„Auf eigenen Wunsch“

Ukraine-Krieg: Sonderbeauftragter von Putin tritt zurück - und verlässt Russland

Russlands Präsident Wladimir Putin und Anatoli Tschubais während einem Meeting. (Archibild)
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Russlands Präsident Wladimir Putin und Anatoli Tschubais während einem Meeting im Jahr 2016. (Archivbild)

Im Ukraine-Krieg tritt plötzlich Kreml-Sonderbeauftragter Anatoli Tschubais zurück. Er verließ Russland in Richtung Türkei. Kremlsprecher Peskow äußerte sich.

Moskau/München - Massive Zerstörung, etliche Tote, die Flucht von Millionen Menschen: Der eskalierte Ukraine-Konflikt* zieht grausame Folgen nach sich. Am Dienstag (23. März) konnten russische Truppen nahe Kiew wohl umzingelt werden. Indes hat mit Anatoli Tschubais, der Sonderbeauftragte von Wladimir Putin für Beziehungen zu internationalen Organisationen, Russland verlassen. Er ist die zunächst hochrangigste Persönlichkeit des Landes, die seit dem Einmarsch in die Ukraine vor rund einem Monat von ihrem Posten zurückgetreten ist.

Ukraine-Krieg: Sonderbeauftragter von Wladimir Putin tritt zurück und verlässt plötzlich Russland

Den Rücktritt bestätigte ein Sprecher des früheren Spitzenpolitikers Tschubais, der stets zum liberalen Lager gerechnet wurde, am Mittwoch in Moskau. Zuvor hatte das US-Nachrichtenportal Bloomberg und die Nachrichtenagentur Reuter unter Bezugnahme auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person davon berichtet. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte: „Tschubais ist auf eigenen Wunsch zurückgetreten.“

Der Rücktritt des 66-Jährigen soll nach Medienberichten in Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine* stehen. Von seinem Sprecher gab es dazu keinen Kommentar. Nach einem Bericht der Tageszeitung RBK will Tschubais zusammen mit seiner Frau in die Türkei ausreisen. Dies sei Tschubais „persönliche Sache“, sagte Peskow der Agentur Interfax. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters ließ Tschubais unbeantwortet.

Tschubais verlässt Putin - Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gehen weiter

Tschubais hatte das Amt als Sonderbeauftragter von Wladimir Putin* im Dezember 2020 übernommen. Unter dem früheren Staatschef Boris Jelzin hatte Tschubais als Vize-Regierungschef und Leiter der Präsidialverwaltung die Privatisierung der Wirtschaft mit vorangetrieben. Später leitete er jahrelang wichtige Unternehmen.

Indes setzten sich die Verhandlungen im Ukraine-Krieg fort. Die Nato will ihre Truppen im Osten verdoppeln und sieht „himmelschreiende Lügen“ aus China. (mbr mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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