„Kreml braucht ein klares Stoppschild“
Putins Kampfjets im NATO-Luftraum: „Stoppschild“ durch Abschuss steht im Raum
Drei russische Militärflugzeuge durchfliegen den estnischen Luftraum über der Ostsee. Der CDU-Außenpolitiker Hardt verlangt eine klare Reaktion.
Berlin – Nach estnischen Angaben waren am Freitag (19. September) drei russische Kampfjets nahe Vaindloo unerlaubt in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Staates eingedrungen. Die NATO-Verbündeten wollen Anfang kommender Woche darüber beraten. Es werde Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags geben, wie ein Sprecher des Militärbündnisses auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ein genauer Termin wurde nicht genannt. Unterdessen bestritt Russland eine Luftraumverletzung.
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Vor Beratungen der NATO über das Eindringen Russlands in ihren Luftraum bringt der Unions-Außenexperte Jürgen Hardt auch den Abschuss russischer Kampfjets über dem Gebiet des Verteidigungsbündnisses ins Spiel. „Der Kreml braucht ein klares Stoppschild“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Nur eine klare Botschaft an Russland, dass jede militärische Grenzverletzung mit militärischen Mitteln beantwortet wird, bis hin zum Abschuss russischer Kampfjets über Nato-Gebiet, wird Wirkung zeigen“, sagte Hardt.
Russische Kampfjets in NATO-Luftraum: CDU-Politiker Hardt fordert entschlossene Reaktion
Der CDU-Politiker betonte: „Diese Provokationen und Tests Russlands werden nur enden, wenn wir sämtliche militärischen Grenzverletzungen klar beantworten.“ Dann bekomme der Kreml seine Antwort auf die Frage, wie weit ihn die Europäer gehen lassen. „Die Alternative wäre, dass die russische Kriegslogik immer weiter zündelt. Jetzt sind es Luftraumverletzungen, bald der Beschuss einzelner Ziele, dann kommen russische Soldaten“, warnte Hardt.
Der NATO-Artikel 4 sieht Beratungen mit den Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat von außen gefährdet sieht. Estland hatte dies beantragt, nachdem drei russische Kampfflugzeuge Armeeangaben zufolge am Freitag unerlaubt in den Luftraum des EU- und Nato-Staats eingedrungen waren.
Polen meldete zudem am Freitagabend, zwei russische Kampfjets hätten sich im Tiefflug einer polnischen Bohrinsel in der Ostsee genähert und dabei eine Sicherheitszone über der Anlage verletzt. Sie hätten die Bohrplattform Petrobaltic in einer Flughöhe von 150 Metern angeflogen, hieß es. Zur Verletzung der Staatsgrenze sei es nicht gekommen.
Russland bestreitet Verletzung des estnischen Luftraums
Russlands Regierung wies die Darstellung Estlands zurück, dass drei russische Kampfjets den Luftraum des baltischen Nato-Landes verletzt haben sollen. „Der Flug wurde unter strikter Einhaltung der internationalen Luftraumregeln durchgeführt, ohne die Grenzen anderer Staaten zu verletzen“, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit.
„Während des Fluges wichen die MiG-31-Jets nicht von der abgesprochenen Flugroute ab und verletzten nicht den estnischen Luftraum“, hieß es weiter. Vielmehr habe die Route über neutrale Gewässer mehr als drei Kilometer nördlich der estnischen Ostsee-Insel Vaindloo geführt. Das Militär in Moskau sprach von einem Überführungsflug der MiG-31 aus Russland in die Exklave Kaliningrad, der estnische Luftraum sei nicht berührt worden.
Estland meldet Verletzung seines Luftraums durch russische Kampfjets
Das estnische Verteidigungsministerium hat auf dem Portal X eine Karte veröffentlicht, die die Flugroute von drei russischen Militärmaschinen zeigt. Nach dieser Darstellung nutzten die Jets am Freitag nicht den schmalen internationalen Korridor über dem Finnischen Meerbusen, sondern drangen rund zehn Kilometer weit in den estnischen Luftraum ein.
Die Route verlief demnach in gerader Linie entlang der estnischen Ostseeküste. Nato-Kampfflugzeuge aus Italien stiegen auf und eskortierten die Maschinen aus dem Luftraum. Die Verletzung habe etwa zwölf Minuten angedauert, teilte das Ministerium mit. (Quellen: dpa, Redaktionsnetzwerk Deutschland, Tass, estnisches Verteidigungsministerium) (jal)
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