Geflüchtete in Gaza

Verhandlungen über Waffenruhe im Gazastreifen: Geflüchtete würden „den Preis zahlen“

Flüchtlingslager in Gaza
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Ein Flüchtlingslager in Deir al-Balah.

Aufgrund der stagnierenden Waffenstillstandsverhandlungen stehen die Geflüchteten in Gaza zwischen der Hoffnung auf Frieden und der Furcht vor einer dauerhaften Besetzung.

Tel Aviv – Die Verhandlungen über eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln zwischen Israel und der Hamas sind vorerst pausiert; ob und wie eine Einigkeit zustande kommt, ist noch ungewiss. Die Forderung Israels, eine militärische Präsenz in Gaza aufrechtzuerhalten, wird von Hamas und Ägypten abgelehnt. Die Meinung einiger Gaza-Bewohner ist dazu nicht eindeutig.

Verhandlungen im Krieg stagnieren – Israel will militärische Präsenz in Gaza

Israel hatte erklärt, dass man einem Waffenstillstand nur zustimmen würde, wenn man die militärische Präsenz in Gaza aufrechterhalten dürfe. Man wolle somit Neugruppierung der Hamas und den Waffenschmuggel verhindern. Auch wolle man israelische Truppen an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten stationieren. Die Hamas lehnte Israels Forderungen ab.

Autoren der New York Times sprachen mit Vertriebenen in Deir al-Balah, im Zentrum von Gaza, und telefonisch mit Geflüchteten in anderen Teilen Gazas, über deren Meinung zu einer anhaltenden israelischen Militärpräsenz Israels. Während einige bereit wären „den Preis zu zahlen“, um somit den Krieg zu beenden, äußerten sich auch viele mit Bedenken oder strikter Ablehnung.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

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Proklamation des Staates Israel
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Waffenruhe in Gaza: Geflüchtete skeptisch über israelische Militärpräsenz nach Waffenstillstand

Abdul Aziz Said, ein Sozialarbeiter aus dem Gazastreifen, sagte, wenn eine israelische Präsenz in dem Gebiet notwendig wäre, „um diesen Krieg zu beenden, würde ich voll und ganz zustimmen.“ Er fügte hinzu: „Ich möchte, dass dieser Krieg jetzt und um jeden Preis ein Ende findet.“

Ein weiterer Vertriebener sagte der New York Times, dass er die israelischen Kontrollpunkte zwar nicht akzeptiere, „wenn dies zum Ende des Krieges führen würde, würde ich widerwillig zustimmen“. Israel betreibt aktuell eine Reihe an Kontrollpunkten, die oft mobil und temporär sind. Viele Bewohner des Gazastreifens befürchten, dass die Kontrollpunkte dauerhaft werden oder ausgeweitet werden, falls Israels Forderungen im Waffenstillstandsabkommen angenommen werden würden, schätzt die New York Times ein.

Najlaa al-Ghalayiny, eine Sozialaktivistin aus Gaza-Stadt, glaubt, dass eine längere israelische Präsenz im Gazastreifen, „der erste Schritt zur Wiederbesetzung des Gazastreifens sein“ könnte. Fadel al-Tatar sagte der New York Times, er habe Angst davor, dass es in Zukunft noch mehr Kontrollpunkte geben wird, die den Gazastreifen in Stücke spalten werden“.

Israel im Krieg: Geisel-Drama im Gazastreifen könnte Verhandlungen beeinflussen

Die sechs israelischen Geiseln, die tot im Gazastreifen aufgefunden wurden, werden die kommenden Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas wohl prägen. Amerikanische Beamte sind der Meinung, dass der ohnehin schon schwierige und mühsame Prozess jetzt noch komplexer sei, berichtet CNN. Der Druck auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wächst und die „Ernsthaftigkeit“ der Hamas in Bezug auf ein Waffenstillstandsabkommen müsse nun infrage gestellt werden, sagte ein hochrangiger US-Beamter CNN.

„Ich bitte Sie um Vergebung, sie nicht lebend zurückgebracht zu haben“, sagte Netanjahu bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz am 2. September. „Wir waren nah dran, aber es ist uns nicht gelungen.“ Die Hamas werde „in naher Zukunft einen sehr hohen Preis“ dafür zahlen, dass sie die Geiseln mit Schüssen „in den Hinterkopf“ getötet habe, sagte Netanjahu. Statt Zugeständnissen sei „maximaler Druck auf die Hamas“ notwendig. Wie dieser „Druck“ und der „hohe Preis“ aussehen werden, bleibt abzuwarten. (lw)

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