Putins Regime jubelte schon

Keine Waffen mehr für die Ukraine? US-Ministerien rudern unter Donald Trump zurück

Medienberichten nach will US-Präsident Donald Trump der Ukraine zugesagte Waffen nicht liefern. Moskau jubelt schon, doch dann reagiert Washington.

Washington - Als die Nachrichten aus den USA Anfang der Woche die Runde machten, herrschte über Kiew hinaus im Ukraine-Krieg Aufregung.

Präsident Donald Trump habe Waffen-Lieferungen gestoppt, die der Ukraine noch unter seinem Vorgänger Joe Biden (Demokraten) zugesagt worden waren, berichteten das amerikanische Nachrichtenmagazin Politico und der US-Sender NBC News übereinstimmend. Begünstigt Trump somit gar die erwartete russische Donbass-Großoffensive im Raum Pokrowsk?

Trump-Waffenstopp für die Ukraine? Republikaner machen Druck

Der republikanische US-Abgeordnete Michael McCaul fordert die Trump-Regierung zur Wiederaufnahme der ausgesetzten Waffenlieferungen an die Ukraine auf. McCaul schrieb am Freitag auf X: „Führende US-Militärs haben festgestellt, dass die Lieferung dieser wichtigen Waffen an die Ukraine die Einsatzbereitschaft der USA nicht gefährdet. Ich fordere daher die Regierung auf, den Lieferprozess schnell wieder in Gang zu bringen.“

Der republikanische Abgeordnete Brian Fitzpatrick hat unterdessen laut dem US-Magazin The Hill einen Brief ans Weiße Haus, in dem er ein „Überdenken“ der Hegseth-Entscheidung verlangt. „Ich bitte das Weiße Haus und das Verteidigungsministerium respektvoll um eine Krisenbesprechung zur jüngsten Überprüfung der Waffen- und Munitionsbestände unseres Landes durch das Pentagon sowie zu der Entscheidung, der Ukraine dringende, lebensrettende Militärhilfe vorzuenthalten“, heißt es demnach in dem Schreiben.

Unter den durch Donald Trump (li.) unterbrochenen Waffenlieferungen sollen Artilleriegranaten sein. Hier ist ein ukrainischer Soldat mit 155-mm-Granaten zu sehen.

Selenskyj und Trump telefonieren zum Stopp von US-Waffenlieferungen an Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Trump haben mittlerweile wegen des Teilstopps US-amerikanischer Waffenlieferungen telefoniert. „Wir haben über Möglichkeiten für die Flugabwehr gesprochen und vereinbart, dass wir an einem besseren Schutz des Luftraums arbeiten werden“, schrieb Selenskyj danach bei Telegram.

Waffenstopp für die Ukraine? US-Ministerien von Donald Trump ordnen ein

Zu Gunsten des Kreml-Autokraten Wladimir Putin und den Streitkräften aus Russland? Gleich zwei US-Ministerien aus Washington sahen sich deswegen am Mittwoch (2. Juli, Ortszeit) dazu veranlasst, die Meldungen zu relativieren. Sie dementierten diese jedoch auch nicht gänzlich.

Waffen im Ukraine-Krieg: Stoppt Donald Trump wirklich Lieferungen an Kiew?

Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte laut Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, das US-Verteidigungsministerium biete Präsident Trump „weiterhin robuste Optionen für die militärische Unterstützung der Ukraine, die mit seinem Ziel, diesen tragischen Krieg zu beenden, im Einklang stehen“. Man prüfe den Ansatz des 79-jährigen Republikaners, „ohne dabei die militärische Bereitschaft der USA und ihre Prioritäten bei der Verteidigung zu vernachlässigen“, meinte Parnell vor Journalisten.

Worauf der US-Beamte wohl anspielte: Laut Politico und NBC News mache Trump sich Sorgen um die eigenen Bestände in den Waffenlagern der Vereinigten Staaten. Der frühere Präsident Joe Biden habe das „ganze Land geleert, um ihnen Waffen zu geben, und wir müssen sicherstellen, dass wir genug für uns selbst haben“, wetterte Trump am Donnerstag.

Von dem angeblichen Lieferstopp sollen laut Reuters zum Beispiel von Kiew dringend benötigte Patriot-Flugabwehrraketen und Granaten für die ukrainische Artillerie betroffen sein. Die „Patriots“ werden ausschließlich in Amerika produziert, und beim Nato-Standard-Artillerie-Kaliber von 155 Millimetern waren die USA bislang der mit Abstand wichtigste Lieferant der Ukrainer.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Waffen-Lieferungen an die Ukraine: USA schickten „Patriots“ und 155-mm-Granaten

Laut Website des US-Außenministeriums hatten die Vereinigten Staaten den ukrainischen Streitkräften seit dem völkerrechtswidrigen Überfall des Moskau-Regimes „mehr als“ 200 155-mm-Haubitzen und „mehr als“ drei Millionen 155-mm-Artilleriegeschosse geliefert (Stand: 3. Juli). Die Auflistung wurde zum 12. März 2025 letztmals aktualisiert, weswegen die Anzahl der Granaten noch höher sein könnte. Mit den Haubitzen dürften vorrangig recht mobile M777 gemeint sein, die hinter der Ukraine-Front immer wieder gesichtet wurden.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte nach den Medienberichten aus den USA erklärt: „Je weniger Waffen an die Ukraine geliefert werden, desto näher rückt das Ende der militärischen Spezialoperation.“ Doch auch das US-Außenministerium relativierte kurz darauf. Sprecherin Tammy Bruce bekräftigte laut AFP, dass es sich nicht um eine „Beendigung der Unterstützung für die Ukraine oder der Waffenlieferungen“ handele. (pm)

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