Marktmanipulation durch Trump?

Gegen Trumps Zölle und Insiderhandel: Warren beklagt „Chaos und Korruption“

Elizabeth Warren spricht sich deutlich gegen Trumps Zollstrategie aus. Sie plädiert für eine Ermittlung. Der Grund: Eventueller Insiderhandel.

Washington, DC – Seit Tagen sorgt Donald Trump mit seiner Handelspolitik für Wirbel. Zölle in Kraft, Zölle pausiert – der US-Präsident hält die Welt in Atem. Sein Schlingerkurs und die daraus folgenden Schwankungen an den Märkten rufen viel Kritik hervor – und werfen vermehrt auch unbequeme Fragen auf.

So sind direkt nach seiner Zollwende am 9. April und den folgenden Börsengewinnen an der Wall Street Vorwürfe des Insiderhandels gegen Trump laut geworden. Schon kurz danach sprachen die US-Demokraten von einem „Skandal“ und forderten eine unabhängige Untersuchung, ob Mitglieder der Trump-Regierung sich möglicherweise unrechtmäßig an der Börse bereichert haben. 

Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik

Donald Trump
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Amtseinführung Trump
Grenze zu Mexiko
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Warren geht Trump im Zollstreit frontal an und fordert Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel

Zu den schärfsten Kritikerinnen der aktuellen US-Politik gehört Elizabeth Warren. „Mit einem Plan im Kopf, einem Ziel vor Augen können Zölle ein Werkzeug im wirtschaftlichen Werkzeugkasten sein“, sagte die Senatorin beim Sender ABC News. Eine konsistente Zollpolitik sei aber nicht erkennbar. „Das ist alles nur Chaos und Korruption“, kritisierte sie und fragte mit Blick auf die Trump-Regierung: „Wie kann man nur einem dieser Typen glauben?“

In einem weiteren Interview mit dem TV-Sender CNN betonte Warren, dass es bereits Hinweise auf verdächtige Transaktionen kurz vor Trumps Ankündigung gegeben habe, die eine genauere Prüfung rechtfertigten. Zudem forderte sie systematische Reformen, um sicherzustellen, dass politische Macht nicht missbraucht wird, um sich persönlich zu bereichern. Die Menschen in den USA sollten sich nie fragen müssen, ob eine Entscheidung im Interesse des Landes oder zum Wohl des eigenen Bankkontos getroffen werde.

NameElizabeth Ann Warren
Geboren22. Juni 1949
GeburtsortOklahoma City
AmtSenatorin

Post von Donald Trump sorgt für Aufschwung an der Börse – Vorwurf des Insiderhandels

Grund für die Vorwürfe ist ein Post von Donald Trump wenige Minuten nach Öffnung der New Yorker Börse am 9. April. Der Präsident schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, es sei ein „großartiger Zeitpunkt“, Aktien zu kaufen. Nur Stunden später senkte er die Zölle für die EU und viele andere Handelspartner für 90 Tage auf den Mindestsatz von zehn Prozent. An den Börsen führte dies zu einem deutlichen Aufschwung.  

Der demokratische Senator Chris Murphy sprach danach auf der Online-Plattform X von einem „Insiderhandels-Skandal“. Trumps Post zeige, dass er seinen eigenen Leuten vorab einen Hinweis zum Geldmachen gegeben habe. Senator Adam Schiff fragte auf X: „Wer in der Regierung wusste von Trumps Kurswechsel bei den Zöllen im Voraus? Hat jemand Aktien gekauft oder verkauft und auf Kosten der Öffentlichkeit profitiert?“

Elizabeth Warren macht gegen Donald Trump mobil: Die Senatorin fordert eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

Trump-Regierung wehrt sich: Kein Insiderhandel, sondern nur Beruhigung der Öffentlichkeit

Das Weiße Haus indes erklärte, Trump habe die Öffentlichkeit lediglich „beruhigen“ wollen. Es liege in der Verantwortung des Präsidenten, dies angesichts der „ständigen Panikmache der Medien“ zu tun, sagte Sprecher Kush Desai der Washington Post.

Trump hatte am Mittwoch eine 90-tägige „Pause“ im von ihm selbst angezettelten weltweiten Handelsstreit angekündigt. In diesem Zeitraum gelte ein „erheblich reduzierter“ Zollsatz von zehn Prozent für die Handelspartner, darunter auch für die EU. Für China erhöhte Trump den Satz dagegen auf 125 Prozent. (cs)

Rubriklistenbild: © Imago

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