Kanadische Parlamentswahl
„Er will uns brechen“: Kanadas Premierminister startet Angriff auf Trump
Premierminister Carney verkündet eine resolute Strategie gegen die USA und Präsident Donald Trump. Er erhält internationale Rückendeckung.
Ottawa – Die Wahl in Kanada ist abgeschlossen. Am Wahltag selbst mischte sich US-Präsident Trump ein und deutete erneut an, das Land mit seinen knapp 40 Millionen Einwohnern annektieren zu wollen. Obwohl die Liberalen die absolute Mehrheit verfehlten, zögert der Premierminister nicht und kündigt einen entschlossenen Kurs gegen Trump an.
Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen




Liberale Partei gewinnt Kanada-Wahl: Der Sieger geht gegen Trump in die Offensive
Die liberale Partei unter der Führung des kanadischen Regierungschefs Mark Carney triumphierte bei der Parlamentswahl in Kanada. Trotz der Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Kanada erhielten die Liberalen am Montag die meisten Stimmen – verpassten aber offenbar die absolute Mehrheit im Parlament.
Carney rief sein Land zur Geschlossenheit gegenüber den USA auf. In seiner Siegesrede in der kanadischen Hauptstadt Ottawa wurde er deutlich: „Wir haben den Schock über den amerikanischen Verrat überwunden, aber wir sollten die Lehren daraus nie vergessen“.
51. Staat der USA: Mark Carney mit deutlichen Worten für Trumps Kanada-Vision
Die Parlamentswahl fand vor dem Hintergrund der aggressiven Zollpolitik der USA sowie Trumps Drohungen statt, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen. Der 78-jährige Präsident hatte sein Nachbarland mit harten Zöllen belegt, um die Sicherheit der USA zu gewährleisten. Der US-Regierung gehe es darum, die Grenzen gegen illegale Migration und die Bedrohung durch die Droge Fentanyl zu begrenzen.
Kurz nach Öffnung der Wahllokale verlieh Trump auf seiner eigenen Plattform Truth Social den amerikanischen Annexionswünschen Nachdruck: „Viel Glück für das großartige Volk von Kanada. Wählt den Mann, der die Kraft und die Weisheit hat, eure Steuern zu halbieren, eure Militärmacht kostenlos auf das höchste Niveau der Welt zu erhöhen, eure Auto-, Stahl-, Aluminium-, Holz-, Energie- und alle anderen Unternehmen in ihrer Größe zu VERVIERFACHEN, OHNE Zölle oder Steuern, wenn Kanada der geschätzte 51. Staat der Vereinigten Staaten von Amerika wird.“
Mit der deutlich gewonnenen Wahl im Rücken holt Mark Carney nun zum Gegenschlag aus: „Wie ich schon seit Monaten warne, will Amerika unseren Boden, unsere Ressourcen, unser Wasser, unser Land. Das sind keine leeren Drohungen“. Er verschärfte seine Kritik an Trumps Plänen: „Präsident Trump versucht, uns zu brechen, damit Amerika uns besitzen kann. Das wird nie und nimmer geschehen. Aber wir müssen auch die Realität anerkennen, dass sich unsere Welt grundlegend verändert hat.“
Selenskyj, von der Leyen und Macron gratulieren – China will Kanada-Politik verbessern
Aus dem Ausland trafen bereits einige Glückwünsche für den 60-jährigen Carney ein. „Ich freue mich darauf, eng zusammenzuarbeiten“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Onlinedienst Bluesky. „Die Verbindung zwischen Europa und Kanada ist stark – und wird immer stärker.“
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gratulierten Carney ebenfalls. Selenskyj erklärte, er hoffe auf eine Stärkung der bilateralen Partnerschaft. China signalisierte derweil seine Bereitschaft zur Verbesserung der seit Jahren angespannten Beziehungen zu Kanada.
Nächste Wirtschaftszäsur für Trump? Kanada hat „viele, viele andere Optionen als die“ USA
Auch über den zukünftigen außenpolitischen Kurs gegenüber den USA sprach der kanadische Premierminister entschlossen: Wenn er sich mit Trump zusammensetze, werde er die „zukünftigen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen zwei souveränen Nationen zu erörtern. Und zwar in dem vollen Bewusstsein, dass wir viele, viele andere Optionen als die Vereinigten Staaten haben, um Wohlstand für alle Kanadier aufzubauen.“
Carney fügte hinzu, Kanada werde „aufbauen, Baby, aufbauen“ und die stärkste Wirtschaft in der G7 werden – Eine provokante Anspielung auf Trumps „Drill, Baby, drill“-Ausruf. „Wir unterstützen unsere Freunde und Nachbarn im Fadenkreuz von Präsident Trump in einer Krise, die wir nicht verursacht haben“, sagte er. „Gemeinsam werden wir diesen Handelskrieg gewinnen und die stärkste Wirtschaft in der G7 aufbauen. Eine Wirtschaft, die für alle funktioniert.“ (ko)
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