US-Wahlkampf im Endspurt
Trump hetzt gegen Migranten: „Schlechte Gene“ – Weißes Haus kontert
Trump wettert in der US-Wahl wieder gegen Migranten und spricht von „schlechten Genen“. Seine Äußerungen stoßen auf Widerspruch eines Experten.
Washington, D. C. – Donald Trump hat erneut gegen Migranten gehetzt. „Wissen Sie, ein Mörder, das glaube ich, hat es in den Genen“, sagte der Präsidentschaftskandidat der Republikaner in einem Interview in der Hugh Hewitt Show der evangelikal-konservativ ausgerichteten Mediengruppe Salem. „Und wir haben im Moment eine Menge schlechter Gene in unserem Land.“
Immer wieder hat Trump in der Vergangenheit diskriminierende Hassrede eingesetzt, um seine Migrationspolitik zu untermauern. Obwohl eine Reihe von Studien zeigten, dass Migranten keine höhere Kriminalitätsrate als gebürtige US-Amerikaner haben, scheint dies vor der US-Wahl im November mittlerweile ein fester Teil seiner Rhetorik zu sein, um die US-Vizepräsidentin und Gegenkandidatin Kamala Harris anzugreifen. Trügerisch war in diesem Fall besonders, dass er seine Aussagen mit Statistiken untermauerte, die allerdings von Trump falsch interpretiert wurden.
Migranten im Fokus: Trump nutzt Hassrede vor US-Wahl gegen Harris
„Wenn man sich die Dinge ansieht, die sie vorschlägt, sind sie so abwegig, dass sie keine Ahnung hat. Wie wäre es damit, Menschen an einer offenen Grenze zuzulassen, von denen 13.000 Mörder waren“, kritisierte Trump Harris und verwies damit laut Reuters vermutlich auf einen Brief der Immigration and Customs Enforcement (ICE) an den republikanischen Abgeordneten Tony Gonzalez, wonach 13.099 Personen, die wegen Mordes verurteilt wurden, auf der ICE-Liste für „nicht-inhaftierte“ stehen. „Viele von ihnen ermordeten weit mehr als eine Person, und jetzt leben sie glücklich in den USA“, so Trump weiter.
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Ein namentlich nicht genannter Sprecher des Ministeriums für Innere Sicherheit gab laut Reuters an, die Statistiken seien missinterpretiert: „Die Daten reichen Jahrzehnte zurück; sie umfassen Personen, die in den letzten 40 Jahren oder mehr in das Land gekommen sind, wobei die überwiegende Mehrheit von ihnen lange vor dieser Regierung in Gewahrsam genommen wurde. Dazu gehören auch viele, die unter der Gerichtsbarkeit von Bundes-, Landes- oder lokalen Strafverfolgungsbehörden stehen oder derzeit inhaftiert sind.“
Insgesamt war in dem Brief an Gonzalez eine Nummer von 425.431 verurteilten Straftätern, die nicht inhaftiert seien, genannt. Auch auf diese Zahl bezog sich Trump für seine Vorwürfe für Harris: „Sie sind gegangen und haben 425.000 Menschen in unser Land gelassen, die nicht hier sein sollten, die kriminell sind.“ Laut einem Faktencheck von abc news handelt es sich bei der Schuldzuweisung an die aktuelle US-Regierung um einen Trugschluss, denn ein Großteil der Personen waren dem ICE bereits vor der jetzigen Biden-Amtszeit bekannt.
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US-Regierung kritisiert Rhetorik – Trump-Kampagne verteidigt den Republikaner
Die Pressesekretärin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, nannte die Sprache laut NBC News „hasserfüllt, sie ist widerlich, sie ist unangemessen und hat in unserem Land kein Platz“. Weiter hieß es: „Das kommt von denselben abscheulichen Äußerungen, die wir gehört haben, dass Migranten Gift sind und das Blut vergiften – das ist ekelhaft.“
Die Trump-Kampagnensprecherin Karoline Leavitt versuchte wieder einmal, Trumps Patzer geradezubiegen und gab an, dass der Ex-Präsident „natürlich über MÖRDER – nicht Migranten“ geredet habe. „Es ist ziemlich ekelhaft, dass die Medien immer so schnell dabei sind, Mörder, Vergewaltiger und illegale Kriminelle zu verteidigen, wenn es bedeutet, eine schlechte Schlagzeile über Präsident Trump zu schreiben.“ (lismah)
Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
