Sicherheitslücke in den USA
Hillary Clinton macht sich wegen Signal-Chat über Trump und Hegseth lustig
Der Signal-Fauxpas erschüttert weiterhin die USA. Hillary Clinton, einst auch wegen Sicherheitsleaks in der Kritik, schießt nun gegen die Trump-Regierung.
USA -Hillary Clinton kennt sich aus mit Datenleaks – und das nicht nur aus eigener Erfahrung. Ihre E-Mail-Affäre war ein zentrales Wahlkampfthema, das Donald Trump 2016 geschickt gegen sie ausspielte. Doch jetzt, Jahre später, hat Clinton ihre Revanche gefunden. Der Signal-Chat-Leak, der die Trump-Regierung erschüttert, bietet ihr eine perfekte Gelegenheit, die Heuchelei und Inkompetenz der politischen Gegner in den Fokus zu rücken.
Denn während sie jahrelang für die Nutzung eines privaten E-Mail-Servers in ihrer Amtszeit als Außenministerin gegeißelt wurde, lässt sie nun keinen Zweifel daran, dass die Heuchelei der Trump-Beamten nicht nur offensichtlich, sondern auch gefährlich ist. „Die Arroganz und Inkompetenz gefährden das Leben unserer Soldaten“, so Clinton gegenüber der Zeitschrift Glamour in einer scharfen Replik auf die jüngsten Enthüllungen.
Signal-Chat-Skandal: Journalist ließ mit während Politiker Angriff planen
Der Auslöser für die Debatte war ein am Montag (24. März) veröffentlichter Artikel der US-Zeitschrift The Atlantic, der enthüllte, dass deren Chefredakteur Jeffrey Goldberg versehentlich zu einer Signal-Chatgruppe hinzugefügt wurde, die vertrauliche militärische Details behandelte. In dieser Gruppe, die ungesichert war, wurden unter anderem Pläne für einen Angriff auf die Huthis diskutiert. Darunter befanden sich auch hochrangige Vertreter wie der US-Vizepräsident J.D. Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth – beide bleiben bislang von Konsequenzen verschont.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten




Die Verantwortung für diese peinliche Panne wird dem Nationalen Sicherheitsberater Michael Waltz zugeschrieben. Waltz hatte Goldberg in die Gruppe eingeladen, ohne zu wissen, wer dieser war. Der Journalist konnte so ungehindert alle vertraulichen Gespräche mitlesen, was den Sicherheitsvorfall auslöste. Waltz selbst erklärte, dass er Goldbergs Nummer fälschlicherweise mit einer anderen Kontaktperson verwechselt habe, und bezeichnete den Vorfall als „peinlich“.
Clinton Reaktion auf Signal-Leak: „You have got to be kidding me“
Hillary Clinton nutzt den Signal-Chat-Leak-Skandal, um weiter scharf gegen die Trump-Regierung zu schießen. 2016 hatte der damalige Moderator von Fox News, Pete Hegseth, Hillary vorgeworfen, „rücksichtslos“ mit Informationen umzugehen, und betont, dass „jeder Sicherheitsprofi, sei es im Militär, der Regierung oder anderswo, für dieses Verhalten sofort gefeuert und strafrechtlich verfolgt worden wäre“.
Doch nun stellt sich heraus, dass Hegseth, der ebenfalls Teil der Signal-Chatgruppe war, genaue Zeitpunkte von Militäraktionen preisgab, was die Sicherheit von US-Truppen gefährdete. Auf den Skandal reagierte Clinton am Montag auf X (ehemals Twitter) mit den Worten: „You have got to be kidding me“ – zu deutsch: „Ihr wollt mich wohl veräppeln?“ – begleitet von einem Side-Eye-Emoji.
Rubriklistenbild: © J. Scott Applewhite/AP/dpa
