Omaha-Orakel bricht sein Schweigen
Milliardär gegen Präsident: Buffett kontert Trumps Zollstrategie – ‚Ein großer Fehler“
Breitseite vom Aktien-Orakel: Buffett äußert Bedenken gegenüber Trumps Zollstrategie: „Handel ist keine Waffe“.
Omaha – Die Aktionäre sind verunsichert, die Börsenkurse rauschen ab: Mit seiner Zoll-Politik hat Donald Trump die Welt in ein Chaos gestürzt. Die Kritik an dem Treiben des US-Präsidenten nimmt immer mehr zu, nicht nur weltweit. Auch in den USA wird das Grummeln immer lauter. Der Handelskrieg kostet viele US-amerikanische Unternehmen Profit.
Warren Buffet geißelt Trump: US-Zölle sind Gift für Aktien-Markt
Vor diesem Hintergrund hat der legendäre US-Investor Warren Buffett bei der Aktionärsversammlung seiner Holding Berkshire Hathaway jetzt deutliche Kritik an der Zoll-Strategie von US-Präsident Donald Trump geübt – ohne ihn jedoch namentlich zu erwähnen. „Handel sollte keine Waffe sein“, sagte der 94-jährige Buffett laut der Nachrichtenagentur dpa während der Veranstaltung am Samstag (3. Mai).
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Buffett betonte die Bedeutung des internationalen Handels für den Wohlstand der USA: „Je reicher der Rest der Welt sein wird, wird das nicht auf unsere Kosten sein“, sondern werde auch Amerika reicher machen, zitiert die dpa den Investor. In ähnlicher Weise äußerte er sich Reuters: „Ein ausgewogener Handel ist gut für die Welt. Ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist, eine Welt zu schaffen, in der ein paar Länder sagen, ha ha ha, wir haben gewonnen.“
Der Milliardär warnte die USA eindringlich davor, sich international zu isolieren. Aus seiner Sicht wäre es „ein großer Fehler“, wenn 7,5 Milliarden Leute einen nicht mögen und 300 Millionen sich damit brüsteten, wie gut es ihnen gehe. „Ich denke nicht, dass das richtig ist – und ich denke nicht, dass das weise ist“, betonte Buffett.
Schlechte News für Börsen: Trumps Zölle verunsichern Anleger und Märkte
Die Kritik zielt auf die Handelspolitik von Präsident Trump, der hohe Importzölle angekündigt hatte, mit dem erklärten Ziel, mehr Produktion in die USA zurückzuholen. Trump sieht das hohe amerikanische Handelsdefizit als Problem: In die USA werden Waren in deutlich höherem Wert eingeführt als exportiert. Trump setzte die Zölle für die meisten Länder allerdings schnell wieder aus, nachdem die Börsen und Finanzmärkte daraufhin eingebrochen waren. Experten erwarten jedoch auch durch die in Kraft gebliebenen China-Zölle Lieferengpässe in den USA in den kommenden Monaten.
Reich durch Aktien: Warren Buffett blickt auf stolzes Vermögen
Warren Buffett, geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, gilt mit einem Vermögen von etwa 137 Milliarden US-Dollar (2025) als einer der erfolgreichsten Investoren weltweit. Als Vorsitzender und CEO von Berkshire Hathaway seit 1970 hat sich der als „Orakel von Omaha“ bekannte Buffett durch seinen Value-Investing-Ansatz einen Namen gemacht. Er fokussiert sich auf unterbewertete Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten und hat in Giganten wie Coca-Cola, Apple und American Express investiert.
Trotz seines Reichtums lebt Buffett bescheiden im selben Haus, das er 1958 für 31.500 Dollar erwarb. Der Philanthrop hat zugesagt, über 99 Prozent seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden und ist der größte Einzelspender der „Bill & Melinda Gates Foundation“. Nach dem Tod seines langjährigen Geschäftspartners Charlie Munger 2023 führt Buffett das Unternehmen weiter und bleibt seiner Philosophie treu: „Es braucht 20 Jahre, um einen Ruf aufzubauen, und fünf Minuten, um ihn zu ruinieren.“
Tipp von Buffett im Zoll-Chaos: Gelassen bleiben
Der als legendärer Investor geltende Milliardär hatte sich bislang kaum zur US-Zollpolitik geäußert. Der von Trump begonnene Handelskrieg hatte viele Anleger verunsichert und zu Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten geführt. Trotz seiner Kritik an der aktuellen Handelspolitik rief Buffett die Anleger zur Gelassenheit auf. „Wir befinden uns immer in einem Prozess des Wandels. Ich würde mich nicht entmutigen lassen. Wir haben alle ziemlich viel Glück“, zitiert Reuters den Investor.
Bei dem Treffen veröffentlichte Berkshire auch die Zahlen zum ersten Quartal. Der Betriebsgewinn fiel wegen der verheerenden Brände in Kalifornien im Januar um 14 Prozent auf 9,64 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn brach um 64 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar ein, was hauptsächlich auf nicht realisierte Verluste bei Aktien – wie beispielsweise Apple – zurückzuführen ist. (jek/mit Material von dpa)
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