Neue Forderung

Für Ende vom Ukraine-Krieg: Russland will Zerstörung westlicher Waffen

Russland offenbart neue Bedingungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Ein Putin-Minister fordert die Vernichtung aller westlichen Waffen in der Ukraine.

Moskau – Russlands Liste von Bedingungen für ein Ende vom Ukraine-Krieg wird stetig länger. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko äußerte nun eine neue Forderung: Die Ukraine solle alle Waffen zerstören, die vom Westen für den Krieg bereitgestellt wurden.

„All diese Überschüsse müssen vernichtet werden. Dafür gibt es internationale Verfahren – sie sollten reduziert, entsorgt und unter Kontrolle gebracht werden“, sagte Gruschko der russischen Staatszeitung Izvestia. Wie viel die Ukraine genau zerstören müsste, um die Forderung zu erfüllen, ist unklar.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Putin-Minister sieht Vorteil für Europa: Zerstörte West-Waffen sollen Schwarzmarkt-Deals verhindern

Zahlen zu den bisherigen Ausgaben für Ukraine-Hilfen geben allerdings Aufschlüsse über die möglichen Ausmaße: Vom 24. Januar 2022 bis zum 30. April 2025 haben Europa und die USA laut Zahlen des Kieler Institute for the World Economy insgesamt über 270 Milliarden Euro für Ukraine-Hilfen ausgegeben. Genaue Daten dafür, wie viel von den Waffenlieferungen noch intakt ist, sind nicht öffentlich zugänglich.

Dass die Ukraine die westlichen Waffen zerstört, solle angeblich auch Europa nützen, meinte Gruschko. Er betonte, dass Waffen auf dem Schwarzmarkt landen könnten. „Es ist verrückt, wie rücksichtslos manche Politiker sind und den Markt immer noch mit Waffen überschwemmen“, sagte er. Für die Behauptung gibt es laut Kyiv Independent keine glaubwürdigen Beweise.

Auch in einem Überblick der „Harvard International Review“ wurde betont: Es gibt wahrscheinlich Waffen, die aus der Ukraine auf dem Schwarzmarkt landen, allerdings werden die Zahlen durch russische Propaganda massiv aufgeplustert. So soll der Westen davon abgebracht werden, weitere Ukraine-Hilfen zu versenden, so die Vermutung.

Alexander Gruschko ist einer der zehn stellvertretenden Außenminister von Russland.

Keinen Schritt näher für Ende vom Ukraine-Krieg: Russland stellt Forderungskatalog auf – Selenskyj lehnt ab

Mit seiner neuen Forderung schließt Gruschko an dem sogenannten „Friedensmemorandum“ an, eine lange Liste aller russischen Bedingungen für ein Ende des Ukraine-Krieges. Das Memorandum wurde am 2. Juni in Istanbul vorgestellt. Darin enthalten sind unter anderem die Gebietsannexion von aktuell russisch besetzten Gebieten, ein Verbot für einen ukrainischen Nato-Beitritt, eine Entmilitarisierung der ukrainischen Armee und ein Ende westlicher Militärhilfen sowie Übertragung von Geheimdienstinformationen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor gesagt, dass ein Ende der militärischen Ukraine-Hilfen eine Bedingung für Frieden sei.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte die Forderungen als inakzeptables Ultimatum ab. In einem späteren Interview mit der ungarischen Nachrichtenseite Valasz Online gab Selenskyj an, dass die russische Delegation im Gespräch zugegeben hätte, dass es sich um ein Ultimatum handele. Es sei klar gewesen, dass die Ukraine es nicht akzeptieren würde.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Budapester Memorandum
Ukrainedemo, München
Orangene Revolution in der Ukraine
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Sommer-Offensive und weitere Forderungen: Russland rückt weiter vom Ende des Ukraine-Kriegs ab

Dem gegenüber stehen die ukrainischen Forderungen, die humanitäre Maßnahmen, Gefangenentausche, die Rückkehr entführter Kinder und das Recht, der EU und der Nato beitreten zu können, beinhaltet. Zudem forderte Kiew, dass die eingefrorenen russischen Geldern für den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden sollten. Neue Sanktionen sollten außerdem laut der Ukraine an einen verifizierten Waffenstillstand gekoppelt sein.

Das Treffen am 2. Juni, an dem die beiden Forderungspapiere vorgestellt wurden, verdeutlichte, wie weit die Ukraine und Russland noch von einem Waffenstillstand entfernt sind. Mit der Bedingung von Gruschko sind die beiden Staaten vermutlich noch einen Schritt weiter vom Ende des Ukraine-Kriegs entfernt. Ende Juni soll es zu einem weiteren Treffen mit Russland kommen, wenn es nach der Ukraine geht. Dass dort eine größere Annäherung passiert, wirkt aktuell unwahrscheinlich, auch anhand der russischen Sommeroffensive, die die Front in der Ukraine ausweitet. (lismah)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gavriil Grigorov

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