Ukraine-Krieg

Neue Chance auf Frieden? Selenskyj will Russland schnellstmöglich auf Führungsebene begegnen

Ukraines Präsident Selenskyj will die Friedensverhandlungen mit Russland beschleunigen. Und schlägt ein Treffen auf Führungsebene mit dem Kreml vor.

Kiew – Kann durch Gespräche auf der Führungsebene der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gestoppt werden? Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will zumindest einen neuen Versuch starten und die stockenden Verhandlungen mit Russland über eine Waffenruhe wieder aufnehmen.

Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Rustem Umjerow, habe Moskau ein Treffen in der nächsten Woche vorgeschlagen, teilte Selenskyj in einer in Kiew verbreiteten Videobotschaft mit. Die Ukraine sei zu einem Treffen baldmöglichst auf Führungsebene bereit. Ein genaues Datum nannte Selenskyj nicht. 

Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete, eine Quelle aus dem Umfeld des russischen Verhandlungsteams habe bestätigt, den Vorschlag Kiews erhalten zu haben. Russland hatte immer wieder die Bereitschaft erklärt, die im Frühjahr begonnenen Gespräche in Istanbul fortzusetzen. Die letzte Runde endete Anfang Juni, nachdem die russischen und ukrainischen Delegierten ihr Treffen nach knapp einer Stunde abgebrochen hatten. Ursprünglich hatte Moskau eine neue Verhandlungsrunde bereits in der zweiten Juni-Hälfte erwartet. 

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Selenskyj will alles tun, um Waffenruhe im Ukraine-Krieg zu erreichen

Laut Selenskyj ist auch ein neuer Austausch von Gefangenen vorgesehen, worauf sich die Kriegsparteien bei ihren ersten Verhandlungsrunden geeinigt hatten. Der ukrainische Präsident forderte Umjerow, der zuletzt als Verteidigungsminister die Gespräche führte, auf, die Verhandlungsdynamik zu erhöhen. Es müsse alles getan werden, um eine Waffenruhe zu erreichen: „Die Ukraine ist zu einem solchen Treffen bereit.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sucht das Gespräch mit dem Kreml.

Kremlsprecher Dmitri Peskow begrüßte am Freitag (18. Juli), dass Selenskyj mehr Dynamik im Verhandlungsprozess will. „Das ist ein positives Signal. Und hier sind wir uns absolut einig: Wir sind auch dafür, den Verhandlungsprozess zu beschleunigen“, sagte Peskow.

Keine Waffenruhe im Ukraine-Krieg in Sicht

Die Ukraine und Russland hatten im Frühjahr erstmals seit 2022 Verhandlungen in Istanbul für eine mögliche Beendigung des Kriegs aufgenommen. Dabei gab es bisher vor allem humanitäre Aktionen wie den Austausch von Kriegsgefangenen und die Rückgabe toter Soldaten. Eine von der Ukraine geforderte bedingungslose Waffenruhe ist jedoch nach wie vor nicht in Sicht. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © Vadym Sarakhan/dpa

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