es mitten in der Nacht los.

Guter Dinge, dass ihr Verein am Ende die Hände am Henkelpott haben wird, sind übrigens die meisten BVB-Fans. „2:1“, tippt Schlieper. Auch Vielfahrer Herbst, der schon in Donezk, Malaga und Madrid war, rechnet mit einem BVB-Erfolg. Kunze schätzt die Chancen der Borussia auf „40 Prozent. Aber ich bleibe optimistisch“. - bob

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