Iran-Israel-Konflikt

MAGA-Kritik: Trumps Lager ringt um Iran-Kurs – Umfrage zeigt eindeutigen Trend

Kriegsangst führt zu Kritik aus Trumps eigenem Lager. Der US-Präsident sieht sich dem Druck ausgesetzt, Teherans Atompläne zu stoppen und Frieden zu sichern.

Washington, DC – Trumps Basis will keinen neuen Krieg, aber auch keine iranische Atombombe. Der US-Präsident versucht nun den Spagat. Seine Regierung bezeichnet die Angriffe auf iranische Nuklearanlagen zumindest rhetorisch als begrenzte Schläge statt eines Kriegseintrittes. Zuletzt ruderte Trump auch bei einer Aussage über einen möglichen Regimewechsel im Iran zurück.

Falken gegen Isolationisten? Trumps Lager ringt um den richtigen Kurs im Iran

Trumps MAGA-Bewegung ist gespalten in Falken und Isolationisten. Die einen befürworten den US-Einsatz im Iran, die anderen erinnern den US-Präsidenten an sein Wahlkampfversprechen: Trump habe ein Ende der „ewigen Kriege“ im Nahen Osten versprochen, hieß es. Steve Bannon, der ehemalige Berater von Trump, betonte, zahlreiche Trump-Anhänger seien aufgrund der Angriffe „nicht glücklich“. Die USA waren in den Krieg gegen den Iran eingestiegen, da Israel selbst keine bunkerbrechenden Waffen besitzt, die zur Zerstörung der tief im Berg liegenden Atomanlage in Fordo nötig sind.

Marjorie Taylor Greene aus dem Rechtsaußenlager der Republikaner betonte ihre Unterstützung für Trump, kritisierte im Onlinedienst X aber: „Jedes Mal, wenn Amerika an der Schwelle zur Größe steht, beteiligen wir uns an einem weiteren Krieg im Ausland.“ Es gebe Warnhinweise des Außenministeriums an US-Bürger im Nahen Osten, sagte Greene in Steve Bannons Podcast „Amerikaner in Israel fürchten um ihr Leben. Amerikaner auf der ganzen Welt fragen sich, ob dies der Dritte Weltkrieg sein wird.“ Sie warf der US-Regierung vor, Kriegstreibern, der Rüstungsindustrie und den Fernsehleuten gefallen zu wollen.

Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Donald Trump
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.), seinem Sohn und First Lady Melania Trump
Unterstützung soll Elon Musk von Vivek Ramaswamy erhalten.
Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Umfrage zeigt: Isolationisten bleiben im Trump-Lager in der Minderheit

Kritische Worte kamen auch vom früheren Fox News-Moderator Tucker Carlson. Als der Waffenstillstand zwischen Iran und Israel verkündet wurde, schrieb der Republikaner erleichtert: „Zum Glück hat Trump einen Waffenstillstand vermittelt.“ Isolationisten wie Tucker und Green vertreten allerdings nicht die Mehrheit der Partei, wie eine Umfrage des Ronald-Reagan-Instituts vermuten lässt. Demzufolge sind 90 Prozent der MAGA-Republikaner der Meinung, dass es für die Sicherheit der USA wichtig ist, den Iran daran zu hindern, eine Atomwaffe zu erlangen. 74 Prozent davon halten es sogar für „sehr wichtig“. Nur acht Prozent widersprechen.

86 Prozent der MAGA-Republikaner sagen demnach, dass die Sicherheit Israels für die Sicherheit der USA wichtig und 64 Prozent von ihnen unterstützen Luftangriffe Israels zur Zerstörung der iranischen Atomanlagen. Das scheint auch der US-Präsident zu wissen: „Meine Unterstützer wollen nicht, dass der Iran eine Atomwaffe hat“, zitiert Fox News Trump vergangene Woche. „Was wir hier erleben, ist kein Aufschrei von Trumps Basis, sondern das Gejammer einer lauten, aber winzigen Kabale rechtsgerichteter Isolationisten“, urteilt die Washington Post. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Umfragen sind immer Momentaufnahmen und die Erhebung erschien noch vor dem israelischen Angriff auf den Iran.

Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach für die Sicherheit und den Wohlstand der USA, den Iran daran zu hindern, eine Atomwaffe zu erlangen?

Sehr wichtigEtwas wichtigNicht sehr wichtigÜberhaupt nicht wichtigIch weiß nicht
MAGA-Republikaner74 Prozent16 Prozent5 Prozent3 Prozent2 Prozent
Kein MAGA-Republikaner64 Prozent25 Prozent5 Prozent2 Prozent5 Prozent

Darüber hinaus ist auch eine überparteiliche Mehrheit (71 Prozent) der Ansicht, dass die Sicherheit Israels für die Sicherheit und den Wohlstand der USA von Bedeutung ist, wie das Ronald-Reagan-Institut in einer Mitteilung betont.

Der frühere Trump-Berater Steve Bannon (links) sagt, viele Anhänger von Trumps MAGA-Bewegung seien „nicht glücklich“ über die US-Angriffe auf den Iran.

Trump rudert zurück: US-Präsident will doch keinen Regimewechsel im Iran

In einem Punkt ruderte der US-Präsident nun allerdings zurück: Trump hatte zu Beginn der Woche einen möglichen Sturz der iranischen Führung nicht ausgeschlossen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth widersprach, dass die USA einen Regimewechsel anstreben und betonte, dass Trump „Frieden“ und ein Ende des iranischen Atomprogramms wolle. Auf dem Weg zum Nato-Gipfel änderte der US-Präsident dann wie so oft seine Meinung und sprach sich plötzlich selbst gegen einen Regimewechsel im Iran aus. Das würde nur „Chaos“ bedeuten. „Ich will das nicht. Ich möchte, dass sich alles so schnell wie möglich beruhigt“, so Trump.

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Sein eigentliches Ziel, das Atomprogramm Teherans zu zerstören, könnte Trump indes verfehlt haben: Drei Geheimdienstquellen zufolge warfen die US-Militärschläge das iranische Atomprogramm nur um Monate zurück, wie CNN berichtete. Das Weiße Haus wies diese Darstellung allerdings zurück. Eines steht jedoch fest: Auch wenn Trump die Unterstützung seiner Basis hat, geht seine Beliebtheit insgesamt zurück. Während am 23. Januar noch 52,4 Prozent eine positive Meinung über den US-Präsidenten hatten und nur 43,2 Prozent eine negative, kehrten sich die Werte bis zum 24. Juni fast um. Nur noch 45,3 Prozent beurteilten Trum positiv, die Ablehnung stieg auf 52,3 Prozent, wie eine Erhebung des Meinungsforschers Nate Silver zeigt

Rubriklistenbild: © Montage IMAGO / ZUMA Press Wire / Middle East Images

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