Debatte um F-35

US-Kampfjets unter Beschuss: „Ganze Investition sinnlos“ – Laschet drängt auf EU-Lösung

Europa will in die Verteidigung zu investieren. CDU-Politiker Laschet schlägt eine gemeinsame Rüstungsproduktion vor, um eigene Kampfjets zu entwickeln.

Berlin – In Europa hat das Aufrüsten begonnen. Durch den Ukraine-Krieg sehen sich die EU-Staaten dazu gezwungen, mehr in ihre Verteidigung zu investieren. Nicht zuletzt haben die Drohungen der USA, die Nato-Staaten im Bündnisfall nicht zu verteidigen, die Lage intensiviert. Darauf will die EU mit einem 800 Milliarden-Euro-Paket reagieren. CDU-Politiker Armin Laschet betonte die Notwendigkeit, eine gemeinsame Rüstungsindustrie aufzubauen. Europa müsse in der Lage sein, eigene Kampfjets zu produzieren.

Kritik an US-Kampfjet F-35: Laschet fordert EU-Alternative

„Wir haben F-35-Kampfflugzeuge aus den USA gekauft. Wenn die Amerikaner sagen, wir stellen die im Einsatz nicht bereit, ist die ganze Investition sinnlos“, sagte Laschet der Funke Mediengruppe. Damit spielt Laschet auf die Vertragsdetails zwischen den USA und Deutschland an, die vor wenigen Tagen durchgesickert sind. Demnach beinhaltet die Abmachung eine Klausel, durch die die US-Regierung die Lieferung jederzeit stoppen kann, wenn etwa ein Krisenfall in den USA ausbricht.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

US-Präsident Donald Trump kann selbst einschätzen, wie genau so ein Fall definiert wird. Für Deutschland birgt dies ein Risiko. Laschet betonte zwar auch die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit den USA, doch Europa müsse in der Lage sein, ein eigenes Kampfflugzeug zu produzieren. Dafür sei eine eigene europäische Rüstungsindustrie notwendig.

Laschet fordert europäische Rüstungsindustrie – Debatte über F-35

Insgesamt 14 Nato-Staaten nutzen die US-amerikanischen Kampfflugzeuge. Neben der Vertragsklausel verbreitete der angebliche „Kill Switch“ der F-35-Kampfflugzeuge große Ungewissheit. Laut einem Bericht waren frühere Regierungsvertreter über einen Aus-Knopf in den Flugzeugen besorgt, der die Maschine aus der Ferne abschalten könne. Diese Art der Abschaltung hatte das Verteidigungsministerium allerdings dementiert. „Es gibt keine Möglichkeit, die F-35 aus der Ferne einfach abzuschalten. Das ist nicht zutreffend“, sagte ein Sprecher.

CDU-Politiker Armin Laschet betont die Dringlichkeit einer europäischen Rüstungsindustrie – auch um von den US-amerikanischen F-35-Kampfflugzeugen unabhängiger zu werden.

Aufrüstung in Europa: Laschet sieht Priorität bei Rüstungsindustrie

Das Verteidigungsministerium hält an der Bestellung der Kampfjets fest. Mit dem Sondervermögen der Bundeswehr werden 35 F-35-Kampfjets, Ersatzteile, Wartung und Munition im Wert von zehn Milliarden Euro erworben. Ab 2026 sollen die Kampfflugzeuge an die Luftwaffe ausgeliefert werden.

Mit Blick auf den Vorschlag, europäische Streitkräfte zur Absicherung einer möglichen Waffenruhe in der Ukraine zu entsenden, äußerte er sich zurückhaltend: „Im Moment fehlt mir die Fantasie, wie eine Friedenstruppe für die Ukraine ohne die Amerikaner aussehen soll.“ Eine europäische Armee wäre erst der Schlusspunkt. Im Vordergrund stehe zunächst eine gemeinsame Rüstungsindustrie. (vk/dpa)

Rubriklistenbild: © Fotomontage Harald Tittel/Christoph Reichwein/dpa

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