Seitenhieb aus Moskau

Mit Häme für deutschen Nachbarn: Putins Außenminister verhöhnt Nato-Ausgabeziel

Russlands Außenminister Sergej Lawrow antwortet auf die Ankündigung der Militärallianz Nato, ihre Verteidigungsausgaben deutlich zu steigern.

Moskau – Die westliche Verteidigungsallianz erhöht ihre Rüstungsausgaben massiv. So hat die Nato im Umfeld von Ukraine-Krieg und Russland-Aggression kürzlich ein neues Fünf-Prozent-Ziel beschlossen.

Neues Rüstungsziel der Nato: Russlands Außenminister reagiert mit Spott

Das Regime des Kreml-Autokraten Wladimir Putin hat nun auf die Ankündigung aus Brüssel reagiert – durch Außenminister Sergej Lawrow. Er tat dies mit Hohn und Spott sowie mit dem nächsten Seitenhieb gegen den deutschen Nachbarn Polen.

Laut amerikanischem Nachrichtenmagazin Newsweek bezog sich der 75-jährige russische Politiker auf Aussagen des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski vom Donnerstag (26. Juni). Der kremlkritische polnische Diplomat meinte demnach, ein Wettrüsten zwischen der Russischen Föderation und dem Westen könne langfristig zu einem Sturz Putins führen

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Nato investiert massiv in Verteidigung: Häme durch Sergej Lawrow aus Moskau

„Er (Sikorski, Anm. d. Red.) kann wahrscheinlich erkennen – da er ein so weiser Mann ist –, dass die katastrophale Erhöhung der Ausgaben der Nato-Staaten auch zum Zusammenbruch dieser Organisation führen wird“, zitiert die staatlich russische Nachrichtenagentur Tass Lawrow. Damit nicht genug: „Inzwischen plant Russland – wie der Präsident neulich in Minsk nach der Sitzung des Obersten Eurasischen Wirtschaftsrates sagte –, seine Militärausgaben zu reduzieren und sich dabei von gesundem Menschenverstand leiten zu lassen“, erklärte Lawrow demnach weiter, „anstatt von eingebildeten Bedrohungen, wie es Nato-Mitgliedsstaaten, einschließlich Sikorski, tun“.

Der 62-jährige Sikorski hatte der Nachrichtenagentur AFP jüngst gesagt: „Putin sollte verstehen, dass er sich auf dem Weg von Breschnew befindet. Er selbst hat einmal gesagt, die Sowjetunion sei zusammengebrochen, weil sie zu viel für Rüstung ausgegeben habe, und jetzt macht er genau dasselbe.“ Der in der ehemaligen Sowjetukraine geborene Leonid Iljitsch Breschnew war von 1966 bis zu seinem Tod im November 1982 Generalsekretär der KPdSU und damit Staatschef der kommunistischen Sowjetunion, die von Moskau aus bestimmt wurde.

Putin sollte verstehen, dass er sich auf dem Weg von Breschnew befindet.

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski bei der AFP

Moskau-Regime unter Wladimir Putin: Russland überfiel die Ukraine brutal

Putin bemüht in seinen politischen Argumentationen wiederum gerne Vergleiche zur früheren Sowjetunion, deren Zusammenbruch 1991 er einmal als „Katastrophe“ bezeichnete. Manche politische Beobachter und Historiker meinen, ein durch die Geschichte beeinflusster Putin wolle durch seinen völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine die einstige Sowjetunion zumindest in Teilen wieder herstellen und erneut unter dem Dach des Kreml als Weltmacht vereinen.

Vertrauter Wladimir Putins: der russische Außenminister Sergej Lawrow.

Zwar lässt Putin aktuell durch die russische Armee eine Großoffensive bei Pokrowsk vorbereiten. Doch: Die Ukraine wehrt sich immer noch vehement gegen die heimtückische Invasion des Putin-Regimes. An Lawrows Aussagen stimmt westlichen Berichten und Einschätzungen zufolge weder, dass die Nato Russland offen bedroht, noch dass Russland seine Militärausgaben reduziert. Nato-Vertreter betonen stattdessen immer wieder, dass es sich um Verteidigungsausgaben zur Abschreckung von Moskaus Imperialismus in Europa handelt.

Unter Wladimir Putin: Russland rüstet im Ukraine-Krieg kräftig auf

Laut Tagesschau hatte Russland seine Militärausgaben einzig im Jahr 2024 um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Die Nato-Mitglieder beschlossen indes kürzlich, dass jedes Land aus dem Bündnis seine Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) steigert, um militärische Aufgaben besser verteilen und die USA als großen Partner entlasten zu können. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

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