SWR prüft Gegenmaßnahmen

Nach AfD-Satire: Morddrohung gegen Videofirma

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Ein Satire-Video löst Wut und Drohungen aus. Der SWR will sich gegen Einschüchterungen wehren. Die Freiheit der Kunst und der Presse seien nicht verhandelbar.

Berlin/Stuttgart - Nach dem Dreh eines satirischen Videos über die Vorfälle in Chemnitz hat der Berliner Blogger Schlecky Silberstein eine antisemitische Morddrohung erhalten. Seine Produktionsfirma erklärte am Dienstag auf Anfrage, sie habe deshalb rechtliche Schritte eingeleitet. Der Südwestrundfunk (SWR) betonte, man werde derartige Drohungen nicht einfach hinnehmen. Der Sender werde die Angelegenheit prüfen und, wo erforderlich, die notwendigen Maßnahmen einleiten.

Für das Video, produziert für die Online-Comedyshow Bohemian Browser Ballett (SWR), hatte Silberstein alias Christian Brandes am 7. September einen AfD-Infostand nachgestellt und verkleidete „Skinheads“ einen dunkelhäutigen Menschen jagen lassen.

Berliner AfD-Vorsitzende Georg Pazderski verteidigt das Vorgehen

Die AfD postete daraufhin ihrerseits ein Videoclip von dem Dreh. Sie warf den Filmemachern vor, sie mit einem „Fake-Video“ in Misskredit bringen zu wollen. Zudem klingelte ein AfD-Politiker bei Schlecky Silbersteins Geschäftspartner und veröffentlichte die Adresse im Internet.

Der Berliner AfD-Vorsitzende Georg Pazderski verteidigte das Vorgehen. Für die AfD seien antisemitische Kommentare kein Thema, ihr gehe es ausschließlich um die Aufdeckung unlauterer Propaganda mit Geldern des öffentlich-rechtlichen SWR. „Die AfD soll mit allen erdenklichen Methoden mundtot gemacht werden“, erklärte er.

Gerold Hug, SWR-Programmdirektor Kultur, erklärte: „Man kann immer darüber streiten, ob man eine Satire gelungen findet oder nicht. Aber wenn Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen Künstler, Produzenten oder andere Medienschaffende erfolgen, zeigen sich gesellschaftliche Zustände, die Anlass zu Besorgnis geben.“ Die Freiheit der Kunst, der Presse und der Meinungsäußerung seien für den SWR nicht verhandelbare hohe Güter.

Das Satirevideo können Sie hier in voller Länge sehen.

dpa

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