Nach Vance-Besuch
Dänemarks Ministerpräsidentin mit Ansage an Trump: „USA werden Grönland nicht übernehmen“
Auf Grönland will Dänemark künftig mehr Präsenz zeigen, das zeigt auch Mette Frederiksen: Donald Trump und die USA hätten kein Anrecht auf die Arktis-Insel.
Nuuk – Fünf Tage nach dem Besuch von US-Vizepräsident JD Vance ist die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf Grönland eingetroffen. Nach der Ankunft machte sie gleich ihre Haltung gegen die US-Übernahmepläne deutlich. „Die USA werden Grönland nicht übernehmen. Grönland gehört den Grönländern“, sagte die Sozialdemokratin in Richtung Donald Trump. Das sei die Botschaft, die alle gemeinsam in den kommenden Tagen senden würden. Das zeigten Aufnahmen der dänischen Sender DR und TV 2.
Nach Trumps Drohungen: Dänemark und Grönland wollen Zusammenhalt stärken
Grönland ist weitgehend autonom, gehört allerdings offiziell zum Königreich Dänemark. Ungeachtet der eigenen Beziehungen sei klar, dass sie angesichts des Drucks aus den USA zusammenstehen müssten, sagte Frederiksen. Ziel ihrer dreitägigen Reise ist, den Zusammenhalt innerhalb der sogenannten dänischen Reichsgemeinschaft zu stärken.
US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder betont, die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. Von grönländischer und dänischer Seite sind diese Besitzansprüche klar zurückgewiesen worden. Frederiksen muss dabei einen Mittelweg finden, um zum einen den wichtigen Handelspartner USA nicht vor den Kopf zu stoßen, zum anderen aber auch Grönlands Recht auf Selbstbestimmung zu betonen und die Reichsgemeinschaft zusammenzuhalten.
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Grönland: Donald Trump überschattete selbst die Kommunalwahl
Während Trumps Vize Vance am vergangenen Freitag bloß für einige Stunden einen US-Militärstützpunkt im abgeschiedenen Norden von Grönland besucht hatte, will Frederiksen bis Freitag bleiben und Gespräche mit führenden grönländischen Politikern führen.
Die sozialdemokratische Partei Siumut hatte am Dienstag die Kommunalwahl in Grönland gewonnen. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht, wurde die Partei in drei der fünf Kommunen der Insel stärkste Kraft. Siumut befürwortet einen schrittweisen Übergang zur Unabhängigkeit Grönlands – jedoch nicht eine Zugehörigkeit zu den USA.
Wie angespannt die Lage ist, zeigte sich in dieser Woche auch an Kritik zu Frederiksens Reise. Weil die bereits verkündete Regierungskoalition von Nielsen noch nicht offiziell im Amt ist, hielten die Parteispitzen zweier Koalitionsparteien den Besuch für verfrüht. Nielsen beteuerte dagegen, sich auf Frederiksen zu freuen. Der Ministerpräsidentin dürfte es bei dem Grönland-Besuch aber vor allem um die Außenwirkung gehen. Angesichts der Annexionsdrohungen von Donald Trump wollen Dänemark und Grönland Geschlossenheit demonstrieren. (nak/dpa)