Bandenkriminalität

Keine Spur von Bullerbü: Wo Kinder in Schweden morden

Södertälje in Schweden
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Die Straßenzüge wirken recht aufgeräumt. Auf den allerersten Blick würde man nicht darauf kommen, dass sich Drogen-Gangs in Södertälje südlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm regelmäßig Schießereien liefern.
Hovsjö in Södertälje in Schweden
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Der Bezirk Hovsjö ist geprägt von Arbeitersiedlungen aus den 1970er Jahren. Unternehmen wie AstraZeneca und Scania stampften die Häuser einst aus dem Boden, um die vielen neuen Arbeiter unterzubringen.
Häuser in Södertälje in Schweden
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Heute ist Hovsjö eines von vier sogenannten gefährdeten Gebiete in der 75.000-Einwohner-Stadt.
Södertälje
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Viele der einstigen Arbeiter sind längst weggezogen. Heute ist der Ausländeranteil hoch in dem Viertel, die meisten Bewohner stammen aus Syrien und Armenien. Inzwischen haben sich vor allem Menschen angesiedelt, die sich die teuren Wohnungen etwa im 30 Kilometer entfernten Stockholm nicht leisten konnten. Experten sehen Versäumnisse der Politik, die über Jahre eine regelrechte Ghettoisierung zugelassen habe.
Straße in Södertälje in Schweden
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Seit einigen Jahren kommt es in den Straßen und Hinterhöfen immer wieder zu extremen Gewalttaten: Verfeindete Drogengangs bekämpfen sich mit Schusswaffen und immer öfter auch mit Sprengstoff. Ein Phänomen, das es auch in anderen Teilen von Schweden, etwa rund um Stockholm oder in Göteborg, gibt.
Schweden, Södertälje südlich von Stockholm
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Das Zentrum des Viertels wird immer wieder zum Tatort.
Tatort Södertälje
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Auf diesem Platz gleich hinter dem „Hovsjö Grill“-Imbiss schoss im Juli 2024 ein 16-Jähriger einem 15-Jährigen ins Gesicht, in den Bauch und in die Beine – der Junge überlebte nur knapp. Die Gangs heuern neuerdings immer mehr Kinder und Jugendliche an und drängen sie zu schweren Straftaten.
Einsatzkräfte der Polizei Patrick Torneus und Jessica Edmann.
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Die schwedischen Sicherheitsbehörden setzen auf Repression und Prävention: Einsatzkräfte der Polizei patrouillieren regelmäßig in den gefährdeten Gebieten, zeigen Tag und Nacht Präsenz. Zwei von ihnen sind Patrick Torneus und Jessica Edmann.
Polizei in Schweden
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Patrick Torneus und Jessica Edman suchen immer wieder auch den Kontakt zu den Jugendlichen und Kindern im Viertel, sind Bezugspersonen für sie.
Polizei Schweden
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Viele Bewohner des Viertels kennen und vertrauen den Polizisten.
  • Peter Sieben
    VonPeter Sieben
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In Schweden kommt es immer öfter zu tödlichen Schießereien zwischen Drogengangs. Täter und Opfer sind oft noch Kinder.

Schießereien sind in manchen schwedischen Orten an der Tagesordnung. Vor allem in den Randbezirken der schwedischen Hauptstadt Stockholm eskaliert die Gewalt zwischen Drogen-Branden. Jedes Jahr sterben Dutzende Menschen, die Mordrate ist so hoch wie in keinem anderen westeuropäischen Land. In sogenannten „gefährdeten Gebieten“ patrouillieren Polizisten inzwischen Tag und Nacht. Die schwedische Presse schrieb vor einigen Jahren von „No-Go-Areas“ – und in der Tat gehören die Bezirke zu den Orten, die Touristen bei einer Schwedentour eher meiden.

Die schwedische Polizei hört den Begriff allerdings nicht gern, die Behörden sprechen von „priorisierten Gebieten“. Die Botschaft: Wir sorgen hier wieder für Recht und Ordnung. Bei den Bewohnern komme das gut an, heißt es bei der Polizei. Die Gangs heuern derweil unter anderen in den Sozialen Medien immer jüngere Mitglieder an, die die Drecksarbeit erledigen sollen, manche sind noch Kinder. Mit neuen Repressions- und vor allem Präventiv-Projekten will Schweden das Problem nun endlich in den Griff bekommen.

Rubriklistenbild: © Peter Sieben

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