„Sehr geehrter Herr Präsident“

In Trumps Zollbriefe schleicht sich peinlicher Irrtum ein

Trump verschickte 14 Zollbriefe an andere Länder und präsentierte diese gleich auf Truth Social. Dabei passierte ihm ein Missgeschick.

Washington, D.C. – Zollbrief unter Zollbrief reiht sich aktuell auf Donald Trumps Profil auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social. Der US-Präsident veröffentlichte dort in der Nacht die Briefe, die er im Zollstreit an Staats- und Regierungschefs in aller Welt versandt hat, um seine neuen Bedingungen im Zollstreit klarzustellen. Einen Zollbrief aber musste Donald Trump zweimal hochladen, denn in diesem verlief nicht alles nach Plan.

Trump verschickt 14 Zollbriefe – und macht dabei peinlichen Patzer

Es geht um den Zollbrief an Bosnien und Herzegowina: Trump richtete sich darin an Präsidentin Željka Cvijanović. Ein komplizierter Name – wohl auch für den US-Präsidenten. Denn in dem Zollbrief adressiert er die Staatschefin mit: „Dear Mister President“, also mit „Sehr geehrter Herr Präsident“. Darüber berichtet das US-Portal The Daily Beast und veröffentlicht einen entsprechenden Screenshot des Fehlers.

Irgendjemand muss ihn darauf aufmerksam gemacht haben, dass es sich bei Cvijanović um eine Frau handelt, denn später ersetzte Trump den Zollbrief auf Truth Social mit einer richtigen Version. Darin wird Cvijanović mit „Dear Madam President“, als „Sehr geehrte Frau Präsidentin“ angesprochen wird.

Unbekannt dürfte Trump Željka Cvijanović eigentlich nicht sein: Erst vor vier Tagen richtete sie persönliche Grußworte an Donald Trump, anlässlich des Unabhängigkeitstags in den USA. Sie wünschte ihm und seiner Familie sowie allen US-Bürgern „Gesundheit, Wohlstand und Erfolg“, wie die serbische Nachrichtenagentur SRNA berichtete.

Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik

Donald Trump
Donald Trump
Amtseinführung Trump
Grenze zu Mexiko
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Trump gibt in Briefen neue Zölle für viele Länder bekannt und gewährt Frist bis 1. August

Für die Präsidentin von Bosnien und Herzegowina wird der peinliche Tippfehler aber wohl eher zweitrangig sein. Wichtiger für ihr Land ist der Inhalt des Briefes. Denn in diesem verkündet Trump, welche Zölle er für die adressierten Länder in den USA für angemessen hält und welche Frist er den Staaten einräumt, bis diese Zölle gelten. Bis dahin bleibe noch Zeit für Verhandlungen, so Trump.

Donald Trump hat Zollbriefe an 14 Länder im Handelskrieg verschickt. In einem unterlief ihm ein Fehler.

Trump schreibt von Zöllen von „nur“ 30 Prozent und beklagt Handelsdefizit

In dem Brief an Cvijanović schreibt Trump wie in seinen anderen Zollbriefen, dass er das „signifikante Handelsdefizit“ der USA mit ihrem „großartigem Land“ bedauere und deshalb einen „ausgeglicheneren und faireren Handel“ wünsche.

Dann kommt die entscheidende Passage: „Beginnend mit dem 1. August 2025 werden wir auf Bosnien und Herzegowina Zölle von nur 30 Prozent auf alle Produkte erheben, die in die USA exportiert werden.“ Die sei „weit weniger“ als das Handelsdefizit zwischen den beiden Ländern es eigentlich erfordere.

Trump packt in seine Zollbriefe auch eine Drohung - teils Zölle von 40 Prozent in USA

Es folgt eine Drohung von Trump: Entscheide sich Bosnien und Herzegowina, auf die Zollerhöhung mit Gegenzöllen auf US-Produkte zu reagieren, dann könnten die 30 Prozent Zölle auch noch höher ausfallen. Insgesamt veröffentlichte Trump am Montag auf Truth Social Zollbriefe an 14 Länder:

  • Japan
  • Südkorea
  • Malaysia
  • Südafrika
  • Kambodscha
  • Thailand
  • Serbien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bangladesch
  • Indonesian
  • Laos
  • Kasachsatan
  • Tunesien
  • Myanmar

Trump will höhere Zölle – EU bleibt Frist bis 1. August, um zu verhandeln

Trump kündigt in seinen Briefen Zölle von bis zu 40 Prozent an, zum Beispiel im Fall von Malaysia, Kasachstan, Südafrika, Myanmar und Laos. Länder der Europäischen Union erhielten bislang keine Zollbriefe von Trump.

Auch der EU gewährt der US-Präsident noch eine verlängerte Frist bis 1. August für Verhandlungen im Zollstreit. Ursprünglich sollte die Frist am morgigen Mittwoch (9. Juli) ablaufen und dann in den USA 20 Prozent Zollgebühren auf alle Einfuhren aus der EU gelten. (smu)

Rubriklistenbild: © Screenshot Truth Social/Imago (Montage)

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