Xi auf Südostasienreise
Wegen Trumps Zöllen: China umgarnt Nachbarländer – politische Anti-USA-Allianz?
Der chinesische Präsident hofft auf einer Reise nach Vietnam, Malaysia und Kambodscha Verbündete gegen Trumps Zickzackkurs zu finden.
Peking – Auch wenn der US-Präsident Donald Trump in seinem angezettelten Zollstreit bei den meisten Ländern, sogar gegenüber China, zurückgerudert ist, wappnet sich Peking gegen den unberechenbaren Zickzackkurs von Trump. Wie das Time Magazin berichtet, bricht der chinesische Präsident Xi am Montag (14. April) zu einer Reise nach Südostasien auf.
Xis einwöchige Tour soll ihn nach Vietnam, Malaysia und Kambodscha führen. Ziel der Reise sei es, engere Beziehungen zu den aufstrebenden Nationen Südostasiens zu knüpfen. Denn obwohl sich beispielsweise Vietnam in den letzten Jahren an die USA angenähert hat, wurde auch Hanoi Anfang April von Trump mit einem Zollsatz von 46 Prozent belegt. Damit zählte Vietnam zu den Ländern mit den höchsten Zollsätzen.
China und Vietnam: Handelspolitische Zusammenarbeit in den letzten Jahren stetig gestiegen
Die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit zwischen China und Vietnam hat sich in den letzten Jahren stetig entwickelt. China ist seit 2004 der größte Handelspartner Vietnams, und seit 2016 ist Vietnam der größte Handelspartner Chinas innerhalb des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN).
Das bilaterale Handelsvolumen hat vier Jahre in Folge 200 Milliarden US-Dollar überschritten und erreichte 2024 260,65 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, wie Daten des chinesischen Handelsministeriums zeigen.
Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen




Xi besuchte Vietnam zuletzt im Dezember 2023, als beide Seiten vereinbarten, eine chinesisch-vietnamesische Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft aufzubauen, die von strategischer Bedeutung ist und die bilateralen Beziehungen auf eine neue Stufe hebt.
Trotz Annäherung an USA: Trump verhängt gegen Kambodscha Zollsatz von 49 Prozent
Noch schlimmer von Trumps Handelskrieg sind aber Kambodscha mit einem Zollsatz von 49 Prozent und Laos mit 48 Prozent betroffen. Und auch wenn Trump wenige Stunden nach Inkrafttreten dieser höheren Zölle am Mittwoch vergangener Woche wieder zurückgerudert ist und eine „Pause“ für 90 Tage verkündete, der Mindestsatz von zehn Prozent bleibt bestehen. Länder wie Vietnam sollen die Pause nutzen, um auf Washington zuzugehen, so Trump.
Xi könnte nun den Handelsstreit mit den USA nutzen, um das Verhältnis zu Malaysia und Kambodscha zu verbessern. Denn China hat 2009 die Vereinigten Staaten als größten Handelspartner des ASEAN abgelöst. Seitdem haben jedoch mehrere Länder versucht, sich den Vereinigten Staaten anzunähern, weil sie befürchteten, dass sie zu abhängig von China werden könnten.
Laut dem Times Magazin hat sich insbesondere Vietnam zu einem alternativen Produktionszentrum für amerikanische Unternehmen, darunter Apple, entwickelt, während Kambodscha zu einem großen Exporteur von Textilien geworden ist, auch in die Vereinigten Staaten. Die Ausfuhren aus Kambodscha in die USA haben sich seit 2016 mehr als vervierfacht.
Wegen Druck von US-Tech-Unternehmen: Trump vollzieht weitere Kehrtwende im Zollstreit mit China
Trumps verhängte Zölle schaden aber nicht nur den Handelspartnern in Südostasien. Auch große US-Techkonzerne wie Apple leiden unter seinem Zollkrieg. Der Aufschrei nach seinen verhängten Zöllen in den USA war demnach groß. Ein möglicher Grund, warum Trump am Freitag (11. April) mit einer Behördenveröffentlichung die China-Zölle erheblich entschärft hat. Denn auf ausgenommene Produkte gilt jetzt ein Zoll von 20 statt 145 Prozent. Dazu zählen elektronische Geräte.
Zudem wurde für Lieferungen aus China die Zollbefreiung für kleinere Pakete mit einem Warenwert unter 800 Dollar abgeschafft. Von dieser Regelung profitieren vor allem die Online-Plattformen Shein und Temu. Den darauf fällig werdenden Zollsatz erhöhte der US-Präsident auf 90 Prozent (bg/dpa).
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