Bald auch Europa dran?

„Zerstören die Weltordnung“: Ukrainischer Ex-Befehlshaber holt zum Schlag gegen Trump aus

Die USA haben die Militärhilfe für die Ukraine eingestellt. Fatal für das Land, das sich seit drei Jahren gegen Russland wehren muss. Schlägt sich Trump auf die falsche Seite?

London – Mit dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat sich auf der politischen Weltbühne einiges bewegt. Zu dem bilateralen Abkommen über die natürlichen Ressourcen der Ukraine ist es nicht gekommen, woraufhin Trump sämtliche US-Militärhilfe und den Austausch geheimdienstlicher Informationen mit der Ukraine einstellte. Valerii Zaluzhnyi, ehemaliger Oberbefehlshaber der Ukraine und derzeitiger Botschafter in Großbritannien, geht davon aus, dass Trump damit die Weltordnung zerstört habe.

In seiner Rede am 6. März bei der Konferenz für Sicherheit und Verteidigung im Chatham House in London erklärte Zaluzhnyi, dass Trump mit seinem Handeln die Einheit „der gesamten westlichen Welt“ infrage gestellt hätte. Er warnte, dass Washington nun versuche, Sicherheitsfragen ohne die Beteiligung der USA nach Europa zu delegieren, was seiner Meinung nach das Ende der NATO in naher Zukunft bedeuten könnte.

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Europa beruft Sondertreffen für Ukrainehilfe ein: Zusammenhalt und klare Haltung

Viele Politikerinnen und Politiker sprachen bereits von einem Bruch der transatlantischen Beziehungen und betrachten die USA nicht mehr als Europas Verbündeten. Auf den Eklat im Weißen Haus reagierte Europa mit einem Sondertreffen. Am Sonntag, dem 2. März, trafen sich rund ein Dutzend europäische Staats- und Regierungschefs in London, um zu erörtern, wie sie die Ukraine weiterhin militärisch unterstützen können. Mit diesem Treffen bekräftigte Europa seinen Zusammenhalt und seine klare Haltung zur Situation in der Ukraine.

Das Ergebnis der Sitzung war, dass ein dauerhafter Frieden in der Ukraine nur gewährleistet werden könne, wenn die Souveränität und Sicherheit des Landes gewahrt bleiben und die Ukraine weiterhin in die Verhandlungen einbezogen wird – ein Aspekt, der unter Trump vermisst wurde, als er begann, direkt mit Putin zu verhandeln, ohne die Ukraine einzubeziehen. Das europäische Sondertreffen war daher besonders wichtig, da Trump am darauffolgenden Montag erklärte, die Militärhilfe für die Ukraine zu stoppen.

Donald Trump hat die US-Militärhilfe für die Ukraine eingestellt. Für Wladimir Putin wohl ein positiver Schritt (Archivbild/Szene vom G20-Gipfel in Hamburg 2017).

Russland und die „Achse des Bösen“: Bald auch USA dabei?

Zaluzhnyi erklärte in seiner Rede im Chatham House weiter, dass Europa das nächste Ziel Russlands sein könnte, da Moskau die Gelegenheit hatte, eine „Achse“ zu bilden: China, Russland, Iran und Nordkorea – auch bekannt als CRINK. Die beiden wichtigsten russischen Verbündeten, der Iran und Nordkorea, beliefern Russland mit Waffen. Nordkorea hat zudem über 10.000 Soldaten entsandt, um an der Seite der russischen Streitkräfte zu kämpfen. Aber nicht nur Russland und die „Achse des Bösen“ würden gerade versuchen, die Weltordnung zu verändern, sondern laut Zaluzhnyi seien nun auch die USA dabei, diese Ordnung endgültig zu zerstören. Werden die USA durch ihr Handeln auch bald Teil von CRINK sein? (lw)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/AP/dpa

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