Angst vor Deaktivierung
Fiasko mit Kampfjets: Dänemark bedauert Erwerb von F-35-Jets
Dänemarks Ex-Wirtschaftsminister mahnt: Der Erwerb von F-35-Jets ist mit Gefahren verbunden. Eine Überprüfung der US-Kooperation sei unumgänglich.
Kopenhagen – Dänemark sorgt sich in Bezug auf den hochmodernen F-35-Kampfjet um seine und die internationale Verteidigungspolitik. Der ehemalige dänische Wirtschaftsminister Rasmus Jarlov, der einst selbst eine tragende Rolle bei der Entscheidung für den Kauf spielte, äußerte jüngst deutliche Kritik an der Anschaffung der amerikanischen Jets.
Sorge vor „Kill Switch“: Dänemark bereut Kauf von F-35-Jets
„Als einer der Entscheidungsträger hinter dem Kauf der F-35 bedauere ich dies“, schreibt Jarlov auf seinem X-Kanal, wobei er seine Besorgnis über die potenziellen Risiken unterstrich, die mit dieser Abhängigkeit von den USA einhergehen.
Ein wesentlicher Grund für Jarlovs Reue ist die Möglichkeit, dass die USA die Kontrolle über die Jets beziehungsweise die Ersatzteillieferung nutzen könnten, um Dänemarks Verteidigungspolitik zu beeinflussen. Diese Befürchtung resultiert aus der Annahme, dass Washington die Lieferung kritischer Ersatzteile einstellen könnte, wodurch die Einsatzfähigkeit der Flugzeuge reduziert würde.
Jarlovs Bedenken wurden noch genährt durch die Nachricht, dass die USA kürzlich Gerüchte über einen sogenannten „Kill Switch“, eine Art Abschalte-Mechanismus, der sich aus der Ferne bedienen lässt, dementiert hatten. Er bleibe skeptisch: „Ich weiß nicht, ob die F-35 einen ‚Kill Switch‘ haben. Wir können uns natürlich nicht auf Ihr Wort verlassen.“
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F-35-Kampfjets aus den USA für dänischen Politiker Jarlov ein „Sicherheitsrisiko“
Weiterhin führt Jarlov via Social-Media aus: „Sie wollen Russland stärken und Europa schwächen und zeigen damit, dass sie bereit sind, friedlichen und loyalen Verbündeten wie Kanada enormen Schaden zuzufügen, nur weil sie auf ihrer Existenz als Land bestehen. Ich kann mir gut eine Situation vorstellen, in der die USA Grönland von Dänemark fordern und drohen, unsere Waffen zu deaktivieren und Russland uns angreifen zu lassen, wenn wir uns weigern.“
Demnach sei der Kauf amerikanischer Waffen „ein Sicherheitsrisiko, das wir nicht eingehen können“. Der frühere Wirtschaftsminister mahnt: „Wir werden in den kommenden Jahren enorm in Luftabwehr, Kampfflugzeuge, Artillerie und andere Waffen investieren und müssen amerikanische Waffen möglichst vermeiden. Ich ermutige unsere Verbündeten und Freunde, dasselbe zu tun.“
US-Annährung an Russland: Dänemark und andere Länder überdenken Zusammenarbeit
Die dänische Skepsis spiegelt eine größere Unsicherheit wider, die durch die außenpolitischen Entscheidungen der USA unter Präsident Trump hervorgerufen wurde. Die USA haben sich durch Annäherungsversuche an Russland im Kontext des Ukraine-Kriegs und verschiedene Spannungen mit Nato-Partnern zunehmend als unzuverlässiger Verbündeter in den Augen einigen Beobachtern erwiesen.
Dieses geopolitische Klima hat dazu geführt, dass Dänemark und andere europäische Länder beginnen, die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich zu überdenken und neue Wege der Selbstversorgung in Betracht zu ziehen.
F-35-Sorgen in Dänemark: Auch Portugal und Kanada hadern mit Trumps USA
In diesem Zusammenhang erwägt Dänemark, in den kommenden Jahren vermehrt auf europäische Rüstungsgüter zu setzen, um ihre Abhängigkeit von amerikanischen Waffen zu reduzieren. Der Gedanke, dass europäische Verteidigungsstrategien unabhängig von den USA entwickelt werden könnten, gewinnt dabei auch in anderen Ländern an Unterstützung. Portugal zum Beispiel, schreibt das Portal Raily News, prüft Alternativen wie die schwedischen Gripen-Jets, nachdem die US-Politik unter Trump Fragezeichen hinter die zukünftige Zuverlässigkeit der F-35 gesetzt hat.
Auch Kanada hat kürzlich Schritte unternommen, um seine Verteidigungspolitik neu auszurichten und betrachtet Alternativen zu den F-35-Jets, während es gleichzeitig in ein Frühwarnradarsystem aus Australien investiert, berichtete die Associated Press. Die Entwicklungen in diesen Ländern unterstreichen das Streben nach einer stärkeren europäischen beziehungsweise transatlantischen Sicherheitsarchitektur, die sich möglicherweise unabhängiger von den Amerikanern positionieren könnte.
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