Debatte um F-35
US-Kampfjets unter Beschuss: „Ganze Investition sinnlos“ – Laschet drängt auf EU-Lösung
Europa will in die Verteidigung zu investieren. CDU-Politiker Laschet schlägt eine gemeinsame Rüstungsproduktion vor, um eigene Kampfjets zu entwickeln.
Berlin – In Europa hat das Aufrüsten begonnen. Durch den Ukraine-Krieg sehen sich die EU-Staaten dazu gezwungen, mehr in ihre Verteidigung zu investieren. Nicht zuletzt haben die Drohungen der USA, die Nato-Staaten im Bündnisfall nicht zu verteidigen, die Lage intensiviert. Darauf will die EU mit einem 800 Milliarden-Euro-Paket reagieren. CDU-Politiker Armin Laschet betonte die Notwendigkeit, eine gemeinsame Rüstungsindustrie aufzubauen. Europa müsse in der Lage sein, eigene Kampfjets zu produzieren.
Kritik an US-Kampfjet F-35: Laschet fordert EU-Alternative
„Wir haben F-35-Kampfflugzeuge aus den USA gekauft. Wenn die Amerikaner sagen, wir stellen die im Einsatz nicht bereit, ist die ganze Investition sinnlos“, sagte Laschet der Funke Mediengruppe. Damit spielt Laschet auf die Vertragsdetails zwischen den USA und Deutschland an, die vor wenigen Tagen durchgesickert sind. Demnach beinhaltet die Abmachung eine Klausel, durch die die US-Regierung die Lieferung jederzeit stoppen kann, wenn etwa ein Krisenfall in den USA ausbricht.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




US-Präsident Donald Trump kann selbst einschätzen, wie genau so ein Fall definiert wird. Für Deutschland birgt dies ein Risiko. Laschet betonte zwar auch die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit den USA, doch Europa müsse in der Lage sein, ein eigenes Kampfflugzeug zu produzieren. Dafür sei eine eigene europäische Rüstungsindustrie notwendig.
Laschet fordert europäische Rüstungsindustrie – Debatte über F-35
Insgesamt 14 Nato-Staaten nutzen die US-amerikanischen Kampfflugzeuge. Neben der Vertragsklausel verbreitete der angebliche „Kill Switch“ der F-35-Kampfflugzeuge große Ungewissheit. Laut einem Bericht waren frühere Regierungsvertreter über einen Aus-Knopf in den Flugzeugen besorgt, der die Maschine aus der Ferne abschalten könne. Diese Art der Abschaltung hatte das Verteidigungsministerium allerdings dementiert. „Es gibt keine Möglichkeit, die F-35 aus der Ferne einfach abzuschalten. Das ist nicht zutreffend“, sagte ein Sprecher.
Aufrüstung in Europa: Laschet sieht Priorität bei Rüstungsindustrie
Das Verteidigungsministerium hält an der Bestellung der Kampfjets fest. Mit dem Sondervermögen der Bundeswehr werden 35 F-35-Kampfjets, Ersatzteile, Wartung und Munition im Wert von zehn Milliarden Euro erworben. Ab 2026 sollen die Kampfflugzeuge an die Luftwaffe ausgeliefert werden.
Mit Blick auf den Vorschlag, europäische Streitkräfte zur Absicherung einer möglichen Waffenruhe in der Ukraine zu entsenden, äußerte er sich zurückhaltend: „Im Moment fehlt mir die Fantasie, wie eine Friedenstruppe für die Ukraine ohne die Amerikaner aussehen soll.“ Eine europäische Armee wäre erst der Schlusspunkt. Im Vordergrund stehe zunächst eine gemeinsame Rüstungsindustrie. (vk/dpa)
Rubriklistenbild: © Fotomontage Harald Tittel/Christoph Reichwein/dpa
