„Weil es null Raketen gab“

Russland auf dem Vormarsch: Verzweifelter Hilferuf von Selenskyj

Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert mehr Hilfe. PETRAS MALUKAS/AFP
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Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert mehr Hilfe.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schickt einen erneuten Hilferuf aus: Russland könne jeden Tag weiter vordringen.

Kiew – „Die ganze Welt hat eine gemeinsame Aktion gesehen, im Himmel über Israel und seinen Nachbarländern“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Das hat uns gezeigt, wie effizient die gemeinsame Terrorabwehr sein kann, wenn sie auf einem klaren politischen Willen beruht.“ Wie das US-Magazin Newsweek berichtet, sandte Selenskyj in einem Interview mit PBS News Hour einen verzweifelten Hilferuf aus der Ukraine aus. Die Zusammenarbeit zwischen den USA, Großbritannien, Frankreich und Jordanien habe stattgefunden, ohne dass Israel ein Nato-Mitglied sei.

Russland habe dagegen ein Wärmekraftwerk in Kiew zerstören können und die Erzeugungskraft des Energieversorgers Centrenergo lahmlegen können – „weil es null Raketen gab.“ Ohne weitere Hilfe aus den USA habe die Ukraine keine Chance, den Krieg zu gewinnen.

Ukraine will gleiche Hilfe aus dem Westen wie für Israel

„Elf Raketen waren auf das Kraftwerk zugeflogen. Die ersten sieben haben wir abgeschossen“, sagte er in dem Interview vom Montag. Die anderen vier Raketen hätten die Anlage zerstört. „Warum? Uns sind alle Raketen ausgegangen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Selenskyj den Vergleich mit Israel zieht. Durch die gemeinsame Aktion sei niemand in einen Krieg gezogen worden – es sei lediglich darum gegangen, Menschenleben zu retten. Auch der europäische Himmel hätte längst besser beschützt werden können, so Selenskyj, wenn die Ukraine die gleiche Hilfe erhalten hätte. „Terror muss überall auf gleiche Weise abgewehrt werden.“

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Trump will Ukraine-Krieg in kürzester Zeit beenden

„Heute liegt unser Artilleriegranatenverhältnis bei 1 zu 10. Können wir uns behaupten? Nein. Auf jeden Fall werden sie uns mit diesen Zahlenverhältnissen jeden Tag zurückdrängen“, so Selenskyjs eindringliche Mahnung.

„Was wird im US-Kongress passieren? Sie könnten eine Entscheidung treffen“, fährt Selenskyj in dem Interview fort. „Und ich hoffe, dass sie uns zuhören und in den nächsten Tagen oder Wochen, aber nicht länger, eine positive Entscheidung treffen werden.“ Tatsächlich gibt es leichte Anzeichen, dass sich die Blockade gegen Ukraine-Hilfen im US-Kongress auflösen könnte.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump macht seinen Einfluss im US-Kongress geltend, um eine Abstimmung über Militärhilfe für die Ukraine zu verhindern – hat aber zuletzt signalisiert, dass er sich eine Unterstützung durch die USA unter bestimmten Bedingungen vorstellen könne. Zeitgleich wurden aber Details zu Trumps Behauptungen öffentlich, er könne den Ukraine-Krieg in kürzester Zeit beenden. (kat)

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