Befehl aus dem Weißen Haus

Trump ordnet an: Militär soll Drogenkartelle bekämpfen – auch außerhalb der USA

Donald Trump beauftragt die US-Streitkräfte, im Ausland lateinamerikanische Drogenkartelle zu bekämpfen. Die Droge Fentanyl steht dabei im Fokus.

Washington – US-Präsident Donald Trump steht unter Druck. Im Ukraine-Krieg hat der Republikaner keine Fortschritte hinsichtlich eines Waffenstillstands erzielt. Während Trump in den USA im Umfragetief ist, wollen die Spanier keine F-35-Kampfjets mehr. Und mit Indien liegt Trump wegen seiner Strafzölle im Clinch. Dennoch zieht er seinen Politikstil durch. Auch die nächste Entscheidung aus dem Weißen Haus sorgt nun für Aufsehen.

Präsident Donald Trump will Spezialeinheiten der US-Marine gegen internationale Drogenkartelle einsetzen. (Symbolfoto)

Wie die New York Times (NYT) berichtet, hat der US-Präsident „heimlich“ eine Anweisung an das Pentagon unterzeichnet, militärische Gewalt gegen jene lateinamerikanischen Drogenkartelle anzuwenden, die von seiner Regierung als Terrororganisationen eingestuft werden. Dies hätten Personen erklärt, die mit der Angelegenheit vertraut sind, heißt es in dem Bericht. Eigentlich ist die Strafverfolgung von Drogenbanden in den Vereinigten Staaten Aufgabe von Polizeibehörden und Justiz.

Mithilfe der US-Streitkräfte: Donald Trump will illegalen Drogen-Import eindämmen

Doch: Trump will zum Beispiel Spezialeinheiten der US-Marine wohl explizit außerhalb der USA im Ausland gegen die Kartelle vorgehen lassen. Etwa zur See, schreibt die NYT, aber auch auf ausländischem Boden. Die Tageszeitung schreibt von einer „eskalierenden Kampagne der Regierung gegen die Kartelle“. Besonders die Droge Fentanyl stehe dabei im Fokus. Aber auch der unerlaubte Import anderer illegaler Drogen solle eingedämmt werden. Das Deutsche Ärzteblatt schreibt etwa von einer regelrechten „Drogenkrise“ in den USA.

2023 hatte die US-Behörde für Gesundheitskontrolle und Prävention (CDC) 76.000 Tote nach einer Überdosis des Opioids Fentanyl registriert. 2024 waren es Schätzungen zufolge 48.422 Todesfälle. Insgesamt stellte die CDC im vergangenen Jahr 80.391 Todesfälle nach einer Drogenüberdosis fest. Jetzt sollen die Kartelle, die die Drogen nach Nordamerika schmuggeln, offenbar auf eben jenen Schmugglerrouten und gegebenenfalls auch dort bekämpft werden, wo sie die Drogen anbauen. Um welche Länder Lateinamerikas es explizit geht, wird in dem Bericht nicht erwähnt.

Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht

Donald Trump als Moderator von The Apprentice, einer Reality-TV-Serie in den USA
Donald Trump und Ivana Trump in den späten 1980er Jahren.
Donald Trump und Marla Maples bei ihrer Hochzeit im Dezember 1993
Donald Trump und Melania Trump gemeinsam in New York
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht

USA kämpfen mit Drogen: Sehr viele Todesfälle zwischen Florida und Kalifornien gemeldet

Zwischen Florida im Osten und Kalifornien an der Westküste: Laut Deutschem Ärzteblatt sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten geschätzt rund eine Million US-Bürger an einer Drogenüberdosis gestorben. Jetzt hätten US-Militärbeamte damit begonnen, Optionen zu erarbeiten, wie die Streitkräfte gezielt gegen Kartelle kämpfen könnten, teilten laut NYT mit den Gesprächen vertraute Personen mit. Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) hatte Trump wiederholt die Nationalgarde sowie reguläre Soldaten der US Army an die südwestliche Grenze zu Mexiko geschickt.

Um die illegale Migration, aber auch den mutmaßlichen Import von Drogen über diese Route einzudämmen. So tat er es auch Anfang des Jahres nach seiner neuerlichen Amtsübernahme in Washington am 20. Januar 2025. Im Januar hatte Trump zudem eines seiner vielen Dekrete unterzeichnet, das das Außenministerium anwies, internationale Drogenkartelle als ausländische Terrororganisationen einzustufen. Mitte März hatte die US-Regierung dann unter sehr viel Aufsehen 238 mutmaßliche Mitglieder einer venezolanischen Bande aus den Vereinigten Staaten abgeschoben. (pm)

Rubriklistenbild: © Montage IPPEN.MEDIA / IMAGO / ZUMA Press Wire / MediaPunch

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare