Zivilprozess in New York

Betrugsprozess gegen Donald Trump: Sohn Eric verheddert sich vor Gericht

Im Betrugsprozess gegen Donald Trump müssen nun auch seine Kinder aussagen. Sohn Eric macht dabei keine besonders gute Figur.

New York – Im Betrugsprozess gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump in New York sind nun auch mehrere seiner Kinder in den Zeugenstand geladen worden. Zunächst wurden am Mittwoch und Donnerstag Donald Trump Jr. und Eric Trump vor Gericht in Manhattan befragt. Für kommende Woche war auch eine Befragung von Tochter Ivanka sowie Donald Trump selbst vorgesehen.

In dem Prozess geht es um Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, nach denen der Ex-Präsident, seine Söhne und Mitarbeiter den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert haben sollen, um an günstigere Kredite und Versicherungsverträge zu kommen. Eine Gefängnisstrafe oder direkte Auswirkungen auf seine Präsidentschaftsbewerbung drohen dem Republikaner Trump zwar nicht, doch geschäftlich könnte ihm eine Verurteilung großen Schaden zufügen.

Er habe zwar „jedes und alles“ für die Trump Organization gemacht, sagte Donald Trump Jr. übereinstimmenden Medienberichten zufolge aus – mit der Abrechnung habe er sich aber nicht beschäftigt. „Das überlasse ich meinen Buchhaltern.“

Betrugsprozess gegen Donald Trump: Sohn Eric muss sich erklären

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Andrew Amer nahm daraufhin Eric Trump am Donnerstag (2. November) ins Verhör. Es ging um Erics Beteiligung an den Finanzberichten der Trump Organization – Dokumente, die für die falsche Bewertung von Trumps Vermögenswerten verantwortlich sind und den Unternehmen des ehemaligen Präsidenten schwer schaden könnten.

Eric Trump, Sohn des ehemaligen US-Präsidenten Trump, verlässt den Gerichtssaal während einer Verhandlungspause am New York Supreme Court.

Auch Eric Trump sagte aus, dass er sich mit den Mitteilungen zur finanziellen Situation der Trump Organization nie befasst habe. „Ich glaube nicht, dass ich je eine Mitteilung zur finanziellen Situation gesehen oder daran gearbeitet habe. Ich glaube nicht, dass ich davon gewusst hätte – das ist nicht das, wofür ich zuständig war.“

Die Staatsanwaltschaft legte jedoch eine Reihe von E-Mails sowie mehrere Telefongespräche vor, aus denen hervorgeht, dass Eric Trump solche Dokumente mit Mitarbeitern der Trump Organisation erörtert hat. Unter ihnen auch der ehemalige Finanzchef Allen Weisselberg, der in dem Fall ebenfalls angeklagt ist.

Eric Trump wusste von der Jahresbilanz: „Es sieht so aus“

In einem Dokument – dem Finanzbericht aus dem Jahr 2013 – schreibt der damalige Kontrolleur der Trump Organization Jeff McConney, dass die Bewertung von einer Trump-Firma auf einem Telefonat mit Eric Trump beruhte. Wie CNN berichtet, hat die Staatsanwaltschaft auch eine E-Mail vom August 2013 eingereicht, die von McConney an Eric Trump bezüglich „Mr. Trumps Jahresbilanz“ geschickt wurde.

Die Trump-Dynastie: Alle Mitglieder und ihre Rollen in der „First Family“

Drei Ehefrauen, vier Geschwister, fünf Kinder, zehn Enkelkinder: Donald Trumps Familie wächst und wächst. Wir stellen Donalds Lieblingskinder, die Ex-Frauen und den Rest des Trump-Clans vor.
Von links: Donald Trump Jr., Tiffany Trump, Donald Trump, Melania Trump und Barron Trump im Weißen Haus im August 2020
Donald Trump, ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten.
Ivana Trump, ehemalige Ehefrau von Donald Trump und Mutter von Ivanka, Eric und Don, starb in diesem Jahr.
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„Sie wussten also von der Jahresbilanz Ihres Vaters vom 20. August 2013, nicht wahr?“ wurde Eric in der Befragung mit der Mail konfrontiert. „Es sieht so aus, ja“, antwortete dieser. Anschließend versuchte er, den Unterschied zwischen dem Gespräch über Finanzen mit McConney und den spezifischen Aussagen über die finanzielle Lage, die mit den Vorwürfen in der Klage verbunden sind, zu klären. Wie CNN berichtet, hat Eric Trump die Echtheit der E-Mail vom August 2013 bestätigt und hinzufügt: „Mir ist klar, dass ich Jeff McConney Notizen geschickt habe, ich habe fast jeden Tag mit ihm gearbeitet.“

„Was anscheinend nicht registriert wird, ist der Unterschied zwischen der Übermittlung von Finanzdaten und der Übermittlung von Finanzberichten“, sagte Trump zu seiner Verteidigung. Er fügte im Zeugenstand hinzu, dass er „nicht glaube, dass es ihm jemals bewusst war“, dass es bei dem fraglichen Gespräch mit McConney „um eine persönliche Erklärung zur finanziellen Lage“ ging. „Das war ein Detail, das für mich irrelevant war“, sagte er.

Donald Trump „traurig“

Donald Trump hat immer wieder betont, dass die Anschuldigungen gegen ihn in der Zivilklage Teil einer größeren „Hexenjagd“ sind, um seine Wiederwahlchancen 2024 zu beeinträchtigen. Er bestreitet jegliches Fehlverhalten. In einem Beitrag auf Truth Social schrieb der ehemalige Präsident am Donnerstag, es sei „so traurig“, dass auch seine Söhne in dem Fall aussagen müssen. Trump selbst wird voraussichtlich nächste Woche in den Zeugenstand treten.

Wegen zahlreicher verbaler Entgleisungen von Donald Trump, der bereits mehrfach persönlich in dem Prozess anwesend war, hat Richter Arthur Engoron dem Ex-Präsidenten bereits mit ernsthaften Konsequenzen gedroht und eine Geldstrafe verhängt.

Der ehemalige Präsident will kommendes Jahr erneut gewählt werden. Er ist der aussichtsreichste Bewerber auf die Kandidatur der Republikaner. Den Prozess nutzt er nach Einschätzung vieler Beobachter als Werbung für seine Präsidentschaftskampagne. (skr/afp)

Rubriklistenbild: © Seth Wenig/dpa

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