Behörden alarmiert

Russland-Drohnen verfolgen deutsches Polizeischiff in der Nordsee

Ein Schiff der deutschen Bundespolizei wurde bei Überwachung eines Putin-Frachters selbst zum Ziel von Spionagedrohnen, mutmaßlich aus Russland.

Nordsee – In der Nordsee ist es offenbar zu einem Vorfall mit Spionagedrohnen gekommen: Sieben mutmaßlich russische Drohnen sollen einem Schiff der Küstenwache der deutschen Bundespolizei drei Stunden lang gefolgt sein. Das geht laut Spiegel aus einem geheimen Lagebericht von deutschen Sicherheitsbehörden vor, das dem Magazin vorliegt.

Bundespolizei-Schiff wird Ziel von mutmaßlich russischen Drohnen in Nordsee

Aufgabe des Patrouillenboots der Bundespolizei in der Nordsee sei es gewesen, den Frachter „Lauga“ aus Russland zu überwachen. Der russische Frachter war in Richtung Belgien unterwegs. Das deutsche Einsatzschiff „BP 81 Potsdam“ habe es rund 140 Kilometer nördlich der Insel Borkum in der Nordsee überwacht, als es zu dem Drohnen-Vorfall kam.

Plötzlich tauchten offenbar sieben Drohnen auf, mutmaßlich russische. Sie verfolgten das deutsche Bundespolizei-Schiff laut dem Lagebericht fast drei Stunden lang. Den Drohnentyp hätten sie Bundespolizisten auf dem Patrouillenschiff nicht erkennen können, heißt es, sie erkannten nur die grünen und roten Positionslichtern. Die Mittel auf dem Polizeiboot hätten nicht ausgereicht, um Fotoaufnahmen der Drohnen in der Nacht machen zu können.

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Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
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Vorfall in der Nordsee mit Russland-Drohnen – Bundespolizei alarmiert Behörden

Der Verdacht bestand zunächst, dass die Drohnen von dem russischen Frachter gestartet waren, Beweise dafür gibt es aber nicht. Um mehr über die mutmaßlichen Spionagedrohnen aus Russland zu erfahren, hätten die Bundespolizisten auf dem Schiff die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt kontaktierten. Diese baten die Behörden in Belgien, das russische Frachtschiff im Hafen in Belgien zu kontrollieren. Laut Spiegel wurde aber kein Hinweis auf Drohnentechnik an Bord gefunden.

Laut dem Portal Vesselfinder.com kam der russische Frachter „Lauga“, den die Bundespolizei in der Nordsee überwacht hatte, am 26. Mai im Hafen Zeebrugge in Belgien an. Das Schiff befindet sich momentan wieder auf dem Weg nach St. Petersburg in Russland, wo seine Ankunft am 2. Juni erwartet wird.

Ein Polizeiboot der Bundespolizei ist im Auftrag der Küstenwache in der Nordsee unterwegs (Symbolbild). Ein solches Schiff wurde am 17. Mai offenbar von russischen Drohnen verfolgt.

Russische Drohnen in der Nordsee – Sichtungen in Deutschland nehmen zu

Seit Jahren verzeichnen Sicherheitsbehörden einen Anstieg von Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur und Militäranlagen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) warnte zuletzt bei seinem Besuch in Finnland vor russischen Provokationen in Form von Spionage, verdächtigen Manövern in der Nord- und Ostsee, zerstörten Unterseekabel und Cyberangriffen.

„Wir werden bedroht“, warnte der Kanzler. Der russische Präsident Wladimir Putin führe nicht nur seinen brutalen Ukraine-Krieg, sondern bedrohe „den gesamten Raum, in dem wir leben“. An der Front im Ukraine-Krieg ist der Ukraine unterdessen ein Durchbruch mithilfe von KI-Drohnen gelungen. (AFP/smu)

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