Drohnen aus türkischer Produktion

Wandel im Ukraine-Krieg: Die einst gefürchteten Bayraktar-Drohnen sind in Kiew nicht länger gefragt

Die türkische Kampfdrohne Bayraktar TB2
: Russland soll nun offenbar Interesse an der Drohne zeigen. Ein Treffen zwischen Erdogan und Putin ist geplant
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Die türkische Kampfdrohne Bayraktar TB2 war für Kiew im Ukraine-Krieg lange ein Erfolgsgarant. (Archivbild).

Die Ukraine verdankt den Drohnen des türkischen Herstellers Bayraktar viele Erfolge. Doch ihre Zeit scheint vorbei. Kiew setzt jetzt auf eigene Drohnen.

Kiew – Drohnen gehören zu den wichtigsten Waffen im Ukraine-Krieg. Für Kiew waren dabei zu Kriegsbeginn vor allem die Drohnen des türkischen Herstellers Baykar enorm wichtig. Allerdings hat sich Russland mit zunehmender Kriegsdauer deutlich besser auf die Angriffe der Drohnen mit der Bezeichnung Bayraktar TB2 einstellen können. Aus diesem Grund haben sie im Krieg zuletzt immer mehr an Bedeutung verloren.

In einem Interview mit Defense News machte Oberst Wolodymyr Waliukh deutlich, warum es der Ukraine zusehends schwerer fällt, die Drohnen effektiv auf dem Schlachtfeld einzusetzen. „Für die TB2 möchte ich nicht das Wort nutzlos verwenden, aber es ist schwierig, Situationen zu finden, in denen man sie verwenden kann“, sagte der Kommandeur des Verteidigungsgeheimdienstes der Ukraine. Grund dafür sei, dass die russische Seite die Luftverteidigung verstärkt habe. „Wir sind den TB2 sehr dankbar, aber zu Beginn des Krieges waren sie häufiger im Einsatz und schlugen häufiger ein“, sagte Waliukh.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Bayraktar-Drohnen TB2 gehen im Ukraine-Krieg wieder ihrer Kernaufgabe nach

Haluk Bayraktar bestätigte gegenüber Defense News, dass die türkischen Drohnen im Ukraine-Krieg andere Aufgaben übernehmen als noch zu Beginn: „Derzeit werden die Bayraktar TB2 hauptsächlich für tägliche Flüge zur Verfolgung von Zielen eingesetzt, die genauso wertvoll sein können wie Angriffe“, sagte der Baykar-Geschäftsführer.

Laut dem in Großbritannien ansässigen Drohnenexperten Steve Wright wurden die Bayraktar-Drohnen und ähnliche Modelle hauptsächlich zur Beobachtung und Steuerung anderer Angriffswaffen entwickelt. Die Modifikation der Drohnen, um Angriffsfähigkeiten hinzuzufügen, habe der Ukraine „einige frühe Siege“ in einem Luftraum beschert, der noch nicht über ernsthafte Luftverteidigungsfähigkeiten verfügte, sagte er gegenüber dem US-Nachrichtenmagazin Newsweek. Jetzt hätten die russischen Streitkräfte ihre Schwächen erkannt, sodass die Bayraktar-Drohnen wieder ihrer „weniger glamourösen Kernaufgabe“ nachgehen müssten, so Wright.

Kiew setzt im Ukraine-Krieg auf Drohnen aus eigener Produktion

Die Bayrakter TB 2 ist allerdings nur ein Modell im riesigen Drohnenbestand der Ukraine. So hat Kiew seine Produktion nach Angaben von Ministerpräsident Denys Schmyhal im vergangenen Jahr verhundertfacht. Allein 200 Firmen seien in die Entwicklung neuer Drohnen eingestiegen, sagte er Anfang Oktober in einer Fragestunde des Parlaments. „Jetzt ist der Weg der Drohne von der Entwicklung bis zum Kauf so kurz wie möglich.“ Die ukrainische Verteidigungsindustrie habe ihr Vorgehen geändert, der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom sei modernisiert worden.

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Seit Kriegsbeginn des Kriegs führen die Ukraine und Russland einen erbitterten Drohnenkrieg. Über dem Gefechtsfeld lassen beide Seiten kleine Aufklärungs- und Angriffsdrohnen fliegen, sodass keine Bewegung unbemerkt bleibt. Drohnenangriffe bis nach Moskau in den vergangenen Monaten zeigen, dass die Ukraine Fluggeräte mit höherer Reichweite baut, auch wenn die mitgeführte Sprengstofflast noch klein ist. (cs)

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