Lage im Ukraine-Krieg

Nach Ukraine-Gesprächen: Russland startet neuen Angriff auf Charkiw – Schwere Kämpfe um Pokrowsk

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg: Russland greift offenbar mit Prototyp von neuer Bombe an. Kiew setzt auf Abfangdrohnen. Der Ticker.

Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update, 8.35 Uhr: Der Generalstab in Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach haben die russischen Streitkräfte seit Beginn der Invasion rund 1.048.330 Soldaten in der Ukraine verloren, davon allein 1080 binnen 24 Stunden. Mit Verlusten sind stets getötete oder schwer verwundete Soldaten gemeint.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Heftige Kämpfe um Pokrowsk

Update, 7.40 Uhr: Um die Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine kommt es laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut zu heftigen Kämpfen. Die Lage dort erhalte zurzeit die „größte Aufmerksamkeit“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Ukrainische Truppen seien zudem weiterhin in der nördlichen Grenzregion Sumy im Einsatz. Russische Streitkräfte versuchen seit Monaten den Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt Pokrowsk einzukreisen.

Update vom 26. Juli, 6.15 Uhr: Bei russischen Angriffen mit Drohnen und Raketen sind in der ostukrainischen Großstadt Charkiw erneut mehrere Menschen verletzt worden. Das teilte Bürgermeister Ihor Terechow in der Nacht bei Telegram mit. Genauere Angaben machte er zunächst nicht. Bereits am späten Abend hatte Terechow von Schäden an Wohnhäusern, Lagerhallen und Fahrzeugen berichtet.

Ukrainische Soldaten kämpfen gegen russische Truppen in der Region Charkiw. (Archivbild)

Update, 21.20 Uhr: Um die ständigen russischen Drohnenangriffe abzuwehren, will die Ukraine die eigene Produktion von Abfangdrohnen deutlich steigern. „Es gibt einen bestätigten Plan - auf eine Zahl von 500 bis 1.000 Abfangdrohnen pro Tag zu kommen, das wird nicht einfach“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Dafür sei eine bestimmte Frist gesetzt und die entsprechenden Beamten seien auch persönlich für die Umsetzung verantwortlich. 

Experten zufolge wird Russland in absehbarer Zukunft seine Produktion an unbemannten Flugapparaten auf bis zu 1.000 pro Tag steigern können. Um den eigenen Luftraum zu sichern, muss die Ukraine folglich eine vergleichbar hohe Zahl an Abfangwaffen bauen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Update, 19.05 Uhr: In den Gebieten Donezk und Saporischschja sind durch russische Angriffe mindestens drei Zivilisten getötet worden. In den Städten Pokrowsk und Myrnohrad seien zwei Männer russischen Drohnenangriffen zum Opfer gefallen, teilte der Gouverneur der ostukrainischen Region Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Eine Person sei zudem in Pokrowsk verletzt worden. Fünf weitere Verletzte gab es demnach durch russischen Artilleriebeschuss in den Städten Kostjantyniwka und Druschkiwka. Filaschkin erneuerte seine Aufforderung an die verbliebenen Zivilisten, das umkämpfte Gebiet unverzüglich zu verlassen.

Ukraine-News: Russische Angriffe führen zu Toten und Verletzten

Im angrenzenden Gebiet Saporischschja ist Behördenangaben nach ein Mann ebenfalls durch eine Drohnenattacke getötet worden. Dies sei im Dorf Poltawka im Landkreis Polohy geschehen, schrieb der Gebietsgouverneur Iwan Fedorow bei Telegram. Infolge russischer Artillerieattacken seien im Landkreis Saporischschja im Dorf Wesseljanky und in der weiter südlich gelegenen Stadt Stepnohirsk zwei Menschen verletzt worden. Russische Truppen sollen Medienberichten zufolge bereits am Rand von Stepnohirsk stehen.

Update, 14.09 Uhr: Deutschland hat der Ukraine schon mehr als 60 Flugabwehrpanzer des Typs Gepard geliefert. „Das heißt, die Mehrzahl der Geparden, die man in den Wäldern der gesamten Welt fangen kann, wurden eingefangen und sie weiden auf ukrainischem Grasland“, sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland Oleksii Makeiev Journalisten in Kiew, meldete die Agentur Interfax-Ukraine. Der Diplomat lobte das System für seine Effektivität bei der Bekämpfung russischer Drohnen. 

Deutschland liefere zudem weitere Flugabwehrsysteme des Typs Iris-T. „Sieben sind bereits eingetroffen, das achte wird geliefert“, sagte Makeiev. Zudem werde an einer Kooperation mit Rheinmetall gearbeitet, um Geschütze der deutschen Firma zusammen mit Raketensystemen auf Fahrgestelle zu montieren, die in der Ukraine vorhanden seien.

Verstärkte Luftabwehr: Ukraine fordert weitere Patriot-Systeme

Update, 12.54 Uhr: Trotz der Lieferung eines weiteren Iris-T-Systems will die Ukraine die Luftabwehr weiter verstärken. Man habe um zehn Patriot-Flugabwehrsysteme gebeten, bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Kyiv Independent. Seinen Angaben zufolge konnten bislang aber nur drei organisiert werden. Von Deutschland habe er die Zusage für zwei bekommen, von Norwegen für ein Patriot-System. Mit den Niederlanden werde derzeit daran gearbeitet, ein weiteres zu sichern.

Update 12.22 Uhr: Erster Einsatz an der Ukraine-Front: Russland soll die Ukraine mit dem Prototyp einer neuen Bombe attackiert haben. Laut der Staatsanwaltschaft soll die Region Charkiw mit zwei gelenkte Bomben vom Typ UMPB-5 angegriffen worden sein, berichtet die Kyiv Post. Russische Jagdbomber vom Typ Su-34 hätten das Geschoss im Ukraine-Krieg abgefeuert, rund 100 Kilometer vom Ziel entfernt. Die UMPB-5 ist eine neuartige Fliegerbombe mit einem Planungs- und Lenkmodul, das den Abwurf aus großer Entfernung ermöglicht. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Sollte sich der Bericht aber bestätigen, wäre es der erste Einsatz dieser Gleitbombe. 

Zerstörung im Ukraine-Krieg: Russland soll Charkiw mit einer neuen Gleitbombe beschossen haben.

Waffenpaket für Ukraine: Deutschland liefert achtes Iris-T-Abwehrsystem

Update, 11.12 Uhr: Nachschub für die Ukraine-Front: Deutschland liefert in Kürze das achte Iris-T-Luftabwehrsystem ab. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ukraine-Interfax unter Berufung auf den ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev. Er dankte dabei der Merz-Regierung für die umfassende Hilfe bei der Luftabwehr. Neben den Iris-T-Systemen stützen sich die Verteidiger gegen Russlands Angriffskrieg mittlerweile stark auf deutsche Waffen. So sind auch insgesamt 60-Gepard-Flugabwehrpanzer im Einsatz. „Das bedeutet, dass die meisten Gepards, die man in Wäldern auf der ganzen Welt finden konnte, bereits gefangen wurden und nun auf ukrainischen Weiden grasen“, sagte der Botschafter.

Update, 10.22 Uhr: Gegenwehr gegen Putins Armee im Ukraine-Krieg: Die Ukraine hat in der Nacht wieder eine Großoffensive auf Ziele in Russland gestartet. Das bestätigte das Moskauer Verteidigungsministerium laut der Zeitung The Moscow Times. Demnach wurden die meisten Drohnen über Grenzregionen im Westen und Süden Russlands abgefangen, darunter Brjansk, Rostow, Krasnodar, Kursk, Woronesch und Belgorod. Details zu Toten und Schäden wurden zunächst nicht bekannt. Offenbar gerieten aber zuvorderst Bahnhöfe und Schienennetze ins Visier.

Verluste im Ukraine-Krieg: Putins Armee zahlt weiter hohen Blutzoll an der Frontlinie

Update, 8.59 Uhr: Wie der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook berichtet, hat es in den vergangenen 24 Stunden an der Front im Ukraine-Krieg insgesamt 174 Kampfhandlungen gegeben, alleine davon 57 an der Pokrowsk-Front. Weitere 25 Gefechte ereigneten sich an der Nord-Sloboschanschtschyna-Front und in der russischen Oblast Kursk. Wie aus den weiteren Angaben hervorgeht, sind Russlands Verluste im Ukraine-Krieg weiter gestiegen. Alleine am vergangenen Tag verlor Russland 980 Soldaten und mehr als 300 Waffen und Ausrüstungsgegenstände.

Update, 6.28 Uhr: Trotz der Friedensgespräche in Istanbul geht der Ukraine-Krieg weiter: Russlands Armee hat eine Offensive auf Znob-Nowhorodske Hromada in der Oblast Sumy gestartet. Bei den Angriffen mit Drohnen und Artillerie sei eine Frau ums Leben gekommen, berichtete die Ukrainska Pravda. Demnach begannen die Kämpfe in der Region bereits am Donnerstagabend. Doch auch am Freitagmorgen wurden noch Explosionen gemeldet.

Hilfe im Kampf gegen Russlands Angriffskrieg: Norwegen kauft Drohnen für die Ukraine

Update, 5.22 Uhr: Die Ukraine und Norwegen haben einen neuen Waffenpakt geschlossen. So sollen für den Kampf gegen Russlands Angriffskrieg 400 Millionen Euro in die Anschaffung neuer Drohnen investiert werden. Das teilte das ukrainische Verteidigungsministerium auf dem Kurznachrichtendienst X mit. Das Geld soll noch in diesem Jahr zur Verfügung gestellt werden, hieß es. Vereinbart wurde auch eine Kooperation bei der Ausbildung von Soldaten.

Russland startet neue Attacken: Mehrere Verletzte nach russischen Angriffen im Ukraine-Krieg

Erstmeldung: Kiew – Schon kurz nach den Verhandlungen in Istanbul war eins schnell klar: Eine Waffenruhe ist im Ukraine-Krieg noch immer in weiter Ferne. So hat es in der Nacht bereits wieder neue Angriffe gegeben – auf beiden Seiten.

In mehreren Städten der Ukraine sind dabei mindestens zehn Menschen verletzt worden. In der Großstadt Tscherkassy nördlich von Kiew habe es sieben Verletzte gegeben, teilte Bürgermeister Anatoli Bondarenko mit. „Darunter ist auch ein Kind“, schrieb er auf Telegram. Die Stadt wurde unter anderem mit Raketen beschossen.

In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde der bekannte Markt Priwos durch die Angriffe in Flammen gesetzt. Schwer getroffen wurde zudem ein neunstöckiges Wohnhaus, wo über mehrere Etagen Wohnungen ausbrannten. In Mykolajiw sind nach Angaben von Militärgouverneur Witalij Kim durch Drohnenangriffe ebenfalls mehrere Brände ausgebrochen.

Angriffe im Ukraine-Krieg gehen direkt nach Verhandlungen weiter – Russland meldet Tote

Derweil ist bei einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff in Russland im Badeort Sotschi am Schwarzen Meer eine Frau getötet worden. Die Zivilistin sei durch herabfallende Trümmerteile umgekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das regionale Krisenzentrum in Russland.

Tass meldete zudem den Tod eines Zivilisten im russisch besetzten Gebiet Donezk im Osten der Ukraine. Dieser sei bei einem ukrainischen Angriff auf eine Wohnsiedlung in Horliwka getötet worden, hieß es unter Berufung auf die russische Besatzungsverwaltung. Die Darstellung konnte nicht unabhängig überprüft werden. Von ukrainischer Seite gab es dazu zunächst keine Angaben.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg bleiben weiter hoch. Allein in den vergangenen 24 Stunden sollen dem ukrainischen Generalstab zufolge etwa 1.050 russische Soldaten getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer stieg demnach auf knapp 1.046.270 Soldaten. Mit Verlusten sind stets getötete oder schwer verwundete Soldaten gemeint. Weitere Angaben zu Russlands Verlusten:

  • 119.154 Tote verifiziert (BBC News und Mediazona, 18. Juli)
  • 250.000 Tote, 750.000 Verwundete geschätzt (Britischer Geheimdienst, 12. Juni)
  • 195.500 bis 274.580 Tote geschätzt (BBC News, 12. Juni)
  • 250.000 Tote, mehr als 950.000 Tote und Verwundete geschätzt (Center for Strategic and International Studies, 3. Juni)

Russland selbst macht keine Angaben zu Toten und Verletzten. Die Zahlen gelten als militärisches Staatsgeheimnis. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Anatolii Lysianskyi/dpa

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