Trifft Biden die Schuld?

„Besiegt die Radikalen“: Trump lobt Polizei gegen „rasende Verrückte“ bei Columbia-Protesten

Trump lobt die Polizei für ihren Einsatz an der Columbia. Seine Meinung zu den Protesten ist klar. Die Lage um die US-Israel-Politik ist angespannt.

Waukesha – Bei einer Wahlkampf-Rede im US-Staat Wisconsin lobte der voraussichtliche Republikaner-Kandidat bei der US-Wahl, Donald Trump, die Polizei in New York. „Sie haben einen unglaublichen Job gemacht“, sagte er zu seinen Unterstützern. In der Nacht auf den 1. Mai nahm die Polizei insgesamt 300 Protestierende an der Columbia-University und dem City College von New York fest.

„New York wurde letzte Nacht belagert“, sagte Trump am Mittwoch (01. Mai). Er bezeichnete die Protestierenden, die unter anderem einen sofortigen Waffenstillstand fordern, als „rasende Verrückte und Hamas-Sympathisanten“. „Nach genau zwei Stunden war alles vorbei. Es war wunderschön mitanzusehen“, lobte der Republikaner weiter. In den letzten Wochen hatten sich studentische Proteste gegen die US-amerikanische Israel-Politik verbreitet. Zuletzt eskalierten sie zunehmend und auf studentische Barrikaden, Besetzungen und Zeltlager reagierten Polizei und Gegendemonstranten mit Gewalt.

Die NYPD stieg durch ein Fenster in das verbarrikadierte Universitätsgebäude ein.

Trump gibt Ausländern Schuld für Proteste an der Columbia Universität in den USA

„Wo kommen diese Menschen her? Ich kenne keine solchen Menschen“, warf Trump in seiner Rede auf. Wenige Sekunden zuvor hatte er sich die Frage bereits selbst beantwortet: „Viele von ihnen sind nicht mal Studenten, wisst ihr, und viele von ihnen kommen aus dem Ausland, wisst ihr. Tausende und Tausende sind aus dem Ausland.“ Bei den Protesten an der Columbia Universität handelt es sich um die größten studentischen Aktionen in den USA seit der „Black Lives Matter“-Bewegung im Jahr 2020. Die Studierenden kritisieren die große Zahl an zivilen Opfer im Krieg in Israel – nach Angaben der Hamas mehr als 34.000 Personen – seit dem Angriff der Hamas am siebten Oktober 2023.

„Ich sage, räumt die Lager sofort, besiegt die Radikalen und nehmt unsere Campusse zurück für alle normalen Studenten, die einen sicheren Ort zum Lernen wollen“, forderte Trump bei seiner Kampagnen-Rede. Schon zuvor hatten laut der Times of Israel einige Republikaner das sanfte Vorgehen der Universitäten kritisiert, da sie angeblich teils antisemitische Rhetorik und Belästigung ignorieren würden.

6. Januar 2021 - der Sturm aufs Kapitol in Bildern

Donald Trump bei seiner Rede am 6. Januar 2021 in Washington DC
Tausende Menschen finden sich am 6. Januar auf den Stufen des Kapitols in Washington DC ein
Ein Galgen, wohl für Mike Pence, ist vor den Stufen des Kapitols in Washington DC am 6. Januar zu sehen.
Der Maga-Mob prügelt sich am 6. Januar vor dem Kapitol in Washington DC mit der Polizei
6. Januar 2021 - der Sturm aufs Kapitol in Bildern

Letzte Woche verabschiedete der Senat der Columbia-Universität eine Resolution, in der es hieß, die Schulverwaltung habe die akademische Freiheit untergraben und die Rechte von Studierenden und Lehrkräften missachtet, indem sie die Proteste polizeilich niedergeschlagen habe. Nun bat die Columbia-Universität die Polizei laut der New York Times jedoch, mindestens bis zum 17. Mai, also bis nach der Schulanfangsfeier, auf dem Campus zu bleiben.

„Biden ist nirgendwo zu finden“: US-Präsident stark kritisiert wegen Protest

Schon zu dem Zeitpunkt versuchte Trump laut der Times of Israel die Schuld dem Präsidenten Joe Biden zuzuschieben: „Die radikalen Extremisten und linksextremen Hetzer terrorisieren die Universitäten, wie Sie vielleicht bemerkt haben“, sagte der Republikaner. „Und Biden ist nirgendwo zu finden. Er hat nichts gesagt.“

„Wir brauchen den Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sich zu diesem Thema äußert und sagt, dass dies falsch ist“, forderte auch der republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson am Dienstag (30. April) laut der Times of Israel. „Was jetzt auf dem Campus passiert, ist falsch.“ Auch von Seiten der jungen Generation wird Bidens Israel-Haltung kritisiert, jedoch aus einem anderen Blickwinkel.

Zuletzt verurteilte Biden am 22. April laut CBS News „antisemitische Proteste“ und „diejenigen, die nicht verstehen, was mit den Palästinensern los ist“. In einer Pressekonferenz am Mittwoch (01. Mai) kritisierte die Pressesekretärin der US-Regierung, Karine Jean-Pierre, Proteste, die nicht friedfertig sind oder bei denen eine kleine Gruppe die „akademische Erfahrung“ der Studierenden stört. (lismah)

Rubriklistenbild: © KENA BETANCUR / AFP

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