Trudeau warnt vor Annexion
Kanada kontert Trumps Zölle – es trifft US-Verkaufsschlager
Die Bourbon-Destillerien in Kentucky stöhnen über Kanadas Vergeltungszölle. Kanadische Verbraucher boykottieren US-Produkte.
Ottawa – Die USA spüren die ersten Konsequenzen der von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle gegen Kanada. Im tief konservativen Kentucky spürt man die Auswirkungen besonders: Der Verband der dortigen Schnapsbrenner warnte am Donnerstag (6. März) auf der Plattform X, dass der Handelskrieg zwischen den USA und Kanada „hart arbeitende Amerikanern Leid zufügen“ werde. Die Bourbon-Industrie würde insgesamt zwei Milliarden US-Dollar umsetzen, so der Verband.
Auf Anordnung Trumps verhängten die USA am Donnerstag Zölle von 25 Prozent auf diverse kanadische Produkte. Kanada reagierte, wie lange zuvor angekündigt, mit einem Paket von Gegenzöllen. Kanada hat ein großes Handelsdefizit mit den USA und ist gewissermaßen vom großen Nachbarn als Exportmarkt abhängig.
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Justin Trudeau warnt: Trump will offenbar Kanada annektieren – Warenboykott gegen USA beginnt
Das US-amerikanisch-kanadische Verhältnis wurde zuletzt von den Äußerungen Trumps schwer belastet. Den Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, bezeichnete er mehrfach als „Gouverneur“ des „51. Bundesstaates“ der USA. Trump wolle die kanadische Wirtschaft kollabieren sehen, sodass er das Land „leichter annektieren“ könne, warnte Trudeau am Freitag (7. März) gegenüber der Tageszeitung New York Times. Inzwischen sieht man den starken Mann in Washington nicht nur in der kanadischen Hauptstadt Ottawa als Bedrohung an. Und dementsprechend handelt offenbar auch die Bevölkerung.
Kanadische Gastronomen würden den aus Kentucky importierten Bourbon bereits langfristig durch kanadischen Whisky ersetzen, schrieb die Zeitung. Am Dienstag hatten einige kanadische Provinzen entschieden, aus den USA importierte Spirituosen zu verbieten. In Teilen Kanadas gilt ein staatliches Monopol auf Alkoholverkauf, vergleichbar mit der Regelung in einigen skandinavischen Länder. Restaurantbesitzer Giovanni Cassano sagte der Zeitung, zwar gebe es „einige unersetzliche Klassiker“ unter den aus den USA importierten Schnäpsen, im Großen und Ganzen werde man sich aber anpassen können. Zumal der Boykott US-amerikanischer Waren inzwischen zu einem nationalen Trend geworden sei.
Nach Trumps Strafzöllen: Schnapsbrenner von Kentucky jammern über Kanadas Gegenzölle
Die Schnapsbrenner in Kentucky sahen es weniger gelassen: Die Gegenzölle würden den „Markt und das Wachstum auf Jahre gefährden“ behauptete der Verband. Es sei „ungerecht und überschießend“, dass Kanada Zölle auf Spirituosen aus den USA verhängt habe. Die Anordnung, US-Waren von den Regalen staatlicher Geschäfte zu holen sei, noch unfairer, beschwerte sich der Geschäftsführer der Muttergesellschaft des Whiskys Jack Daniels. „Sie nehmen uns unsere Verkäufe weg“, beklagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Um dann zu betonen, dass der kanadische Markt lediglich ein Prozent der Verkäufe seiner Firma ausmache.
Doug Ford, Premierminister der kanadischen Provinz Ontario, reagierte gegenüber dem US-Nachrichtenmagazin Newsweek entspannt: Die Geschäftsführer der Destillen sollten Trump anrufen und auffordern, die Zölle gegen Kanada zurückzunehmen: „Wir würden uns freuen, Bourbon aus Kentucky wieder in unseren Regalen zu haben, wenn er das tut“. (kb)
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