Neue Attacken gemeldet
Verheerende Nadelstiche gegen Russlands Wirtschaft: Ukraine nimmt Putins Öl-Raffinerien ins Visier
Erneut hat es im Ukraine-Krieg Attacken auf Putins Wirtschaft gegeben. Kiew folgt dabei einem bewährten Muster: Gezielte Angriffe, statt flächendeckender Beschuss.
Kiew – Es ist ein Kampf zwischen David und Goliath. Seit Monaten folgen die aktuellen Nachrichten aus dem Ukraine-Krieg einem ähnlichen Muster: Tagtäglich greift die Armee von Wladimir Putin im Konflikt mit einem Großaufgebot Ziele in der Ukraine an. Die Zahl der Verletzten und Toten steigt unaufhörlich, die Zermürbungstaktik des Kreml zeigt unerbittlich seine Wirkung.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Doch kurz nach den russischen Attacken wird immer wieder bekannt, dass auch die Ukraine Erfolge verzeichnet. Immer wieder gelingt es den Truppen von Wolodymyr Selenskyj, mit gezielten Drohnenschlägen russische Öl-Raffinerien zu beschädigen. Auf den ersten Blick mögen diese Angriffe marginal wirken, doch auf Dauer entwickeln diese Nadelstiche eine verheerende Wirkung, die besonders Russlands Wirtschaft zu spüren bekommt. Nun gibt es neue Meldungen.
Ukraine mit Schlag gegen Russlands Wirtschaft: Drohnenangriff auf Öl-Raffinerien
In der Nacht zum 20. September hatte Russland die Ukraine im Krieg erneut mit schweren Angriffen überzogen. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge wurden drei Menschen dabei getötet und Dutzende verletzt. Moskaus Militär setzte demnach 40 Raketen und Marschflugkörper und etwa 580 Drohnen ein. Unter Beschuss standen demnach die Regionen Dnipropetrowsk, Mykolajiw, Tschernihiw und Saporischschja sowie Gemeinden in den Gebieten Poltawa, Kiew, Odessa, Sumy und Charkiw.
Doch wenig später wurde bekannt, dass die Ukraine erneut erfolgreiche Schläge gegen Infrastrukturen von Russlands Wirtschaft verzeichnen kann. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine teilte mit, dass Truppen strategische Einrichtungen Russlands in den Oblasten Saratow und Samara angegriffen hätten. Dem Militärbericht zufolge haben Einheiten der ukrainischen Streitkräfte die Ölraffinerie in Saratow angegriffen. Diese Anlage macht 2,54 % der gesamten Ölraffinerie-Kapazität Russlands aus. Dort wurden in der Folge Explosionen und ein Großbrand gemeldet.
Zuvor hatte Astra ebenfalls über den jüngsten Angriff im Ukraine-Krieg berichtet und sich auf russischsprachige Telegram-Kanäle berufen. Demnach meldeten Beobachter mehrere Explosionen. Zudem teilte die russische Luftverkehrsbehörde mit, dass es zu Beschränkungen für die Ladung und den Abflug von Flugzeugen in der Region kommt. Der Gouverneur der Oblast Saratow schrieb zudem, es bestehe die Gefahr eines Drohnenangriffs.
Putins Wirtschaft im Visier Kiews: Ukraine greift Öl-Raffinerien in Russland an
Auch in der Region Samara kam es in der Nacht zu Samstag zu Angriffen auf die russische Wirtschaft. Spezialeinheiten griffen eine Produktions- und Versandstation in der Oblast an. Laut Ukrainska Pravda wird in dieser Produktionsstation Rohöl mit hohem und niedrigem Schwefelgehalt aus verschiedenen Feldern zu der für den Export bestimmten Sorte Ural gemischt, die bis zu 50 Prozent der gesamten russischen Ölexporte ausmacht. Welches Ausmaß der Angriff hatte, ist bislang unklar.
Derweil ist die NATO wegen russischen Kampfjets in Aufruhr, die über Estland flogen. Der Ukraine-Krieg ist bereits seit längerem zu einem Drohnenkrieg geworden. Beide Seiten setzen bei ihren Angriffen auf die unbemannten Flugkörper, häufig mit verheerenden Erfolgen. Obwohl bereits seit Monaten um ein Ende des Ukraine-Kriegs gerungen wird, hatten sich die Attacken zuletzt intensiviert.
Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen verstärkt russische Raffinerien ins Visier genommen – und versucht, Putins wirtschaftliches Rückgrat zu zermürben. Mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft finanziert Moskau seinen seit dreieinhalb Jahren währenden Krieg gegen das Nachbarland. Für Russland sind die Auswirkungen dieser militärischen Strategie inzwischen spürbar: In bestimmten Regionen kommt es zu Benzinknappheit. (Quellen: Ukrainska Pravda, Astra, Tagesschau, dpa) (fbu)
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