„Iran darf keine Atomwaffe besitzen“

Atomverhandlungen zwischen USA und Iran: „Kommen gut voran“ – weitere Gespräche geplant

In Rom haben die USA und der Iran über ein neues Atomabkommen verhandelt. Auf die vierstündige Sitzung sollen weitere Gespräche folgen.

Update vom 19. April, 16.57 Uhr: Nach der zweiten Runde der Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA haben sich beide Seiten auf weitere Gespräche verständigt. Es sei eine vierstündige Sitzung gewesen und „die Verhandlungen kommen gut voran“, sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi nach dem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in Rom. Am Mittwoch sollen die Verhandlungen demnach auf technischer Ebene fortgesetzt werden, am Samstag wollen sich die Diplomaten dann erneut im Oman treffen, wie Araghtschi der iranischen Nachrichtenagentur Isna zufolge sagte.

Zweite Runde der Atomverhandlungen zwischen USA und Iran

Erstmeldung: Teheran/Washington – Die Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran gehen in die zweite Runde. Bereits im Vorfeld gibt es kritische Stimmen, die vor den möglichen Folgen für den Nahen Osten warnen. Angesichts der Gespräche über ein mögliches Atomabkommen mit dem Iran zeichnete Israels Verteidigungsminister Israel Katz erneut die rote Linie seines Landes: „Als ich Verteidigungsminister wurde, habe ich versprochen, zwei zentrale Ziele zu verfolgen: die Verhinderung iranischer Atomwaffen und den Sieg im Krieg“, schrieb der Politiker. Irans Außenminister Abbas Araghtchi dämpfte derweil seine Erwartungen an die Gespräche.

Atomverhandlung zwischen USA und Iran: Gespräche von Angriffen im Jemen überschattet

In Rom treffen sich Vertreter der USA und des Iran, um in indirekten Atomverhandlungen eine Lösung zu finden. Die US-Delegation wird erneut vom Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff geleitet. Außenminister Araghtchi führt das iranische Atomteam an. Nach Informationen der Tagesschau soll es auch erneut einen Vermittler geben: Badr al-Busaidi, Außenminister des Oman. Die Gespräche finden auf neutralem Boden statt: einem Gebäude der Botschaft des arabischen Staates Oman. Zuvor war Italiens Außenminister Antonio Tajani mit dem iranischen Außenminister zusammengekommen. 

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr. In Rom gehen die Atomverhandlungen zwischen Iran und USA in die nächste Runde. (Symbolbild)

Die Lage vor den Atomgesprächen war denkbar angespannt. Die USA haben einen schweren Angriff auf den von der Huthi-Miliz kontrollierten Ölhafen Ras Isa im Jemen verübt. Die Gruppierung gehört der sogenannten Achse des Widerstands an, die maßgeblich vom Iran gelenkt werden soll. Seit Jahren wird dem Iran vorgeworfen, nach Atomwaffen zu streben. In der Vergangenheit hatte es deshalb ein Atomabkommen gegeben. Aus ebendiesem waren die USA unter Donald Trump 2018 einseitig ausgestiegen. In der Folge hatte auch Teheran das Abkommen aufgegeben. Seit Trump als US-Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt ist, strebt er unter der Androhung von eskalierender Gewalt eine neue Vereinbarung an.

Vor Verhandlungen über Atomprogramm: Israel plante Angriff auf Teherans Atomanlagen

Wie angespannt die Lage im Nahen Osten weiterhin ist, zeigt auch ein Bericht der New York Times. Demnach hatten israelische Kräfte großangelegte Angriffe auf iranische Ziele geplant. Trump hatte den Plänen allerdings die Unterstützung der USA verweigert. Für die Angriffe auf iranische Nuklearanlagen seien mehrere Szenarien im Gespräch gewesen. Fast alle hätten die Unterstützung des US-Militärs erfordert – um Israel vor Vergeltungsmaßnahmen des Iran zu schützen, aber auch um den Erfolg der Pläne sicherzustellen. Schließlich sei ein Plan für einen Bombenangriff erarbeitet worden, der dem Bericht zufolge Anfang Mai beginnen und mehr als eine Woche dauern sollte.

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Angesichts des Atomprogramms des Iran herrscht weltweit die Sorge, dass Teheran Atomwaffen anstreben könnte. Dass nun mögliche Details zu israelischen Angriffsplänen offengelegt wurden, heizt den Diskurs weiter an. So schrieb Amit Segal einer der bekanntesten Journalisten Israels, laut Spiegel, dass der Bericht von Vertretern der Regierung bereits als „schwerwiegendsten Leak in der Geschichte Israels“ angesehen wird.

Atomverhandlungen mit den USA: Iran äußerte bereits „ernste Zweifel“

Mit Blick auf die Atomverhandlungen hat Irans Außenminister Araghtchi am Freitag die Absichten der USA infrage gestellt. „Obwohl wir ernste Zweifel an den Absichten und Motivationen der amerikanischen Seite haben, werden wir auf jeden Fall an den morgigen Verhandlungen teilnehmen.“ Inwieweit die Gespräche über ein mögliches Atomabkommen nach dem zweiten Treffen abgeschlossen sein werden, ist bislang unklar.

Für Israel steht derweil allerdings viel auf dem Spiel: Mit Blick auf die Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA erklärte Katz am Freitag, er und Benjamin Netanjahu seien gemeinsam mit allen Parteien entschlossen, eine klare Linie zu verfolgen, die den Iran daran hindere, Atomwaffen zu bekommen. „Wir werden keine Drohungen der Vernichtung des Staates Israel dulden.“ Auch Donald Trump unterstrich gegenüber Reportern im Weißen Haus die klare Haltung der USA: „Der Iran darf keine Atomwaffe besitzen. Wenn der Iran eine Atomwaffe hätte, wärt ihr alle sehr unglücklich, denn euer Leben wäre in großer Gefahr.“ (fbu/dpa)

Rubriklistenbild: © ABEDIN TAHERKENAREH/epa/dpa

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