Neue Attacken gemeldet

Verheerende Nadelstiche gegen Russlands Wirtschaft: Ukraine nimmt Putins Öl-Raffinerien ins Visier

Erneut hat es im Ukraine-Krieg Attacken auf Putins Wirtschaft gegeben. Kiew folgt dabei einem bewährten Muster: Gezielte Angriffe, statt flächendeckender Beschuss.

Kiew – Es ist ein Kampf zwischen David und Goliath. Seit Monaten folgen die aktuellen Nachrichten aus dem Ukraine-Krieg einem ähnlichen Muster: Tagtäglich greift die Armee von Wladimir Putin im Konflikt mit einem Großaufgebot Ziele in der Ukraine an. Die Zahl der Verletzten und Toten steigt unaufhörlich, die Zermürbungstaktik des Kreml zeigt unerbittlich seine Wirkung.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Doch kurz nach den russischen Attacken wird immer wieder bekannt, dass auch die Ukraine Erfolge verzeichnet. Immer wieder gelingt es den Truppen von Wolodymyr Selenskyj, mit gezielten Drohnenschlägen russische Öl-Raffinerien zu beschädigen. Auf den ersten Blick mögen diese Angriffe marginal wirken, doch auf Dauer entwickeln diese Nadelstiche eine verheerende Wirkung, die besonders Russlands Wirtschaft zu spüren bekommt. Nun gibt es neue Meldungen.

Ukraine mit Schlag gegen Russlands Wirtschaft: Drohnenangriff auf Öl-Raffinerien

In der Nacht zum 20. September hatte Russland die Ukraine im Krieg erneut mit schweren Angriffen überzogen. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge wurden drei Menschen dabei getötet und Dutzende verletzt. Moskaus Militär setzte demnach 40 Raketen und Marschflugkörper und etwa 580 Drohnen ein. Unter Beschuss standen demnach die Regionen Dnipropetrowsk, Mykolajiw, Tschernihiw und Saporischschja sowie Gemeinden in den Gebieten Poltawa, Kiew, Odessa, Sumy und Charkiw. 

Doch wenig später wurde bekannt, dass die Ukraine erneut erfolgreiche Schläge gegen Infrastrukturen von Russlands Wirtschaft verzeichnen kann. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine teilte mit, dass Truppen strategische Einrichtungen Russlands in den Oblasten Saratow und Samara angegriffen hätten. Dem Militärbericht zufolge haben Einheiten der ukrainischen Streitkräfte die Ölraffinerie in Saratow angegriffen. Diese Anlage macht 2,54 % der gesamten Ölraffinerie-Kapazität Russlands aus. Dort wurden in der Folge Explosionen und ein Großbrand gemeldet.

Wladimir Putins Wirtschaft gerät durch Drohnenattacken aus der Ukraine in Bedrängnis. (Archvbild)

Zuvor hatte Astra ebenfalls über den jüngsten Angriff im Ukraine-Krieg berichtet und sich auf russischsprachige Telegram-Kanäle berufen. Demnach meldeten Beobachter mehrere Explosionen. Zudem teilte die russische Luftverkehrsbehörde mit, dass es zu Beschränkungen für die Ladung und den Abflug von Flugzeugen in der Region kommt. Der Gouverneur der Oblast Saratow schrieb zudem, es bestehe die Gefahr eines Drohnenangriffs.

Putins Wirtschaft im Visier Kiews: Ukraine greift Öl-Raffinerien in Russland an

Auch in der Region Samara kam es in der Nacht zu Samstag zu Angriffen auf die russische Wirtschaft. Spezialeinheiten griffen eine Produktions- und Versandstation in der Oblast an. Laut Ukrainska Pravda wird in dieser Produktionsstation Rohöl mit hohem und niedrigem Schwefelgehalt aus verschiedenen Feldern zu der für den Export bestimmten Sorte Ural gemischt, die bis zu 50 Prozent der gesamten russischen Ölexporte ausmacht. Welches Ausmaß der Angriff hatte, ist bislang unklar.

Derweil ist die NATO wegen russischen Kampfjets in Aufruhr, die über Estland flogen. Der Ukraine-Krieg ist bereits seit längerem zu einem Drohnenkrieg geworden. Beide Seiten setzen bei ihren Angriffen auf die unbemannten Flugkörper, häufig mit verheerenden Erfolgen. Obwohl bereits seit Monaten um ein Ende des Ukraine-Kriegs gerungen wird, hatten sich die Attacken zuletzt intensiviert.

Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen verstärkt russische Raffinerien ins Visier genommen – und versucht, Putins wirtschaftliches Rückgrat zu zermürben. Mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft finanziert Moskau seinen seit dreieinhalb Jahren währenden Krieg gegen das Nachbarland. Für Russland sind die Auswirkungen dieser militärischen Strategie inzwischen spürbar: In bestimmten Regionen kommt es zu Benzinknappheit. (Quellen: Ukrainska Pravda, Astra, Tagesschau, dpa) (fbu)

Rubriklistenbild: © Valery Sharifulin/Imago

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