Reaktion auf Ukraine-Krieg

Wegen Russlands Angriffs: Nato-Nachbar kauft F-35-Kampfjets

Der Ukraine-Krieg und das Putin-geführte Russland führen in Europa zu Sorgenfalten. Ein Nato-Staat erweitert seine F-16-Kampfjets um F-35-Kampfjets.

Bukarest – Die Lage im Ukraine-Krieg beschäftigt Europa und die Welt. Und wirft in vielen Staaten die Frage auf, wie man sich gegen potenziellen militärischen Angriffen und Einschüchterungen Russlands erwehren kann. Rumänien hat sich nun entschieden, ordentlich Geld in die Hand zu nehmen und damit aufzurüsten. F-35-Kampfjets sollen F-16-Kampfjets ersetzen.

Das im Norden und in Ausläufern im Osten an die Ukraine grenzende Land sieht sich nämlich augenscheinlich von Russland bedroht. Seit dem Jahr 2004 ist Rumänien Nato-Mitglied, seit 2007 Teil der Europäischen Union. Schritte des Landes am Schwarzen Meer in Richtung Westen, die Russlands Machthaber Wladimir Putin nicht gefallen haben dürften.

Wegen Ukraine-Krieg: Nato-Land mustert F-16-Kampfjets aus – und investiert in F-35-Kampfjets

Am gestrigen Mittwoch (28. August) hat das rumänische Verteidigungsministerium nun einen Gesetzesentwurf „zur Erreichung der Einsatzfähigkeit der Luftverteidigung“ vorgelegt. Diese soll mit Tarnkappen-Mehrzweckflugzeugen der fünften Generation, F-35-Kampfjets aus US-amerikanischer Produktion, sichergestellt werden.

Wohl auch wegen des Ukraine-Kriegs sieht sich das ukrainische Nato-Nachbarland Rumänien dazu gezwungen, eine Rekordsumme in die Beschaffung von US-amerikanischen F-35-Kampfjets zu stecken. (Symbolfoto)

32 Stück will die rumänische Regierung in einer ersten Phase von den USA kaufen. Für eine Rekordsumme von satten 6,5 Milliarden US-Dollar. Die größte Investition des südosteuropäischen Landes seit der blutigen Revolution im Land vor 35 Jahren. Das Gesetz ist notwendig, damit mit der US-Regierung um Präsident Joe Biden vor der US-Wahl 2024 noch ein Vertrag ausgehandelt werden kann.

Ab 2034 will Rumänien nicht mehr auf F-16-Kampfjets setzen, wie der rumänische Nachrichtensender Digi24 berichtet. Dieser Kampfjet-Typ ist seit Kurzem im Ukraine-Krieg gegen Russland im Einsatz, nachdem westliche Staaten diese zur Selbstverteidigung gegen den Aggressor an Kiew geliefert hatten. Die Ausmusterung der F-16-Kampfjets in Rumänien soll demnach 2040 abgeschlossen sein. Das Land will wohl ab dem nächsten Jahr weitere F-35-Kampfjets kaufen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

F-35-Kampfjets für Nato-Land Rumänien lassen noch auf sich warten – F-16-Kampfjets noch gefordert

Doch auf die Ankunft der neuen Verteidigungswaffen muss man sich in Rumänien wahrscheinlich noch länger gedulden. Die ersten F-35-Kampfjets sollen erst nach dem Jahr 2030 im Land eintreffen. Bis dahin würde laut rumänischem Plan aber sowieso weiter auf die F-16-Kampfjets gesetzt.

Diese werden zuletzt immer häufiger für Abfangjagden mit russischen Flugzeugen oder auch bei Drohnen-Attacken benutzt, die im europäischen Luftraum ohne Kontakt und Anmeldung fliegen. Die F-35-Kampfjets dürften das gleiche Aufgaben-Portfolio übernehmen. (pls)

Rubriklistenbild: © Senior Airman Joseph Barron/U.S. Air Force via AP/dpa

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