Drohnen aus türkischer Produktion
Wandel im Ukraine-Krieg: Die einst gefürchteten Bayraktar-Drohnen sind in Kiew nicht länger gefragt
Die Ukraine verdankt den Drohnen des türkischen Herstellers Bayraktar viele Erfolge. Doch ihre Zeit scheint vorbei. Kiew setzt jetzt auf eigene Drohnen.
Kiew – Drohnen gehören zu den wichtigsten Waffen im Ukraine-Krieg. Für Kiew waren dabei zu Kriegsbeginn vor allem die Drohnen des türkischen Herstellers Baykar enorm wichtig. Allerdings hat sich Russland mit zunehmender Kriegsdauer deutlich besser auf die Angriffe der Drohnen mit der Bezeichnung Bayraktar TB2 einstellen können. Aus diesem Grund haben sie im Krieg zuletzt immer mehr an Bedeutung verloren.
In einem Interview mit Defense News machte Oberst Wolodymyr Waliukh deutlich, warum es der Ukraine zusehends schwerer fällt, die Drohnen effektiv auf dem Schlachtfeld einzusetzen. „Für die TB2 möchte ich nicht das Wort nutzlos verwenden, aber es ist schwierig, Situationen zu finden, in denen man sie verwenden kann“, sagte der Kommandeur des Verteidigungsgeheimdienstes der Ukraine. Grund dafür sei, dass die russische Seite die Luftverteidigung verstärkt habe. „Wir sind den TB2 sehr dankbar, aber zu Beginn des Krieges waren sie häufiger im Einsatz und schlugen häufiger ein“, sagte Waliukh.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Bayraktar-Drohnen TB2 gehen im Ukraine-Krieg wieder ihrer Kernaufgabe nach
Haluk Bayraktar bestätigte gegenüber Defense News, dass die türkischen Drohnen im Ukraine-Krieg andere Aufgaben übernehmen als noch zu Beginn: „Derzeit werden die Bayraktar TB2 hauptsächlich für tägliche Flüge zur Verfolgung von Zielen eingesetzt, die genauso wertvoll sein können wie Angriffe“, sagte der Baykar-Geschäftsführer.
Laut dem in Großbritannien ansässigen Drohnenexperten Steve Wright wurden die Bayraktar-Drohnen und ähnliche Modelle hauptsächlich zur Beobachtung und Steuerung anderer Angriffswaffen entwickelt. Die Modifikation der Drohnen, um Angriffsfähigkeiten hinzuzufügen, habe der Ukraine „einige frühe Siege“ in einem Luftraum beschert, der noch nicht über ernsthafte Luftverteidigungsfähigkeiten verfügte, sagte er gegenüber dem US-Nachrichtenmagazin Newsweek. Jetzt hätten die russischen Streitkräfte ihre Schwächen erkannt, sodass die Bayraktar-Drohnen wieder ihrer „weniger glamourösen Kernaufgabe“ nachgehen müssten, so Wright.
Kiew setzt im Ukraine-Krieg auf Drohnen aus eigener Produktion
Die Bayrakter TB 2 ist allerdings nur ein Modell im riesigen Drohnenbestand der Ukraine. So hat Kiew seine Produktion nach Angaben von Ministerpräsident Denys Schmyhal im vergangenen Jahr verhundertfacht. Allein 200 Firmen seien in die Entwicklung neuer Drohnen eingestiegen, sagte er Anfang Oktober in einer Fragestunde des Parlaments. „Jetzt ist der Weg der Drohne von der Entwicklung bis zum Kauf so kurz wie möglich.“ Die ukrainische Verteidigungsindustrie habe ihr Vorgehen geändert, der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom sei modernisiert worden.
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Seit Kriegsbeginn des Kriegs führen die Ukraine und Russland einen erbitterten Drohnenkrieg. Über dem Gefechtsfeld lassen beide Seiten kleine Aufklärungs- und Angriffsdrohnen fliegen, sodass keine Bewegung unbemerkt bleibt. Drohnenangriffe bis nach Moskau in den vergangenen Monaten zeigen, dass die Ukraine Fluggeräte mit höherer Reichweite baut, auch wenn die mitgeführte Sprengstofflast noch klein ist. (cs)