USA wollen sich feiern
„Würden sonst Deutsch sprechen“: Trump gibt bizarre Erklärung für Militärparade
Eine gigantische Militärparade rollt an Trumps Geburtstag durch Washington DC. Die Feier will sich der Präsident auf keinen Fall vermiesen lassen.
Washington, D.C. – Während Demonstranten an der Westküste gegen die Abschiebepolitik von Donald Trump protestieren, laufen an der Ostküste längst die Vorbereitungen für die Militärparade. Am Samstag (14. Juni 2025) sollen Panzer und Kriegsgerät begleitet von hunderttausenden Soldaten durch Washington DC rollen, um sowohl den 250. Geburtstag der US-Armee als auch den 79. Geburtstag des amtierenden US-Präsidenten zu feiern.
Doch die Eskalation in Los Angeles macht Donald Trump mit Blick auf die geplanten Feierlichkeiten am Wochenende offenbar nervös. „Haben Sie eine Botschaft an die Kritiker der Feierlichkeiten?“, fragte ein Journalist den US-Präsidenten bei einem Presse-Meeting im Weißen Haus. „Wenn irgendjemand zum Demonstrieren auftaucht, dann werden wir ihm mit sehr großer Gewalt begegnen“, sagte Trump und wiederholte die Drohung sogar noch einmal. „Jeder, der demonstrieren will, wird mit sehr großer Gewalt empfangen“. Ihm seien aber keine geplanten Proteste gegen seine Militärparade bekannt.
Party mit pompöser Militärparade: Trump feiert Geburtstag in Washington DC




Donald Trump schwärmt von „Panzern“ bei der Militärparade
Der Plan der US-Regierung für Samstag sieht eine gigantische Show der eigenen Stärke in Washington, DC vor. „Wir haben Panzer, Flugzeuge, wir haben alles mögliche“, schwärmte Donald Trump bereits im Vorfeld über die geplante Militärparade. Nach aktuellen Informationen sollen an dieser mehr als 6.000 Soldatinnen und Soldaten teilnehmen. Daneben werden Panzer, Flugzeuge und Militärgerät aller Art aus verschiedenen Epochen in Washington zu sehen sein.
Donald Trumps Militärparade: Infos zur Geburtstagsfeier in der Übersicht
| Datum | 14. Juni 2025 |
| Beginn | 18.30 Uhr Ortszeit (0.30 Uhr in Deutschland) |
| Thema | Die Kriege der USA |
| Umfang | 150 Militärfahrzeuge und 6.700 Soldaten |
Die US-Armee will mit der Militärparade in Washington DC an alle Konflikte erinnern, die das Land seit seiner Gründung erlebte: vom Revolutionskrieg über die Weltkriege bis zum Vietnam-Krieg. Jeder Krieg wird von 60 Soldaten in historischen Kostümen repräsentiert, gefolgt von 400 Soldaten der gleichen Einheit in ihren modernen Kampfanzügen. Außerdem werden hunderte Militärfahrzeuge in Washington DC erwartet. Die Parade dürfte damit anhand der Bilder, die durch die Welt gehen werden, stark an Russlands jährliche Militärparaden erinnern.
Panzer und Hubschrauber bei der Militärparade in Washington DC
- M1A2/Abrams-Panzer
- Bradley-Kampffahrzeuge
- Black Hawk-Hubschrauber
- Apache-Hubschrauber
- Chinook-Hubschrauber
Der Prunk zum Doppelgeburtstag kostet die US-Politik offenbar eine Stange Geld. Bis zu 45 Millionen US-Dollar sollen laut US-Medien die geplanten Ausgaben für die Militärparade und die Sicherheitsvorkehrungen in Washington DC betragen. Donald Trump aber hat dafür eine Begründung parat. „Zur Abwechslung werden wir unser Land mal feiern“, sagte Trump. Die USA seien das einzige Land, das seinen Sieg im Zweiten Weltkrieg nicht feiern würde. „Ich habe andere Länder angerufen. Alle feiern es. Dabei sind wir diejenigen, die den Krieg gewonnen haben. Ohne uns würden Sie alle sonst heute Deutsch sprechen. Vielleicht würden Sie auch Japanisch sprechen.“
Donald Trump bekommt die lang ersehnte Militärparade zum Geburtstag
Die Militärparade in Washington DC an Donald Trumps Geburtstag ist der Höhepunkt der Feier zu Ehren des US-Militärs, die bereits seit Montag (7. Juni) laufen. Der amtierende US-Präsident hatte bereits nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2016 eine Militärparade in der Hauptstadt verlangt. Die Behörden des „District of Colombia“ hatten das aber verhindert, weil Kosten und logistischer Aufwand als zu hoch eingeschätzt wurden. Nun aber bekommt Donald Trump seine Militärparade. Das verdankt der US-Präsident wohl der Tatsache, dass seine zweite Amtszeit den 250. Geburtstag der US-Armee umschließt.
Doch die anhaltenden Proteste gegen Trumps Abschiebepolitik in Los Angeles dürften dessen Vorfreude auf die Militärparade trüben. Laut einem Bericht der New York Times mache man sich auch innerhalb der Republikaner große Sorgen, die Bilder von Panzern und Soldaten in der US-Hauptstadt könnten im Angesicht der Unruhen in Kalifornien ein falsches Bild erzeugen. Es könne der Eindruck entstehen, die US-Armee würde den Sieg über die eigene Bevölkerung feiern. „Das unglückliche Zusammentreffen der Parade und des Einsatzes der Nationalgarde in Kalifornien wird sich verhängnisvoll anfühlen“, sagte Kori Schake, ehemaliger Verteidigungsbeamter in der Regierung von George W. Bush, gegenüber der US-Zeitung.
Militärparade in Washington DC: Trump hält Rede zu Ehren der US-Armee
Das wiederum dürfte Donald Trump aber nicht abschrecken. Der amtierende US-Präsident ist ein Meister der Selbstinszenierung und wird die Militärparade am 14. Juni vor allem dafür nutzen, um sich und seinen Geburtstag zu feiern. Auch eine Rede Trumps ist geplant. Laut der Website der Veranstaltung will das Staatsoberhaupt „250 Jahre außergewöhnliche Dienste, bedeutende Errungenschaften und ein bleibendes Vermächtnis der US-Armee“ ehren.
Offiziell sind die Feierlichkeiten und der Soldatenaufmarsch in Washington DC aber nicht für Donald Trumps Geburtstag gedacht. Geehrt wird am „nationalen Flaggentag“ dagegen nur das Militär. Vor 250 Jahren, am 14. Juni 1775, hob der Kontinentalkongress im laufenden Unabhängigkeitskrieg zehn Kompanien aus. Der spätere US-Präsident George Washington wurde zum Oberbefehlshaber der so gebildeten Kontinentalarmee ernannt.
Von Trump bis Washington: alle US-Präsidenten in der Übersicht




Damit ist die US-Armee sogar älter als die USA selbst. Die wurde nämlich erst am 4. Juli 1776 mit Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung ins Leben gerufen. Noch jünger ist Donald Trump. Der feiert am 14. Juni 2025 erst seinen 79. Geburtstag und ist damit nach Joe Biden der zweitälteste amtierende Präsident in der 250 Jahre dauernden Geschichte der USA. Sollte er seine Amtszeit beenden, würde Trump seinen Vorgänger noch überholen, und mit dann 82 Jahren und sieben Monaten zum ältesten US-Staatsoberhaupt der Geschichte werden. (dil)
