Deutsche Flugabwehr zerstört

Harter Verlust an Ukraine-Front: Russlands Armee feiert Zerstörung vom Iris-T-System

Russland hat laut eigenen Angaben ein deutsches IRIS-T System zerstört. Der ukrainische Luftraum weist zunehmend Löcher in der Verteidigung auf.

Moskau – Aktuell ist es ein vor und zurück im Ukraine-Krieg. Nun haben die Russen allerdings, laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, ein Flugabwehr-Raketensystem der Ukrainer zerstört. Das deutsche IRIS-T System sollte den ukrainischen Luftraum gegen die russischen Invasoren verteidigen – es wäre ein empfindlicher Verlust für Kiew. Unabhängig überprüfen lässt sich das zunächst nicht.

„Die Abschussrampe des deutschen Flugabwehrraketensystems IRIS-T und ein Munitionsdepot wurden zerstört“, wie Wladimir Putins Verteidigungsministerium laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass mitteilte. Der Verlust dieses Abwehrsystems würde einen wunden Punkt in der ukrainischen Verteidigung treffen. Zum einen ist das IRIS-T System des deutschen Herstellers Diehl Defence eines der modernsten der Welt und ohnehin rar in der Ukraine. Zum anderen war die Verteidigung des ukrainischen Luftraums davor schon unzureichend.

Russland intensiviert Angriffe auf ukrainische Infrastruktur – Kiew hat nicht genügend Luftabwehr

Neben den kontinuierlichen Angriffen Moskaus auf die ukrainischen Städte wie Kiew zu Beginn des Kriegs verlagerte der Kreml in den letzten Monaten die Raketenangriffe auf kritische Infrastruktur wie Kraftwerke. Immer wieder wurden Elektrizitätswerke getroffen, wodurch tausende Ukrainer, teilweise Wochen ohne Strom auskommen mussten. Denn das Problem Kiews ist eindeutig: Es gibt nicht genügend Flugabwehr, um gleichzeitig die Städte, kritische Infrastruktur und die Soldaten an der Front gegen russische Raketen und Drohnen zu schützen.

Das Iris-T-System des deutschen Herstellers Diehl Defence.

Die IRIS-T hat im Vergleich zum Patriotsystem eine relativ kurze Reichweite mit 12 Kilometern und einer maximalen Flughöhe von 8 Kilometern. Das IRIS-System ist darauf ausgelegt, Marschflugkörper, Raketen, Helikopter und Drohnen zu zerstören, wie die ukrainische Militärnachrichtenseite Militarnyi berichtet.

Deutschland mit zusätzlicher Patriot-Lieferung, um der Ukraine bei der Verteidigung zu helfen

Daher ist der Verlust eines solchen Systems ganz besonders schmerzlich für die ukrainische Armee. Deshalb soll Deutschland auch noch 20 weitere dieser modernen Luftverteidigungssysteme an die Ukraine liefern, wie n-tv berichtet. Auch hatte die Bundesregierung am Samstag (13. April) angekündigt, der Ukraine ein weiteres Patriotsystem aus dem Bestand der Bundeswehr zu liefern, um Kiews Armee besser gegen die Angriffe Russlands verteidigen zu können.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Wolodymyr Selenskyj dankte der Regierung für die Hilfe, „in einem kritischen Moment“, wie der Präsident betonte. Insgesamt hat Deutschland mit der am Samstag versprochenen Flugabwehr drei Patriotsysteme geliefert, um bei der Verteidigung des Luftraums Abhilfe zu schaffen. (SiSchr)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare