Sie wolle "an die CDU andocken"

AfD-Vize Gauland greift Partei-Chefin Petry an

Der Fall Höcke entzweit AfD-Vizechef Alexander Gauland (l) und Parteichefin Frauke Petry (r).
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Der Fall Höcke entzweit AfD-Vizechef Alexander Gauland (l.) und Parteichefin Frauke Petry (r).

München - Die AfD-Spitze ist tief gespalten: Weil Parteichefin Frauke Petry den Parteiausschluss des Rechtsaußen Björn Höcke vorantreibt, wird sie von Vizechef Alexander Gauland heftig attackiert.

AfD-Vizechef Alexander Gauland hat Parteichefin Frauke Petry wegen des Falls Höcke erneut scharf kritisiert. Petry wolle den Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke loswerden, weil sie um die Koalitionsfähigkeit der AfD fürchte, sagte Gauland der "Zeit". "Sie will die Partei an die CDU andocken", fügte Gauland hinzu. Er selbst wolle diese Nähe zur CDU nicht.

Poggenburg wirft Petry mangelndes Demokratieverständnis vor

Gaulands Kollege im Parteivorstand der AfD, André Poggenburg, sagte dem Blatt, Petry werde "geschädigt aus diesem Konflikt hervorgehen". Er fügte hinzu: "Wer unliebsame Positionen nicht aushält, hat wahrscheinlich selbst Probleme mit seinem Demokratieverständnis."

Der Bundesvorstand der AfD hatte am Montag mit Zweidrittelmehrheit ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke beschlossen. Hintergrund ist eine Rede Höckes, in der er das Holocaustmahnmal in Berlin ein "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte. 

„Ich selber hätte anders entschieden“

Am Dienstag hatten mehrere AfD-Vorstandsmitglieder vor dem angestrebten Parteiausschluss von Björn Höcke gewarnt. „Ich selber hätte anders entschieden“, sagte der niedersächsische AfD-Chef Armin-Paul Hampel im Deutschlandfunk. Er sieht aber die Parteiführung offenbar nicht entzweit: „Da muss man nicht gleich die Spaltung herbeireden.“

Auch an der AfD-Basis gärt es. „Frau Petry! Treten Sie zurück!“ forderte laut der „Mitteldeutschen Zeitung“ am Dienstag die AfD im Saalekreis auf ihrer Facebook-Seite. In dem mittlerweile gelöschten Posting hieß es weiter, man stehe „geschlossen hinter Björn Höcke“.

mb/AFP/dpa

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