Personal für die Bundeswehr

Pistorius‘ Wehrdienst-Pläne: Minister will 114.000 Freiwillige bis 2029 rekrutieren

Die Bundeswehr braucht mehr Rekruten. Ein freiwilliger Wehrdienst soll nun Lücken schließen. Die Wehrpflicht bleibt als Option.

Berlin – Die Bundeswehr steht erneut im Mittelpunkt. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will bis Ende 2029 rund 114.000 Wehrdienstleistende für die Streitkräfte gewinnen. Das berichtete der Spiegel unter Berufung auf Teilnehmer einer internen Sitzung mit Abgeordneten von SPD und Union im Bundestag. Ziel sei eine Stärkung der Truppe angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa.

Vom Schützen bis zum General: Das sind die Dienstgrade der Bundeswehr

Reservisten-Kompanie der Bundeswerh in Sachsen
Freiwilliger Wehrdienst der Bundeswehr im Heimatschutz in Burg
Öffentliches Gelöbnis von Rekruten der Bundeswehr vor dem Abgeordnetenhaus.
Ein Gefreiter und ein Obergefreiter der Bundeswehr.
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So soll der neue Wehrdienst starten – Rückkehr zur Wehrpflicht nicht ausgeschlossen

In der Vergangenheit hatte das Thema für Konflikt zwischen SPD und Union gesorgt. Auch aus den Reihen der Jusos erhielt Pistorius Kritik. Der Einstieg soll laut Medieninformationen nun zunächst über ein freiwilliges Modell erfolgen. Dafür sollen alle jungen Männer und Frauen in Deutschland per Post einen Fragebogen erhalten. Während Männer verpflichtet sind, diesen auszufüllen, bleibt die Teilnahme für Frauen freiwillig. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber könnten im Anschluss zur Musterung eingeladen werden.

Pistorius lässt sich jedoch eine Hintertür offen: Sollte der Bedarf an Personal nicht gedeckt werden oder sich die sicherheitspolitische Lage deutlich verschärfen, kann das Bundeskabinett eine Rückkehr zur Wehrpflicht vorschlagen.

Boris Pistorius auf dem SPD-Bundesparteitag

Wehrpflicht-Debatte: SPD und Pistorius unter Druck

Das neue Wehrdienst-Vorhaben trifft die SPD in einer Phase politischer Schwäche. Laut einer aktuellen Umfrage im ARD-Deutschlandtrend ist die Partei nach ihrem Bundesparteitag deutlich in der Wählergunst gesunken. Wenn bereits am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD nur noch auf 13 Prozent – zwei Punkte weniger als im Juni. Das ist der niedrigste gemessene Wert für die Sozialdemokraten seit Januar 2020, also seit mehr als fünf Jahren, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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