Weitere Lieferungen geplant

Trotz möglichem Trump-Deal mit Putin: Deutschland versorgt Ukraine mit Gepard

Trump und Putin planen ein Telefonat. Der US-Präsident deutet Neuigkeiten an. In der Zwischenzeit hält Deutschland die Waffenlieferungen an die Ukraine aufrecht.

Berlin – Am Dienstag (17. März) will US-Präsident Donald Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs sprechen. Kiew hat Trumps Plan einer 30-tägigen Waffenruhe bereits zugestimmt, unter der Bedingung, dass Moskau seine Angriffe im Osten der Ukraine beendet. Die Chancen für eine Verständigung mit Putin stünden sehr gut, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine, wie mitreisende Reporter unter anderem von Politico, Fox News und New York Times meldeten. 

Trotz Gesprächen über Ende des Ukraine-Kriegs: Deutschland liefert Gepard-Systeme und Panzer-Munition

Während die Verhandlungen fortschreiten, gehen im Ukraine-Krieg die Kämpfe jedoch weiter. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland am Montag angesichts Hunderter Luftschläge gegen Städte des Landes vorgeworfen, kein Interesse an einem Ende des Kriegs zu haben. Binnen einer Woche habe es Angriffe mit mehr als 1.000 Drohnen und mehr als 1.300 Gleitbomben gegeben, sagte er. Hinzu kämen Schläge mit Raketen und Marschflugkörpern.

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Kriegs hält auch die Unterstützung der westlichen Partner für Kiew trotz Trumps Verhandlungen an. Jüngst hat Deutschland der Ukraine laut Bericht des ukrainischen Online-Mediums Kyiv Independent drei Gepard-Flugabwehrsysteme mit 10.000 Schuss Munition, 24 Minenschutzfahrzeuge und andere Verteidigungsgüter zur Verfügung gestellt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Waffenlieferung an die Ukraine umfasse darüber hinaus 5.000 155-mm-Artilleriegranaten, 2.000 122-mm-Granaten, 8.000 120-mm-Mörsergranaten sowie Munition für Leopard-1-Panzer, Marder-Schützenpanzer und IRIS-T-Luftabwehrsysteme.

Drei-Milliarden-Paket zur Unterstützung der Ukraine: Bundesregierung kündigt rasche Lieferungen an

Mit dem geplanten Schuldenpaket von Union, SPD und Grünen soll Deutschland weitere drei Milliarden Euro an Ukraine-Unterstützung im Jahr 2025 bereitstellen. „Das ist ein starkes Zeichen, dass Deutschland es ernst meint für die eigene Sicherheit, für die Sicherheit der Ukraine und für die Sicherheit Europas“, sagte Außenministerin Annalena Baerbock am Montag in Brüssel über die geplante Lockerung der Schuldenbremse.

An Trump appellierte Baerbock, in seinem Gespräch mit Putin keine unabgesprochenen Zugeständnisse zulasten der Ukraine zu machen. So müsse die territoriale Integrität der Ukraine die Grundlage aller Verhandlungen sein und es dürften im Vorfeld keine Optionen vom Tisch genommen werden, sagte die Grünen-Politikerin in Brüssel.

Ukraine-Krieg: Ein Gepard-Flugabwehrpanzer und seine Besatzung stehen in einer Stellung östlich von Odessa.

US-Medien zufolge sagte Trump am Montag, es werde bis Dienstag möglicherweise etwas mitzuteilen geben. Am Wochenende – die Außenminister Russlands und der USA hatten am Samstag telefoniert – sei einiges ausgearbeitet worden. Auf die Frage, um welche Zugeständnisse der Kriegsparteien es gehe, antwortete der US-Präsident demnach, die Diskussion drehe sich unter anderem um Gebietsansprüche und Kraftwerke.

Ukraine-Verhandlungen mit Putin: Trump kündigt mögliche Mitteilung am Dienstag an

Die Bundesregierung zeigte sich mit Blick auf das geplante Telefonat zwischen Trump und Putin unbeeindruckt. Ein Gespräch sei bereits länger angekündigt gewesen, „insofern ist es keine Überraschung, dass es jetzt voraussichtlich morgen der Fall sein wird“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag. Es wäre das nach offiziellen Angaben zweite Telefonat der beiden Präsidenten nach einem ersten Gespräch im Februar, seit Trump wieder im Amt ist. 

Hebestreit kündigte an, dass die Bundesregierung nach der Grundsatzeinigung von Union, SPD und Grünen auf das Drei-Milliarden-Paket zur Unterstützung der Ukraine weitere rasche Rüstungslieferungen erwarte. Hebestreit erklärte laut Bericht der Nachrichtenagentur AFP, dass Artilleriemunition und Granaten bereits „in den nächsten Wochen“ in der Ukraine ankommen könnten. Andere Ausrüstung, wie die Luftabwehrsysteme Iris T und Patriot müssten zunächst produziert werden – in ein bis zwei Jahren sollten diese „lieferfähig“ sein. (pav mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Kay Nietfeld / Avalon

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