Chance für die Ukraine

Putins Kampfjets abschießen? Neue Trump-Wende im Ukraine-Krieg

Mit harten Wrten richtet sich US-Präsident Trump gegen Putins Russland. Ist die Freundschaft der Staatschefs im Ukraine-Krieg endgültig dahin?

New York – „Ich mag Putin, er mag mich.“ Noch im Jahr 2020 hätte das Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Machthaber Wladimir Putin nicht besser sein können. Die von CNN zitierte Freundschaftsbekundung, die er trotz Warnungen über russische Angriffe auf die US-Demokratie preisgab, scheint heute gänzlich vergessen. Der Ton wird rauer. Und nun hat der Mann im Weißen Haus dem Kreml-Chef sogar militärisch gedroht – wenn auch indirekt.

US-Präsident Donald Trump (l.) spricht sich für den Abschuss russischer Kampfjets aus, wenn diese in NATO-Luftraum eindringen.

Trump bei den UN: Sollte man Putins Kampfjets abschießen? – „Ja“

In den vergangenen Tagen machten Meldungen von russischen Kampfjets oder Drohnen im Luftraum von NATO-Ländern Schlagzeilen. Über den Umgang mit dem allgemein als russische Provokation aufgefassten Vorgehen Putins, sind sich die Länder des Nordatlantikbündnisses noch uneinig. Manche wollen die Situation unter keinen Umständen eskalieren lassen. FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sieht einen Abschuss der Luftobjekte als allerletzte Option, wie es in den Statuten der NATO auch beschrieben wird. Polen sprach dem Kreml dagegen eine klare Warnung aus, dass man militärisch gegen Drohnen und Kampfjets vorgehen werde.

Am Rande der UN-Vollversammlung traf sich Trump wieder mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Und auch bei diesem Treffen sollte es um die Frage gehen, wie die NATO mit den russischen Luftraumverstößen umgehen kann. Eine anwesende Journalistin stellte dem US-Präsidenten die Frage, ob Bündnisstaaten Flugzeuge abschießen sollten, die in ihren Luftraum eindringen. Die klare Antwort Trumps: „Ja, das glaube ich.“

Russlands Kampfjets dringen in NATO-Luftraum ein – Politiker in Polen feiern Trumps Unterstützung

Es ist eine ungewöhnlich deutliche Sprache, die Trump an seinen ehemaligen Freund Putin richtet. Nicht nur, dass er damit einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der NATO zustimmt. Er hat bei dem Treffen auch eine mögliche Beteiligung der USA zumindest nicht ausgeschlossen. Denn als es darum ging, ob die Vereinigten Staaten Partnerländer beim Abfangen russischer Jets unterstützen werde, sagte Trump, dass es „auf die Umstände ankommt“.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Kim Jong-un und Wladimir Putin
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Das NATO-Land Polen, das bereits mehrere russische Drohnen nach Verletzung des staatlichen Luftraums abgeschossen hatte, begrüßt die Worte des US-Präsidenten. Außenminister Radoslaw Sikorski, der eine scharfe Drohung an Russland bei einer UN-Sondersitzung aussprach, teilte das Video von Trumps Aussage auf X. Dazu schrieb er: „Roger that“, was so viel bedeutet wie „habe verstanden“.

Lage im Ukraine-Krieg: Trump glaubt plötzlich an Siegeschance der Ukraine

Trump legt aber nicht nur beim Umgang mit russischen Kampfjets und Drohnen eine Kehrtwende hin. Auch beim Ausgang des Ukraine-Kriegs sieht der US-Präsident plötzlich eine reelle Chance, dass das von Putins Armee überfallene Land eine Chance hat, zu gewinnen. „Nachdem ich mich mit der militärischen und wirtschaftlichen Lage der Ukraine und Russlands vertraut gemacht und diese vollständig verstanden habe und nachdem ich gesehen habe, welche wirtschaftlichen Probleme sie Russland bereitet, bin ich der Meinung, dass die Ukraine mit der Unterstützung der Europäischen Union in der Lage ist, zu kämpfen und die gesamte Ukraine in ihrer ursprünglichen Form zurückzugewinnen“, schrieb er auf seiner Online-Plattform Truth Social.

Russland habe „ziellos“ den Krieg gegen die Ukraine geführt, so Trump. Mit genügend Zeit „und der finanziellen Unterstützung Europas und insbesondere der NATO“, sei eine Wiederherstellung der ursprünglichen Grenzen durchaus möglich. Russland habe im Ukraine-Krieg keine allzu große militärische Stärke bewiesen. „Tatsächlich lässt es sie sehr nach einem ‚Papiertiger‘ aussehen.“

Doch nicht nur eine Wiederherstellung der Grenzen stellt Trump in Aussicht. Sollte den Menschen in Russland herausfinden würden, was im Ukraine-Krieg „wirklich passiert“ und was dieser für die Ökonomie ihres Landes bedeute, sei es möglich, dass „die Ukraine ihr Land in seiner ursprünglichen Form zurückerobern und, wer weiß, vielleicht sogar noch weiter gehen“ könne. Die NATO wolle er weiter mit Waffen beliefern, „damit die NATO damit machen kann, was sie will“. (Quellen: Truth Social, X, eigene Recherche) (nhi)

Rubriklistenbild: © ITAR-TASS/Evan Vucci/dpa/IMAGO (Montage)

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